Augsburg
Festival: Treffen der Mozart-Generationen
61. Deutsches Mozartfest rückt den Musikpädagogen Leopold Mozart in den Fokus
Zum 225. Todestag von Leopold Mozart wartet das 61. Deutsche Mozartfest mit einem besonderen Programm auf. Vom 12. bis 21. Oktober dürfen die Besucher unter dem Motto „Leopold Mozart im Spiegel der Zeit“ einen Blick zurück und einen Blick in die Zukunft wagen.
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Leopold Mozart war nicht nur Komponist, sondern vor allem Musikpädagoge. Die Veranstalter, die Stadt Augsburg und die Deutsche Mozartgesellschaft, würdigen diese Arbeit, indem sie mit dem Fest der Frage nachgehen, wie musikalische Talente und junge Besucher heute an klassische Musik herangeführt werden können.
Leopold Mozart nur auf einen Sockel zu stellen und zu huldigen, das ist Thomas Weitzel, Kulturamtsleiter und Präsident der Deutschen Mozartgesellschaft in Augsburg, eindeutig zu wenig. Vielmehr wolle er mit dem Festprogramm zeigen, welche Bedeutung das Werk von Leopold Mozart, seine Violinschule und seine Rolle als Förderer noch heute ausstrahlen. Das Festival als Plattform junger Nachwuchskünstler und die Vermittlung klassischer Musik an Kinder und Jugendliche sei deshalb ein zentraler Aspekt des Festes.
Die Eröffnung des Festivals übernimmt die Bayerische Kammerphilharmonie unter der Leitung von David Stern mit Werken der Frühklassik und einer Uraufführung: Alexander Rosenblatt komponierte ein neues Violinkonzert in Anlehnung an Leopold Mozarts berühmtes Lehrbuch „Versuch einer gründlichen Violinschule“ mit Zitaten aus Werken von Zeitgenossen wie Tartini. Mehr als 250 Jahre nach Erscheinen der „Violinschule“ begleitet das neu komponierte Werk die Zuhörer nun auf einer Zeitreise und spannt den musikalischen Bogen vom 18. Jahrhundert bis in die heutige Zeit.
Ein neues Werk beschließt auch das Festival: Leopold Mozarts „Kindersinfonie“ erklingt zuerst im Original und danach in einer modernen Bearbeitung als Familienkonzert. Zusammen mit dem 1. Deutschen Stromorchester und den Augsburger Philharmonikern erarbeiten Kinder und Jugendliche in einem Workshop eine völlig neue Version der Sinfonie mit zeitgenössischen Klängen und Geräuschen aus Kinderspielzeug. Was dann statt Kuckucksuhr und Ratsche auf der Bühne ertönt? Ein Besuch der „Toy Symphony“ wird es zeigen.
Mit der Wallfisch Band als Orchestra in Residence wartet ein Originalklangensemble auf, das vier Konzerte des Mozartfestes bestreitet. Die „Band“ musiziert ausschließlich auf Instrumenten-Nachbauten aus dem frühen 18. Jahrhundert. In gestaffelten Besetzungen von der solistisch interpretierten intimen Kammermusik der Frühklassik bis hin zur klassischen Kammerorchesterbesetzung mit Sinfonien und Divertimenti zeigt das Ensemble seine Vielseitigkeit. In großer sinfonischer Besetzung und unter Leitung von Bruno Weil ist die Wallfisch Band schließlich am 17. Oktober zu erleben. Hier wird Leopold Mozart mit seinen Zeitgenossen als Wegbereiter und Brückenbauer der Wiener Klassik gewürdigt. Das groß besetzte Kirchenkonzert am 20. Oktober bildet den dramaturgischen Höhepunkt der Konzertreihe: Leopolds Missa Solemnis gehört sicherlich zum Besten, was die Kirchenmusik seiner Zeit zu bieten hat. Hier hat Leopold Maßstäbe gesetzt, die selbst für Wolfgang Amadé noch Gültigkeit hatten.
In neuem Look und neuem Sound erstrahlt der Augsburger Szene-Club „Beim Weißen Lamm“ während des zweiten Festivalwochenendes. Vom 18. bis 20. Oktober heißt es „Nachtmusik!“, denn aus dem Lamm wird eine „Klassik-Lounge“. Ein DJ-Live-Set, Live-Musiker auf dem Podium und ein extra von Bühnenbildnerin Anna van Leen und Berufsschülerinnen gestaltetes Ambiente lädt ein, Klassik anders zu erleben.
Völlig neuartig ist ein weiterer Baustein des Festivals, der Hausmusikwettbewerb „Heimspiel“. An drei Tagen, 19. bis 21. Oktober, spielen Amateur-Ensembles aus ganz Europa vor einer Jury. Der Wettbewerb lässt Amateure Bühnenerfahrung sammeln und fördert sie durch Preise wie Workshops, Stipendien und Kurse.
Info: Informationen über das vollständige Programm gibt es im Internet unter www.mozartstadt.de.
01.08.2012 | 17:13 Uhr - von pm
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