WEBCAM   | RSS   | ANZEIGEN   | GESCHÄFTSKUNDEN
 
StadtZeitung Logo

  
Twitter   
Facebook   

Augsburg

Viele Pannen, wenige Unfälle


Beim ADAC herrscht Ausnahmezustand, aber Unfälle verzeichnen Polizei und Rettungsdienste nur wenige.

9000 Anrufe pro Viertelstunde gehen beim ADAC ein. Das Augsburger Verwaltungsgebäude ist wieder beheizbar. Und für obdachlose Menschen werden zusätzliche Notunterkünfte eingerichtet.

  • Viele Pannen, wenige Unfälle Viele Pannen, wenige Unfälle
    Bei der Feuerwehr herrscht Eisalarm: Der Vordere Lech musste vom Eis befreit werden (Bild), in der Dienstagnacht sprengte das THW die Eisdecke der Singold.
    Foto: Berufsfeuerwehr Augsburg
Bild von
In Augsburg sind die Feuerwehren im Dauereinsatz. Durch die Kältewelle drohen Bäche, Flüsse und Kanäle immer wieder zuzufrieren. In der Dienstagnacht musste das THW aufgestautes Eis an der Singold wegsprengen, weil das Wasser drohte, auf die angrenzenden Felder zu laufen.

Schon am Wochenende befreiten die Berufsfeuerwehr und die Freiwilligen Feuerwehren die Singold vom Eis. Am Montag reichten normale Bagger nicht mehr aus: Mit Hilfe von Tauchern sprengte das THW an 20 Stellen gleichzeitig das aufgestaute Eis. Bei einer zweiten Sprengung wurden Äste beseitigt. Erst dann konnte das Wasser weiterfließen bis zur Wertach.

Probleme gab es auch bei einem Wehr in der Innenstadt: An einem kleinen Kraftwerk in der Pfladergasse hatte das Eis die Kanalwände so verengt, dass große Eisschollen den Kanal versperrt hätten. Mit speziellen Eisstangen schlugen die Helfer das festgefrorene Eis von den Betonwänden ab.

Es ist eine Besonderheit von Augsburg, dass die kleinen Kanäle die gesamte Stadt durchziehen. Wegen der Kälte müssen sie nun vom Tiefbauamt ständig kontrolliert werden, ebenso wie Bäche und Flüsse. „Je langsamer das Wasser läuft, desto größer ist die Gefahr, dass es zufriert“, weiß Friedhelm Bechtel, Sprecher der Berufsfeuerwehr.

Für Polizei und Rettungsdienste gibt es trotz Kälte nicht mehr Arbeit als sonst: Polizeisprecher Siegfried Hartmann berichtet von einigen Glatteisunfällen, Günter Gsottberger von der Arbeitsgemeinschaft Augsburger Hilfsorganisationen von einigen Unfällen mit Glatteis, „aber das ist noch nicht gravierend“.

Ausnahmezustand hingegen herrscht beim ADAC. Im Notrufcenter in Landsberg, wo deutschlandweit die Einsätze koordiniert werden, steht das Telefon nicht mehr still. „Wir haben im Durchschnitt 9000 Anrufe pro Viertelstunde“, erzählt Sprecherin Maxi Hartung. Statt der üblichen 1100 bedienen nun 1500 Mitarbeiter die Pannenhotline, wo täglich bis zu 27 133 Menschen Hilfe suchen, weil ihr Auto nicht anspringt, die Batterie zu schwach oder der Diesel gefroren ist. Zu Augsburg hat Hartung keine Zahlen, doch in Süddeutschland musste der ADAC vergangenen Freitag rund 6200 Mal ausrücken. „Ein Toptag“, sagt sie, „das sind 173 Prozent mehr als normal“.

Im Zoo müssen Löwe, Tiger und Mandrill drinnen bleiben – nicht etwa, weil ihnen zu kalt wäre, sondern weil die Wassergräben, die die Gehege voneinander trennen, zugefroren sind. Gute Nachrichten gibt es von der Stadtverwaltung: Im Verwaltungsgebäude II läuft seit Montagabend die Heizung wieder. Probleme gibt es an ganz anderer Stelle: Auf den Augsburger Friedhöfen müssen die Gräber nun mit dem Bohrhammer gegraben werden, erst nach einer etwa 25 Zentimeter dicken gefrorenen Schicht kann der Bagger ran. „Das dauert wesentlich länger“, sagt Helmut Riedl, Abteilungsleiter für das Friedhofswesen.

