Osram: Es sieht nicht gut aus
Der geplante Stellenabbau könnte die Region schwer treffen
„Mit seiner mehr als 2000-jährigen Geschichte gehört Augsburg zu den ältesten Städten Deutschlands. Hier prägt Osram die Industrietradition seit mehr als 80 Jahren“, heißt es auf der Internetseite von Osram. Das könnte sich schon bald ändern: Noch diese Woche will die Siemens-Tochter bekanntgeben, wo die geplanten 650 Stellen abgebaut werden – und es sieht nicht gut aus für die Werke in Augsburg und Schwabmünchen. Während sich die Werke in Regensburg auf die LED-Technik spezialisiert haben, werden in Eichstätt und in den beiden Niederlassungen in der Region traditionelle Produkte gefertigt. In Augsburg entstehen Leuchtstofflampen, Glasröhren und Spezialmaschinen zur Lampenfertigung. Zudem sind hier das Logistikzentrum und der Forschungs- und Entwicklungsbereich angesiedelt. Augsburg gilt als Nachwuchsschmiede in Deutschland. Insgesamt 1600 Menschen arbeiten bei Osram in der Fuggerstadt. Im Werk in Schwabmünchen entwickeln die rund 400 Mitarbeiter Leuchtstoffe, Wolfram- und Molybdändrähte sowie Elektroden für Speziallampen.
Der Siemens-Konzern hatte Mitte Januar angekündigt, in Deutschland bis 2014 1050 Jobs abzubauen. Der Stellenabbau wird die traditionellen Werke betreffen. Rund 400 Stellen sollen in Berlin gestrichen werden. Am Wochenende hatte die IG Metall angekündigt, dass 400 bis 500 Stellen die Werke in Bayern betreffen werden. „Mehr wissen wir noch nicht“, sagt Gewerkschaftssekretär Robert Amelli. Doch sollte das Unternehmen ganz auf die LED-Technik setzen, sieht es für die Region nicht gut aus, „dann sind wir mit unseren Produkten ein Auslaufmodell“.
In diesen Tagen erfahren die Betriebsräte, welche Standorte betroffen sind. Der Augsburger Betriebsratsvorsitzende Willi Sattler war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.
Es ist nicht das erste Mal, dass die Mitarbeiter von Osram um ihre Arbeitsplätze bangen. Schon im Herbst 2008 befand sich das Unternehmen in der Krise. Damals hatte die Stadt Augsburg mit den Kammern, Vertretern der Geschäftsführung, der Belegschaft und der IG-Metall einen Weg vereinbart, der die Arbeitsplätze in Augsburg und Schwabmünchen langfristig sichern sollte. Schon damals hatte sich der Technologiewandel hin zur LED-Technik abgezeichnet.
„Der Vorstand hat sich damals mehrmals zum Standort bekannt, aber die Ideen wurden – bis auf ein paar Kleinigkeiten – nie umgesetzt“, sagt Amelli. Genau das könnte den Mitarbeitern in Augsburg und Schwabmünchen jetzt zum Verhängnis werden.










