Neusäß, so wie's früher war

Das Titelbild der Ortschronik Alt-Neusäß ist bereits fertig. Foto: Jutta Kaiser Wiatrek


"Wir haben sehr gute Erfahrungen gemacht mit den Publikationen der Ortsgeschichtlichen Arbeitskreise", freut sich der Erste Bürgermeister der Stadt Neusäß, Richard Greiner nach Chroniken über die Ortsteile Steppach und Westheim nun auf einen Bildband über Alt-Neusäß.

Die bereits erschienenen Bände wurden sehr hochwertig publiziert, was zu einem großen Publikumszuspruch geführt hatte. Daran anknüpfen will nun Robert Potsch, seit sieben Jahren mit seinen ehrenamtlichen Mitarbeitern an dem geschichtlichen Buch arbeitet und seit Anfang des Jahres die Leitung des Projekts übernommen hat. Dabei erhält er Unterstützung von Udo Gruber, Wolfgang Mayer und Herbert Kolb, die bereits Erfahrungen mit den ersten beiden Bänden gesammelt haben. Seit sieben Jahren beschäftigen sie sich intensiv damit, Fotos, Ansichtskarten, alte Landkarten und nicht zuletzt Begebenheiten aus vergangenen Zeiten aufzuspüren. Dabei haben Gruber, Mayer und Kolb als alte Schulkameraden schon Kindheit und Jugend miteinander verbracht und damit gemeinsam ein Stück Neusässer Vergangenheit persönlich erlebt.

"Der Grundgedanke war, alte Bilder und Dokumente von alteingesessenen Neusässer Familien für die Zukunft zu erhalten, bevor die Jugend alle Bilder wegwirft", so Potsch. Interessantes erfahren die Forscher vor allem in persönlichen Gesprächen und wenn dazu auch noch passende Unterlagen erhalten sind, umso besser. Dabei haben die Heimatgeschichtsforscher tolle Sachen ausgegraben und Potschs Büro steht voll von Akten.

"Gerade war ich bei der Firma Keimfarben, die zwar inzwischen nach Diedorf gezogen ist, aber eine der ältesten Firmen von Neusäß ist und habe von dort schöne alte Unterlagen mitgebracht", berichtet er direkt von seiner Arbeit. Wie bei den bisherigen Projekten wird auch dieser Band anhand von überraschenden Bildern, Dokumenten, Luftaufnahmen und Dokumentationen einen umfassenden Eindruck von der Entwicklung von Alt-Neusäß geben. Vor allem Luftaufnahmen sind immer sehr interessant. "Eine Luftaufnahme aus dem Jahr 1945 zeigt Neusäß als winziges Dorf mit nur wenigen Häusern", so Potsch. Heute kaum mehr vorstellbar. Die Themen sind äußerst vielfältig und erzählen von der Entwicklung der Kirchen, von der Notkirche zur Ägidiuskirche und der Entstehung der Kirche Thomas Morus sowie der evangelischen Kirchen bis hin zum langjährigen Pfarrer Ludwig Tausend und Pfarrer Hermann Ehle, dem einzigen Pfarrer, der in der Ägidiuskirche seine Primiz feierte.

Einen großen Teil des geschichtlichen Werks nimmt die Geschichte der Vereine wie des Turn- und Sportvereins, der Freiwilligen Feuerwehr, des Männergesangsvereins und des Gartenbauvereins ein. Eine ganze Liste liegt auch mit den verschiedenen Neusässer Firmen und den Schulen von den Grundschulen bis hin zur Staatlichen Realschule und der Landwirtschaftlichen Berufsschule vor. Selbstverständlich werden aber auch die Kommunalpolitiker nicht vergessen.

Ein Kapitel widmet sich den alten Bürgermeistern und den Stadträten, ein weiteres öffentlichen Einrichtungen wie dem Neusässer Friedhof, Bauhof, Kläranlage, Kanalisation. Nicht vergessen wird auch der ehemalige Dorfweiher, den es längst nicht mehr gibt. Es ist ein unheimlich weites Gebiet, das abgedeckt wird. Erzählt wird auch vom ersten Rundfunksender, den Jugendliche betrieben haben und von dem Neusässer, der das Fliegen probierte wie der Schneider von Ulm. Sogar Flugzeuge wurden in der heutigen Stadt Neusäß in früheren Zeiten gebaut.

Bürgermeister Greiner jedenfalls freut sich auf einen weiteren Band zur Lokalgeschichte nach dem Vorbild der anderen. Die Stadt Neusäß hat sich entschlossen, die Herstellung des Buches vorzufinanzieren und hat 120 00 Euro bereitgestellt.

"Das Buch refinanziert sich durch den Verkauf. Das hat in Steppach und Westheim bestens funktioniert, dass sich dieses beachtliche ehrenamtliche Werk selbst getragen hat", so Greiner. Der Band Alt-Neusäß soll im Herbst 2017 erscheinen. (Jutta Kaiser-Wiatrek )
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