Im neuen Beruflichen Schulzentrum in Neusäß „lässt es sich gut lehren und lernen“

Ausgelassene Stimmung: Landrat Martin Sailer und Schulleiter Jürgen Wunderlich geleiteten Kultusminister Dr. Ludwig Spänle zur Einweihungsfeier der Beruflichen Schulen Neusäß. Foto: Jutta Kaiser-Wiatrek


Bester Laune waren Gastgeber wie Gäste beim Festakt für die offizielle Einweihung des neuen Beruflichen Bildungszentrums in Neusäß, dessen Zusammensetzung mit Berufsschule, Berufsfachschule, Fachoberschule und Berufsoberschule bayernweit einzigartig ist.

Was Rang und Namen hatte war gekommen, selbst Kultusminister Dr. Ludwig Spänle kam, um persönlich zu gratulieren. Spänle sprach von einem Wunder, das in Neusäß entstanden sei und davon, dass dies wohl "eine der größten Freuden für ihn in diesem Jahr sei". Allein die Vollendung des hellen, freundlichen Schulgebäudes sei es aber nicht, die den Kultusminister so schwärmen ließ. Er sehe in der Arbeit der Beruflichen Schulen unter Schulleiter Jürgen Wunderlich vor allem einen wichtigen Faktor um Integration von Flüchtlingen zu erleichtern. Willkommenspolitik werde in den Berufsschulen gelebt, erklärte er und sprach das Konzept der Integrationsklassen an, das jungen Flüchtlingen auf Schule und Berufsleben in Deutschland vorbereitet und in Neusäß maßgeblich mitentwickelt wurde. Die Beruflichen Schulen hätten hier eine Leistung erbracht, wie kaum ein anderer Bereich. Aus dem Stand wurden zehn, zwölf, 20 Klassen nach dem Modell der beruflichen Integrationsklasse eingerichtet. Die Lehrer seien von einem Tag auf den anderen vor völlig neuen Aufgaben gestanden und haben die große Herausforderung mit hohem Engagement angepackt.

Spänle erklärte, dass die duale Bildung Bildungschancen eröffne, wie kaum eine andere. Inzwischen kämen bis zu 50 Prozent aller jungen Menschen mit Zugangsberechtigung zu den Hochschulen aus dem Bereich der Beruflichen Schulen oder direkt aus den Berufen. Mit seinem breiten Spektrum von berufsvorbereitenden Klassen bis hin zur allgemeinen Hochschulreife böten berufliche Schulen Bildungsgerechtigkeit in besonderem Maße.

"Hier lässt es sich gut lehren und lernen", erklärte Landrat Martin Sailer, der bereits im Jahr 2010 Schulleiter Wunderlich in einer Glückwunschkarte versprach "die Bagger kommen bald". Doch mit dem Bau wurde dann erst im Frühjahr 2015 begonnen.

Schulleiter Jürgen Wunderlich sprach von einem Freudentag, seine Schule sei nun für Herausforderungen wie Digitalisierung und Inklusion bestens gerüstet. Es sei nun Raum geschaffen für die berufliche Bildung auf der Höhe der Zeit.

Der Neusässer Bürgermeister Richard Greiner freute sich über einen Schulstandort von allergrößter Bedeutung, der vielen Schülern aus Neusäß und der Region die Möglichkeit einer exzellenten beruflichen Qualifizierung biete: "Der Landkreis hat hier ein vorbildliches Schulgebäude und aus städtebaulichem Aspekt einen hochattraktiven Blickfang geschaffen".

Ergriffen vom festlichen Rahmen der Eröffnungsfeier zeigte sich Architekt Manfred Felix vom Architekturbüro Felix und Jonas aus München. Für ihn war es eine besondere Herausforderung bei diesem Projekt die Anforderungen der verschiedenen Fachrichtungen "von Schlepperhalle bis Wickeltisch" zu verwirklichen. (Jutta Kaiser-Wiatrek )
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