Friedensnacht Neusäß

Von der Gedenkfeier auf dem Kirchenvorplatz der St. Ägidiuskirche aus wurden die Friedenslichter in Laternen zusammen mit den Trauerkränzen in die einzelnen Stadtteile zu den dortigen Feiern gebracht. Foto: Jutta Kaiser-Wiatrek


Auch wenn die schreckliche Zeit schon viele Jahre zurückliegt, darf man die Opfer der Toten der beiden Weltkriege nicht in Vergessenheit geraten lassen. Zum Gedenken an die Gefallenen der Weltkriege und als Mahnung, es nicht noch einmal so weit kommen zu lassen, wird alljährlich am zweiten Sonntag des Novembers der Volkstrauertag begangen.

Seit acht Jahren begeht die Stadt Neusäß diesen Gedenktag mit einer Friedensnacht mit Gottesdienst und verschiedenen Programmpunkten, die sich über das Stadtgebiet verteilen. Gedacht wurde in diesem Jahr nicht nur der gefallenen Soldaten und der Opfer der Weltkriege, sondern gleichzeitig der Opfer jüngerer Gewaltdelikte und der Menschen, die ihr Leben im Einsatz für ihre Mitbürger lassen mussten. Der Gedenkgottesdienst wurde in der Kirche St. Ägidius abgehalten. Im Rahmen dieses Gottesdienstes wurden auch die Friedenslichter für die einzelnen Stadtteile entzündet, die dann in einer Laterne zusammen mit den Trauerkränzen zu den Feiern vor den Kriegerdenkmälern der einzelnen Stadtteile gebracht wurden. Pfarrer Dr. Markus Schrom hielt die Predigt, die sich, wie auch die Gedenkrede des Ersten Bürgermeisters Richard Greiner mit dem Thema "Toleranz" beschäftigte, Pfarrerin Bettina Böhmer-Lamey feierte die Liturgie.

"Toleranz ist ein hohes Gut, sie ist die höchste Ausdrucksform friedlichen Zusammenlebens, sie ist die Errungenschaft zivilisierter Völker", so Greiner. Er wies darauf hin, dass Toleranz aber erworben und aufs Neue täglich geübt werden muss. Deshalb rief er die zahlreichen Teilnehmer an der Feierstunde auf, Toleranz und Respekt im Umgang miteinander walten zu lassen und die Freiheit Andersdenkender zu achten. Im Anschluss an die Gedenkfeier auf dem Kirchenvorplatz fanden explizite Feiern mit Ansprachen und Niederlegen der Trauerkränze bei den Kriegerdenkmälern der einzelnen Stadtteile statt. Die Freiwillige Feuerwehr Hammel und die Reservisten- und Soldatenkameradschaft Hammel, die Soldatenkameradschaft Täfertingen und die Täfertinger Ortsvereine hatten wieder jeweils einen Fackelzug durch ihren Ortsteil organisiert.

Im Rahmen der Friedensnacht konnten die Neusässer Bürger auch andere Veranstaltungen besuchen. So luden Pfarrer Christian Agnethler und der Gospelchor in die evangelische Emmauskirche. Dort konnten die Besucher unter dem Motto "Texte und Töne" Texte zum Thema "Frieden" hören. Zum Taizégebet öffnete Pfarrer Karl Freihalter die Kirche St. Stephan in Hainhofen in den Abendstunden.

Ziel der "Neusässer Friedensnacht" war, das Bewusstsein für den Volkstrauertag und die Forderung nach Frieden in der Bevölkerung sowie das gemeinschaftliche und generationsübergreifende Gedenken zu stärken. Deshalb bat auch der Leiter des Jugendkulturhauses Stereoton, Markus Bzduch, am extra dafür entzündeten Friedensfeuer auf dem Freigelände die anwesenden Jugendlichen zu einer Gedenkminute. (Jutta Kaiser-Wiatrek )
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