Augsburg
„Fünf vor Zwölf für den Lech“
Kundgebung für den frei fließenden Lech im Augsburger Stadtwald
Der Bund Naturschutz (BN) und die in der Lechallianz zusammen geschlossenen Verbände forderten die bayerische Staatsregierung bei einer Kundgebung am Samstag auf, sofort ein Renaturierungskonzept für den Lech im Bereich des Naturschutzgebietes Augsburger Stadtwald zu erstellen.
Nun fand am Samstag eine Lech-Kundgebung statt. Der Vorsitzende des Bund Naturschutz in Bayern, Professor Hubert Weiger, erklärte den 100 Teilnehmern: „Der Lech braucht in seinem letzten frei fließenden Abschnitt auf bayerischer Seite bei Augsburg dringend eine Renaturierung. Dieser Abschnitt ist die letzte Chance, wenigstens auf einer kleinen Strecke den Fluss zu revitalisieren und damit Wiedergutmachung zu leisten.“ Weiger betonte, dass er den Bau eines Wasserkraftwerks bei Flusskilometer 50,4 durch Eon ablehne. Bereits 90 Prozent des Bayerischen Wasserkraftpotentials seien genutzt. Auch liege das vorgesehene Kraftwerk in einem nach EU-Recht geschützten Gebiet, was bedeute, dass Flora und Fauna eines besonderen Schutzes bedürfen.
Gute Nachrichten brachte Johannes Enzler, Vorsitzender der Kreisgruppe Augsburg: Noch in diesem Jahr starte das Projekt „licca liber“ (freier Lech) der bayerischen Staatsregierung, um die Situation des Lech-Unterlaufs ab Königsbrunn zu verbessern.
Der BN forderte die Auflösung der Längsverbauungen und die Aufweitung des Flussbettes, ebenso den Umbau der sechs Querbauwerke im Naturschutzgebiet Augsburger Stadtwald in „Raue Rampen“, damit die Fische zu ihren Laichplätzen gelangen können.
Nicht möglich sei, den Lech komplett zu renaturieren, sagte Stefan Lindl, akademischer Rat an der Universität Augsburg. „Dazu müssten alle Staumauern, Wasserkraftwerke, der Forggensee, die Lechstaustufe 23 weichen.“ Dies sei finanziell nicht machbar und gesellschaftlich nicht erwünscht, wegen Hochwassergefahr.
24.09.2012 | 07:31 Uhr - von bb
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