Großbaustelle Westheim: An der Bahnlinie wird Tag und Nacht gebuddelt

Der Zugang zu Gleis eins in Diedorf ist gesperrt. Die Züge fahren auch hier bereits eingleisig. Nicht weit entfernt vom Bahnhof Diedorf, kurz vor dem Neusässer Stadtteil Vogelsang, wird derzeit ein Durchlass unter dem Gleisbett erneuert. Foto: Kaiser-Wiatrek


Die Bahnstrecke zwischen Ulm und Augsburg ist auf der Teilstrecke zwischen Freihalden und Westheim derzeit Großbaustelle. Auf drei Abschnitten werden mehr als 20 Kilometer Schienen ausgebaut und durch neue ersetzt, tausende Tonnen von Schotter ausgewechselt sowie neue Schwellen gesetzt. Betroffen sind ein etwa fünf Kilometer langer Abschnitt zwischen Freihalden und Dinkelscherben, sowie zwei insgesamt sechseinhalb Kilometer lange Abschnitte zwischen Dinkelscherben und Gessertshausen.

Eine weitere Baumaßnahme auf vier Kilometern Länge findet im Gleisbett von Gessertshausen nach Westheim statt. Zwischen Neusäß und Freihalden fahren die Züge deshalb in den kommenden Wochen nur auf einem der beiden Gleise, während auf dem anderen die Erneuerungsarbeiten vonstatten gehen. An den Baustrecken wird derzeit Tag und Nacht gearbeitet. Damit sind die Anwohner unausweichlich Unannehmlichkeiten wie Lärm- und Staubbelästigungen ausgesetzt. Dazu müssen die Gleisarbeiter vor den auf dem Nebengleis vorüber fahrenden regulären Zügen gewarnt werden. Somit ertönt ein akustisches Warnsignal, das um einiges lauter sein muss, als der Lärm der Bauarbeiten.

Die Gleisarbeiten sind aufgrund der hohen Kapazitätsauslastung und der Aufrechterhaltung der Streckenverfügbarkeit notwendig. Neben den Gleisen sollen streckenweise die Oberleitungen erneuert werden. Zwischen Westheim und Dinkelscherben werden sechs Durchlässe unter dem Gleisbett erneuert, die der Entwässerung der Anlage dienen. Eine dieser Maßnahmen findet derzeit auf der Höhe zwischen dem Wertstoffhof Diedorf und Vogelsang statt. Für die Kosten für diese Investition in Höhe von 8,3 Millionen Euro greift die Bahn tief in die Tasche.

Die eingleisige Sperrung der vielbefahrenen Bahnlinie zieht für die Fahrgäste einige Unannehmlichkeiten in Form von Fahrplanänderungen und Zugausfällen zwischen Ulm und Augsburg nach sich. So fahren beispielsweise Regionalzüge, welche aus Augsburg kommen, nur bis Westheim, aus der Gegenrichtung von Ulm kommend nur bis Dinkelscherben. Die Züge welche zwischen Ulm und Dinkelscherben verkehren, starten in Ulm etwa 35 Minuten früher. Fernverkehrszüge werden zwischen Ulm/Günzburg umgeleitet. Auch die Fahrtzeit Richtung München dauert derzeit um etwa 35 Minuten länger. In München fahren die Züge 35 Minuten früher, ab Ulm fahren sie dann wieder im gewohnten Fahrplan.

Die Bahnkunden stören sich an den viel früheren Abfahrtszeiten der Züge. Beklagt werden auch massive Verspätungen, die dann dazu führen, dass der Anschlusszug in Augsburg verpasst würde. (Jutta Kaiser-Wiatrek )
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