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Augsburg

„Opa“ missbraucht Enkelin


Lebensgefährte der Großmutter vergeht sich an Siebenjähriger


Ein 77-Jähriger hatte die damals siebenjährige Enkelin seiner Lebensgefährtin mehrmals sexuell missbraucht. Außerdem hatte er Kinderpornos auf seinem Rechner gespeichert. Nun verurteilte ihn das Jugendschöffengericht deswegen zu zwei Jahren Haft auf Bewährung. Im letzten Moment hatte er ein Geständnis abgelegt.

  • Ein 77-Jähriger hatte die damals siebenjährige Enkelin seiner Lebensgefährtin mehrmals sexuell missbraucht. Außerdem hatte er Kinderpornos auf seinem Rechner gespeichert. Nun verurteilte ihn das Jugendschöffengericht deswegen zu zwei Jahren Haft auf Bewährung. Im letzten Moment hatte er ein Geständnis abgelegt.
    Foto: Archiv
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Als Lebensgefährte der Großmutter war A. der „soziale Opa“ des Mädchens, wie es Richterin Ortrun Jelinek ausdrückte. Als solcher nutzte er die Gelegenheit, dass die Enkelin ab und an bei der Oma oder ihm übernachtete, um sich an ihr zu vergehen. So soll er sie mehrmals an Brust und Geschlecht unsittlich berührt und in einem Fall sogar sich dabei selbst befriedigt haben. Die Großmutter und der Angeklagte lebten nicht zusammen, wodurch das heute 16-jährige Mädchen bei Übernachtungen mit ihm alleine im Haus war.

Da der Missbrauch die Jugendliche nach wie vor massiv belastet, konnte sie nicht vor Gericht aussagen. Somit ersetzte eine Bild- und Tonaufnahme der Vernehmung durch die Polizei vom 3. Dezember 2012 die Aussage.
Obwohl sich der Angeklagte bereits während der Grundschulzeit an dem Mädchen vergangen hatte, erzählte es erst im Herbst des vergangenen Jahres ihrer Mutter davon. Seit Oktober 2012 sitzt A. in Haft. Wie die Mutter berichtete, soll das Verhältnis zwischen ihrer Tochter und dem Angeklagten nie auffällig gewesen sein, sondern immer wie eine Opa-Enkelkind-Beziehung ausgesehen haben.

Nicht geklärt ist, ob A., der insgesamt acht Kinder hat, eine seiner leiblichen Enkelinnen sexuell belästigte. Die Achtjährige wollte der Polizei nichts erzählen. Wie der Beamte berichtete, habe es aber mehrere Andeutungen gegeben. Parallelen zwischen beiden Fällen gibt es: A. soll den Mädchen Spielsachen gekauft und als Gegenleistung die sexuelle Zuneigung erhalten haben. Der Angeklagte schwieg während der Verhandlung und warf nur einmal ein, die Zeugen sollten „nicht alles umdrehen“, und dass seine Verwandten nichts mehr von ihm wissen wollten, „seit er so fertig gemacht worden sei“.

Nach einer Verhandlungspause, als die Beweisaufnahme abgeschlossen war, ließ der Angeklagte seinen Verteidiger eine Erklärung verlesen, in der er zumindest drei Übergriffe einräumte. Es tue ihm leid. Mit dem Geständnis in letzter Sekunde sicherte sich der 77-Jährige das verhältnismäßig milde Urteil. Neben der Bewährungsstrafe wurde ihm zudem jeder weitere Kontakt zu dem Mädchen verboten.
15.09.2013 | 07:18 Uhr - von nr


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