Augsburg
Gemeinsam hilft es sich leichter
Freunde der Wärmestube Augsburg gründen Förderverein
Mehr Helfer und mehr Geld wünschen die Freunde der Wärmestube, die den Förderverein „Wärmestube – SKM Augsburg“ derzeit auf die Beine stellen. Am Donnerstag findet die Gründungsversammlung statt.
Die Wärmestube gilt als Herz des SKM. Dort gibt es kostenlos Tee, warme Mahlzeiten, Kuchen und belegte Brote. Außerdem können sich die Besucher während der Öffnungszeiten der Wärmestube duschen. Es gibt eine Kleiderkammer mit gebrauchten Kleidern und die Wohnungslosenhilfe, die Menschen ohne Wohnung begleitet und unterstützt. Wer krank ist, kann mittwochs einen Arzt aufsuchen, der seine Sprechstunde in der Wärmestube hält. Menschen ohne festen Wohnsitz können die Wärmestube als Meldeadresse angeben oder mit Hilfe der Pädagogischen Klientengelderverwaltung ein Konto eröffnen. „Wir möchten dieses Päckchen an Problemen reduzieren“, erläutert Haertinger. „Die Menschen so stabilisieren, dass sie wieder an Perspektiven kommen“.
Im Laufe der Jahre hat sich so zu der Suppenküche einiges dazugesellt: eine Bauteilbörse, der Flohmarktladen Collage, der Stromsparcheck und das Zukunftskolleg für Einkommensschwache (Zuko), allesamt Arbeitsprojekte, die Langzeitarbeitslose an den Arbeitsmarkt heran führen. Nun stößt die Wärmestube an ihre Grenzen, nicht nur wegen des Geldes. An Helfern fehle es, an Händen und Köpfen, die beispielsweise das 30-jährige Jubiläum der Wärmestube im nächsten Jahr mitorganisieren und einen Chor und eine Ausstellung auf die Beine stellen. „Das können wir in unserer täglichen Arbeit nicht mehr leisten“, sagt Haertinger. „Die Hauptamtlichen machen bereits viel nach Feierabend, um die Projekte zu stemmen.“
Sozialarbeiter Knut Bliesener lernte vor zwei Jahren den Förderverein der Würzburger Wärmestube kennen. Zusammen mit den ehemaligen Vorsitzenden der Augsburger Tafel Johann Stecker und Ulla Schmidt machte sich Bliesener an die Arbeit. Mit Erfolg: Die Gründungsveranstaltung des neuen Fördervereins „Wärmestube – SKM Augsburg“ geht am Donnerstag über die Bühne.
Die Freunde der Wärmestube versprechen sich von dem Förderverein mehr Sicherheit. Denn: „Wir leben von der Hand in den Mund“, bekennt Haertinger. Trotz Zuschüsse von Kirche, Stadt und Freistaat sei der SKM auf Benefizaktionen, Spenden und Bußgelder angewiesen. „Doch solche Zuwendungen sind keine sichere Sache“, sagt Haertinger. Ein Förderverein könnte Abhilfe schaffen, Sponsoren und Firmen gezielt anschreiben, um Geld aufzutreiben, das ganz dem SKM zufließt. Auch soll der Förderverein die Wärmestube bekannter machen und mit ihr all die anderen Einrichtungen und Projekte des SKM, damit sich Menschen mit etwas Zeit melden und einbringen.
Schon jetzt gibt es haufenweise Ideen, die der Förderverein verwirklichen soll: Das Haus zu kaufen, in dem der SKM die Wärmestube eingerichtet hat, Grabpaten zu werben, die sich um die Gräber der verstorbenen Klienten kümmern. Geplant ist auch ein Streetwork-Sani-Mobil, ein Bus, mit dem Sozialarbeiter in die Stadtteile fahren, um dort zu beraten, die Situation anzuschauen und falls nötig Hilfe zu leisten.
Info: Die Gründungsversammlung des Fördervereins „Wärmestube – SKM Augsburg“ findet am Donnerstag, 27. September, um 17 Uhr in der Wärmestube, Klinkertorstraße 12, in Augsburg statt. Wer dabei sein, ein Mitglied werden oder einfach helfen möchte, ist eingeladen. Informationen gibt es unter Telefon 0821/15 51 52.
24.09.2012 | 07:25 Uhr - von Natascha Höck
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