Und schließlich muss die Stadt auch für jene sorgen, die kein Dach über dem Kopf haben und deshalb der Kälte besonders ausgesetzt sind: die Obdachlosen. In den Unterkünften wurden die Aufnahmemöglichkeiten erweitert, eine hat sogar rund um die Uhr geöffnet. Ordnungsreferent Volker Ullrich appelliert an die Bürger, Obdachlose auf Übernachtungsmöglichkeiten hinzuweisen und sofort zu melden. In den vergangenen Tagen haben viele Menschen warme Kleidung, Decken und Schlafsäcke gespendet.

Doch auch wenn der Stadt kein Wohnungsloser bekannt ist, der bei minus 20 Grad auf der Straße schläft, so weiß Knut Bliesener vom Katholischen Verband für soziale Dienste (SKM) noch von „einer Handvoll“ Menschen, wie er schätzt, die in selbstgebauten Lagern durch den Winter kommen wollen. Die Mitarbeiter des SKM würden sie öfter besuchen. Mit ihnen zu reden sei zwecklos. „Die kennen die Risiken und wollen das so.“

07.02.2012 | 14:57 Uhr - von Annette Liebmann

Facebook     
drucken    dots   versenden  dots   Kontakt




zu diesem Artikel sind keine Beiträge vorhanden

Neuen Kommentar schreiben

Betreff / Kommentartitel:
Kommentartext:

Sie dürfen noch  Zeichen als Text schreiben

 
BITTE MELDEN SIE SICH AN, UM IHREN KOMMENTAR ZU SENDEN.
Für nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken.

Geben Sie bitte folgende Daten ein, um sich zu registrieren und Ihren Kommentar zu speichern.
Wir garantieren Ihnen, dass alle persönlichen Daten nur beim Verlag intern verwendet, und nicht ohne Ihre Zustimmung an Dritte weitergegeben werden!

gewünschter Benutzername:
gewünschtes Passwort:
Wiederholung Passwort:
E-Mail:
Anrede:
Frau Herr  
Vorname:
Nachname:


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:
Wieviel ist 1+1?: 



 
Das könnte Sie auch interessieren
„Wertvolle Helfer“
„Wertvolle Helfer“
Bischof Konrad Zsdarsa hat offenbar zwei Probleme in seinem Bistum: Zum Einen wurden die Laien in die geplante Entwicklung der Diözese nicht eingebunden und fühlen sich übergangen. Zum Anderen ist die Kommunikationsarbeit verheerend. » mehr

Küchenbrand: Mann bewusstlos
Bei einen Küchenbrand am Montagnachmittag im Stadtteil Oberhausen hat die Berufsfeuerwehr einen Mann gerettet. Als die Retter mit schwerem Atemschutz die stark verrauchte Wohnung betraten, lag er bereits bewusstlos auf dem Boden. » mehr

Bischof Konrad Zdarsa
Bistum Augsburg: "Reine Spekulationen"
Das Bistum hat die Gerüchte, Bischof Konrad Zdarsa könnte ins Bistum Dresden-Meißen zurückkehren, als "völlig aus der Luft gegriffen" bezeichnet. » mehr

»Energiewende ohne Schaden meistern«
„Energiewende ohne Schaden meistern“
Die Energiewende ohne Schaden für die Wirtschaft zu meistern, ist für Andreas Kopton, Präsident der Industrie- und Handelskammer (IHK) Schwaben, die größte Herausforderung in den kommenden Jahren. » mehr

Park and ride
Zirkuszelt: Park&Ride auf dem Plärrer eingeschränkt
Das Gastspiel des Circus „Carl Busch“ findet vom 24. Mai bis 4. Juni auf dem Plärrergelände statt. Die Aufbauarbeiten beginnen bereits am 23. Mai. » mehr


TOPAKTUELLE NACHRICHTEN

StadtZeitung WebCam
StadtZeitung WebCam

Zur Großansicht der Webcam bitte auf das Bild klicken!


Anzeige



BILDER DER WOCHE
Wieder im Visier der Fahnder
10 Jahre Legoland
Von wegen Biostadt
Jos Luhukay

AKTUELLES VIDEO
Das aktuelle Video:
Trailer - Lachsfischen im Jemen



TOP 5 ARTIKEL

FRAGE DER WOCHE

Lade TED
 
Ted wird geladen, bitte warten...
 


QUALITÄTSMANAGEMENT
Sollten Sie die StadtZeitung wider Erwarten nicht zuverlässig bekommen, wenden Sie sich bitte an unser Qualitätsmanagement:

STADTZEITUNG
Konrad-Adenauer-Allee 11
86150 Augsburg, Deutschland
Telefon: 08 21 / 50 71 - 703
e-Mail: QM-Vertrieb@stadtzeitung.de
Wir kümmern uns sofort darum!