Starke Frauen und wilde Kerle bei Augsburgs Kosaken
Der Polizeibeamte Ulrich Mayr aus Hochzoll führt den Verein „Kosaken Kraj“ seit November 2011
StaZ: Wie kamen Sie zu den Don Kosaken?
Mayr: Bereits 2002 besuchte ich auf der Märchenbühne von Don Bosco im Herrenbach das Stück „Der armselige Wasil“ des damaligen Ensembles „Kranich“. Darin kam ein russisches Hochzeitslied vor, das mich so faszinierte, dass ich mich immer mehr mit der russischen Mentalität befasste. Nach Gründung des Vereins „Kosaken Kraj“ wurde ich im November 2011 zum ersten Vorsitzenden gewählt.
StaZ: Sie sind der einzige Deutsche ohne Migrationshintergrund?
Mayr: So ist es. Unsere Mitglieder sind hauptsächlich Rußlanddeutsche. Die meisten sprechen recht gut deutsch. Ich selbst spreche zwischenzeitlich so viel russisch, dass ich mich mit ihnen tadellos verständigen kann.
StaZ: Was verbindet Sie mit Kosaken Kraj?
Mayr: Wo Worte enden, beginnt Musik. Dies ist das Motto der eingebürgerten Menschen aus der ehemaligen Sowjetunion. Lieder und Melodien verkörpern die russische Seele und die Weite dieses großen eindrucksvollen Landes. Zudem soll das russische und ukrainische Liedgut in den Volks- und Kosakenliedern erhalten werden. Kosaken Kraj ist eine vielfältige Mischung aus mehrstimmig gesungenen Liedern, begleitet von Bajan (Akkordeon), Bass-Balalaika und weiteren rhythmischen Instrumenten Da ist übrigens meine Stellvertreterin Marina Alekseenko aus dem Ural mit deutschen Vorfahren. Die gelernte Musiklehrerin, die hervorragend deutsch spricht, lebt seit 2003 in Augsburg.
StaZ: Welche Hobbys haben Sie sonst noch?
Mayr: Mit der transsibirischen Eisenbahn war ich bereits in Wladiwostok. Vier Wochen war ich mit dem Zug unterwegs, lernte Russen kennen, spielte mit denen Karten, sang und unterhielt mich in russischer Sprache, ein Erlebnis der ganz besonderen Art.
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