Glyphosat auf Friedhöfen: EU-Verordnung stellt Neusäß vor Probleme

Viele Friedhofsbesucher in Neusäß stört das Unkraut, das auf den gekiesten Wegen wächst. Foto: Jutta Kaiser-Wiatrek
Als heikles Thema bezeichnet der Bürgermeister der Stadt Neusäß, Richard Greiner, den Kampf gegen das Unkraut auf den Gehwegen der Neusässer Friedhöfe. Konnte dieses bisher ganz gut durch das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat im Griff gehalten werden, so stellen inzwischen zuwuchernde Friedhofswege die Stadt durch eine neue Verordnung der EU vor Probleme.

Laut dieser Verordnung ist der Einsatz von Glyphosat zwar auf land- und forstwirtschaftlichen sowie gärtnerisch genutzten Flächen weiter erlaubt, auf Friedhöfen darf das Mittel aber nicht mehr eingesetzt werden. Andere wirksame Möglichkeiten, dem Unkraut habhaft zu werden, gebe es aber kaum.

Die Mitarbeiter des Bauhofs, die seit einigen Jahren wieder für die Pflege der städtischen Friedhöfe in Neusäß verantwortlich sind, stehen damit vor einem großen Problem, denn viele Friedhofsbesucher stören sich an den mit Unkraut überwachsenen Kieswegen.

Nun wird experimentiert, so Greiner. Klar wurde dabei, dass für jeden Friedhof ein eigenes Pflegekonzept erforderlich sein werde. Auf dem Friedhof in Täfertingen habe man auf dem fast kreisförmig angelegten Hauptweg ein Wegepflegegerät getestet. Dadurch, so Greiner, werde aber der Boden aufgelockert und somit für Rollator- und Rollstuhlfahrer schwieriger zu befahren. Getestet wurden neben der mechanischen Entfernung des Unkrauts, die Entfernung mittels eines Heißschaums oder durch Besprühen mit 98 Grad heißem Wasser. Diese Methoden haben sich nicht als dauerhaft herausgestellt, bestätigt der Bürgermeister.

Im Friedhof des Stadtteils Westheim wurde auch ohne Erfolg versucht, mit Heißschaum das Unkraut zu bekämpfen. Die dafür nötige Maschine sei zudem noch nicht ausgereift und vor allem mit hohen Kosten von 50.000 Euro verbunden.

In den Neusässer Parkanlagen ist das Problem wesentlich geringer. "Hier sind die Wege mit Asphalt befestigt", erklärte Greiner. Dies sei aber keine Alternative. "Wenn neu ausgehobene Gräber direkt am Weg sich setzen, würde auch der asphaltierte Weg in Mitleidenschaft gezogen." Dem Bürgermeister ist klar, dass hier die "Superlösung" noch nicht gefunden sei. "Jeder probiert zur Zeit auf seine Weise", wies Greiner daraufhin, dass alle Kommunen gerade mit dem gleichen Problem kämpfen. Der Bürgermeister will das Problem auch in den nächsten Bürgerversammlungen ansprechen und bei den Bürgern um Verständnis werben. (Jutta Kaiser-Wiatrek)
0
1 Kommentar
6
Roberta Orlek aus Augsburg - City | 15.11.2016 | 22:32  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.