Baden in der Schmutter bei Neusäß nur auf eigene Gefahr

Auf der Hauserinsel sollen im Sommer Neusässer Bürger problemlos direkt vor ihrer Haustüre in die kühle Schmutter tauchen können. Möglich machen dies Steinstufen als Einstiegshilfen. Foto: Jutta Kaiser-Wiatrek

Den Wunsch, an heißen Sommertagen direkt vor Ort in der sich durch die Stadt schlängelnde Schmutter zu baden, hegen Neusässer Bürger schon lange. Einen Badeplatz, zu Fuß gut zu erreichen oder mit dem Fahrrad, das wäre ein Traum. Möglich wäre dies im Bereich der Hauserinsel im Stadtteil Ottmarshausen. Die Stadt ist deshalb der Sache nachgegangen und besprach sich mit den verantwortlichen Fachbüros. Dabei haben sich vielfältige Stolpersteine aufgetan.

Ein Ausbaggern der Schmutter an der gewünschten Stelle ist zwar möglich, sei aber laut Wasserwirtschaftsamt in der Tiefe zu beschränken. "Damit ist die Badestelle in der Schmutter, die langsam fließt aber schnell wieder verschlammt, für Badefreunde nicht mehr attraktiv", erklärte dazu Bürgermeister Richard Greiner.

Kosten und Naturschutz sprechen gegen Badestelle

Selbst das Ausbaggern berge Probleme, da ein Bagger dafür in den Fluss fahren können muss. Um überhaupt dorthin zu gelangen, wäre es des Weiteren notwendig, die Zufahrt zu befestigen, was wiederum mit Kosten verbunden wäre. Zudem konkurrieren alle diese Maßnahmen mit der Natur, da sich in diesem Gebiet zudem Ausgleichsflächen sowie ökologische Flächen befinden, welche nicht beeinträchtigt werden dürfen.

Nach Auskunft des Gesundheitsamts sind nach der EU-Badegewässerrichtlinie zwingend regelmäßige mikrobiologische Untersuchungen im Bereich von Badestellen erforderlich. Grundsätzlich rät auch das Bundesumweltamt ab, Flüsse zu Badegewässern zu erklären, da es gesundheitliche Risiken durch Einleitungen aus Kläranlagen sähe und mit Wechselwirkungen aus der Landwirtschaft rechne. Insgesamt werden mit der Errichtung einer öffentlichen Badestelle erhebliche Verantwortlichkeiten aufgebaut. Die letztendliche Lösung kann nur der Verzicht auf einen öffentlichen Badeplatz sein.

Kompromiss: Stufen in die Schmutter und wenig Gestrüpp

Schilder an besagter Stelle weisen auf "Baden auf eigene Gefahr hin". "Ortskundige wissen, wo sie hingehen können, um sich in der Schmutter zu erfrischen", ist sich der Bürgermeister sicher. Dennoch will die Stadt den Badefans, die kühle Erfrischung an heißen Sommertagen gleich vor der Haustüre suchen, entgegenkommen: Eine Einstiegshilfe mittels Steinstufen soll geschaffen werden. "Damit sich die Bürger nicht hinein quälen müssen soll eine treppenartige Einstiegshilfe aus Steinblöcken angebracht werden, des Weiteren soll der Bauhof den Badeplatz in ihre regelmäßigen Pflegemaßnahmen aufnehmen und diesen von Bewuchs freihalten. Somit können Neusässer schon in diesem Sommer wieder nicht nur die Beine in der Schmutter baumeln lassen, sondern auch untertauchen. Der Eingriff in die Natur werde dabei so gering als möglich gehalten.
(Jutta Kaiser-Wiatrek)
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