Kahn nimmt Gänsestopfleber ab Oktober von der Speisekarte
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PETA-Infomobil in Augsburg
Die Tierschutzorganisation PETA macht immer wieder mit aufrüttelnden Kampagnen auf das Leid der Tiere aufmerksam. PETA kämpft nicht nur ein besseres Leben für die Gänse, sondern auch für bessere Bedingungen für Hühner in der Ei- und Mastproduktion.Foto: pm -
Kahn hält Versprechen
Hans-Peter Kahn verspricht: „Ab Oktober wird es keine Stopfleber mehr bei uns geben“. Tierschützer fordern den Verkaufsstopp bereits seit Ende 2011.Foto: Florian Winkler-Ohm
Der Feinkosthändler Kahn hatte kurz nach der Demonstration der PETA-Aktivisten versprochen, die Gänsestopfleber von der Speisekarte zu nehmen. Erfüllt hat er dieses Versprechen bislang noch nicht, und das macht die Aktivisten von PETA wütend. Doch Kahn verweist auf Abnahmeverträge, die noch bis Herbst gelten.
Traurig und wütend zugleich ist man derzeit bei der Tierschutzorganisation PETA Deutschland e.V. über den Feinkosthändler Kahn in Augsburg. Ende 2011 riefen Tierschützer zu einer Demonstration vor dem Geschäft von Feinkost Kahn in der Innenstadt auf. Eindrucksvoll wollte man Betreibern und Besuchern zeigen, mit welcher Grausamkeit die Produktion von Gänsestopfleber von statten geht. Die Aktion zeigte unmittelbare Wirkung: Laut Dr. Clemens Heuson vom Helmholtzzentrum für Umweltforschung in Leipzig erklärte die Geschäftsleitung von Feinkost Kahn spätestens ab 2012 die Stopfleber nicht mehr zu verkaufen.
„Im Nachhinein hat sich dies nur als haltloses Versprechen erwiesen, um die Tierschützer abzuspeisen beziehungsweise ruhigzustellen“ so Heuson, der privat in Augsburg wohnt und sich aktiv für den Tierschutz einsetzt. Nach wie vor steht Stopfleber auf der Speisekarte von Feinkost Kahn und ist auch dort zum Kauf erhältlich. Tierschutzorganisationen werfen nunmehr dem Feinkosthändler vor, diesem sei das Leid der Tiere egal. „Hauptsache die Kasse klingelt.“
Eine Behauptung die Hans-Peter Kahn, Geschäftsleiter und Mitarbeiter im Laden in der Fußgängerzone, so nicht stehen lassen möchte. „Wir stehen zu unserem Wort“, sagte er auf Nachfrage unserer Zeitung und erklärte weiter, dass spätestens ab dem Oktober 2012 das Produkt nicht mehr angeboten werde. „Bereits jetzt haben wir unseren Verkauf um rund 70 Prozent reduziert.“ Dass nach wie vor Stopfleber im Hause Kahn sowohl auf Speisekarten im Restaurant, wie auch im Verkauf erhältlich ist, liege laut Kahn daran, dass noch langfristig Verträge mit Händlern bestünden, die auch erfüllt werden müssten. Bereits zum momentanen Zeitpunkt habe man jedoch sowohl weniger Angebot als auch die Quantität bei Produkten mit Stopfleber massiv reduziert. „Wenn wir ein Kilogramm Stopfleber in der Woche verkaufen, ist das viel“, so Kahn.
Er möchte Wort halten und die Forderung der Tierschützer erfüllen, bittet jedoch gleichzeitig um Verständnis, dass Verträge zur Abnahme bis in den Herbst noch für das Unternehmen zu erfüllen seien. „Unsere Mengen sind im Vergleich zu manchen Münchner Feinkosthändlern auch wirklich sehr gering“. Ihm ist es aber ein Anliegen, dass man sich auf sein Wort verlassen kann.
Eine Aussage, welche die Tierschützer freut. „Es zeigt, dass unser Handeln wirklich etwas bewirkt. Wir bedanken uns bei der StadtZeitung, auf unsere Anfragen hin reagierte nämlich das Haus Kahn überhaupt nicht“, so Heuson. Laut Kahn gingen bisweilen noch gar keine E-Mails diesbezüglich ein. Gespannt werden Heuson und die Tierschutzorganisationen schauen, ob der Termin gehalten wird. Auch unsere Zeitung wird hierauf ein Auge haben.
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