Sparen lernen mit Energiespardorf


Die Schüler der Klasse 10d des Justus-von-Liebig Gymnasiums sitzen im Halbkreis um ein Brett, auf dem verschiedene kleine Holzhäuser zu einem Dorf aufgebaut sind. Folkart Glaser, Referent für den Bund Naturschutz und ehemaliger Schulleiter des Gymnasiums Türkheim, weiß schnell die jungen Leute in seinen Bann zu ziehen. Richtig interessant wird es für sie allerdings erst, als sie selbst ans Brett treten und handeln dürfen.

Bei dem Energiespardorf handelt es sich um ein reales Modell eines Dorfes, bei dem verschiedene Energieerzeugungsmaßnahmen und Energieverbrauchssituationen simuliert werden können. Energieverbraucher wie Kühlschrank, Computer und Beleuchtung sollen von den Schülern in die Häuser eingebaut werden, um anschließend deren Auswirkungen real zu messen und die Wirkung auf den Klimaschutz des Dorfes zu testen. Dazu ist jedes der Häuschen an das Stromnetz angeschlossen. Sie sind des Weiteren mit Anschlüssen ausgestattet, an welchen die Schüler Stecker mit der Aufschrift eines Haushaltsgerätes einstecken können. Diese sind somit für den Stromverbrauch in den einzelnen Häusern verantwortlich.

Die Schüler dürfen aus verschiedenen Stromversorgern wie Atomkraftwerken, Windanlagen, Photovoltaik- oder Biogasanlagen die ihrer Meinung nach für das Klimadorf am besten geeigneten auswählen. Gleichzeitig können die Schüler auf einer Leinwand den Stromverbrauch sowie bestimmte Veränderungen durch ihr Handeln beobachten. Auch der Einfluss von CO2-Emissionen, von Sonne und Wind kann in das Spiel mit einbezogen werden.

Mit Hilfe des Modells können komplexe Zusammenhänge und Folgen nachvollziehbar aufgezeigt werden. Die Simulation im Energiespardorf zeigt den Schülern schnell, dass das Handeln eines Einzelnen nur geringe Auswirkungen hat. Ein abgestimmtes Handeln aller Beteiligten dagegen das Ziel Energie zu sparen, schnell in die Nähe rückt. Im Klimadorf übernehmen die Schüler deshalb Rollen wie Bürgermeister, Gemeinderäte, Bauern, Kraftwerkbetreiber und Handwerker und können damit eigene Ideen einfließen lassen. Alle Entscheidungen müssen demokratisch getroffen werden.

Diese Erfahrungen lassen den Schülern bewusst werden, dass sie im eigenen Alltag Änderungen herbeiführen können und gleichzeitig als Multiplikator andere von diesen Ideen überzeugen können. (Jutta Kaiser-Wiatrek )
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