Ein Platz für Sternenkinder in Westheim

Das Grabdenkmal für Sternenkinder auf dem Friedhof in Westheim. Foto: Stadt Stadtbergen


"Ein Platz für Sternenkinder" wurde auf dem Friedhof in Westheim geschaffen. Doch hinter diesem schönen Namen und Objekt, verbirgt sich eine traurige Bedeutung. So hat der Täfertinger Steinmetzmeister Dominik Faßnacht ein größeres Grabdenkmal gestaltet, an dem Eltern und die Familien um verlorene Kinder trauern können.

"Als Sternenkinder werden in der Literatur und im Internet jene Kinder beschrieben, die tot oder nicht lebensfähig geboren werden" erläutert Faßnacht den Gedanken dahinter. Für das Grabdenkmal hat er vier Säulen kreisförmig angeordnet. Auf der höchsten Säule sitzt ein Bronzeengel. Dies kann sowohl religiös gedeutet werden, gleichzeitig verbirgt sich aber auch der Gedanke dahinter, dass "Sternenkinder" in der Literatur auch "kleine Engel" genannt werden. Die Säulen und das umliegende Pflaster sind kreisförmig angeordnet und sollen Ruhe sowie Zusammengehörigkeit mit dem toten Kind oder anderen Eltern, die das gleiche Schicksal teilen, vermitteln. Mit Blick von oben erkennt man, dass die Säulen ein Kreuz bilden.

In Auftrag gegeben hat das Grabdenkmal die Stadt Neusäß. Zwar gab es bereits schon vorher auf dem Friedhof in Westheim einen Platz, an dem die Eltern um ihre Kinder trauern konnten, doch nachdem im vorderen Teil des Friedhofes Gräber frei geworden waren, ist die Idee entstanden, dort etwas Neues und Angemessenes zu gestalten.

Ein weiteres wichtiges Element des Grabdenkmals sind die Bronzesterne in verschiedenen Größen. Die Eltern können Name und Datum auf einen Stern anbringen und diesen an der gewünschten Stelle platzieren lassen. Hierfür wird nur der Selbstkostenpreis berechnet, die Montage ist kostenlos.

Alle Oberflächen des Grabdenkmals hat Dominik Faßnacht handwerklich bearbeitet. Als Material hat er einen blau-grauen Tittlinger Granit aus dem Bayerischen Wald verwendet. "Dieser zeichnet sich durch seine Beständigkeit, Robustheit und Pflegeleichtigkeit aus", erläutert Faßnacht. Ein weiterer Aspekt bei der Materialwahl war, sicher zu gehen, dass keine Grabsteine aus Kinderarbeit oder ausbeuterischer Arbeit verwendet werden. Ein Kriterium, das am leichtesten zu erfüllen ist, wenn man sich für Naturstein aus Deutschland oder Europa entscheidet.

Zudem war es der Stadtverwaltung wichtig, mit dem Denkmal einen Platz zu schaffen, der Eltern in ihrer Trauer Kraft geben soll und an dem sie ihrer Kinder gedenken können. Dies hat Dominik Faßnacht umgesetzt. (pm)
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