Das alte Neusässer Rathaus - heute noch Baustelle

Noch ist im Inneren des Alten Rathauses eine reine Baustelle. Das Bild zeigt das Treppenhaus. Hier war die Frage aufgekommen, ob die Verglasung, die in den 50er Jahren eine architektonische Besonderheit darstellte, anders gestaltet werden sollte. Die Mitglieder des Stadtrats entschieden sich aber letztendlich dafür die Fassade so zu belassen. Foto: Stadt Neusäß


1957 wurde das Alte Rathaus in der Bürgermeister-Kaifer-Straße in Neusäß erbaut und bestand seitdem in seinem Urzustand. Selbst die Toiletten waren noch aus dem Baujahr. Zeit also für die Stadt Neusäß auch dieses Gebäude dringend auf Vordermann zu bringen, insbesondere, da das Gebäude zusammen mit der benachbarten Ägidiusschule und der Ägidiuskirche eine Einheit von besonderem baulichen Reiz bietet. Nach dem Bau des neuen Rathauses in den 80er Jahren fanden verschiedene Nutzer wie die Musikschule, die Volkshochschule, das Freiwilligen Zentrum, der ACO und die Ökumenische Sozialstation Neusäß-Diedorf-Dietkirch dort eine Heimat und das Haus war somit weiterhin ein gefragter Anlaufpunkt für die Bürger.

Anfang dieses Jahres wurde nun mit den umfassenden Sanierungsarbeiten begonnen. Wichtig waren vor allem energetische Maßnahmen wie der Einbau neuer Fenster und Türen sowie eine brandtechnische Aufrüstung. Des Weiteren wurden die oberste Geschossdecke sowie die Decke über dem Kellergeschoss gedämmt. Erneuert werden musste zudem die Fernwärmeleitung des daneben liegenden Schulgebäudes, da das Alte Rathaus mit seinem Heizungssystem an die Heizung der Schule angeschlossen ist. Ebenfalls neu sind die Elektro-, Heizungs- und Sanitäranlagen, sowie eine zentrale Lüftung für die Sanitärräume. Für Gehbehinderte wird das Alte Rathaus künftig am Haupteingang barrierefrei über eine Rampe zu erreichen sein. Wichtig war der Einbau eines Aufzugs.

Die Sanierungsarbeiten sollen bis September beendet sein, die Außenanlagen, so ist geplant, werden Mitte bis Ende Oktober fertiggestellt sein. Hier wird es eine Neuregelung der Stellplätze geben. Die Fahrzeuge des Freiwilligen Zentrums sollen nicht, wie bisher, weiter vor dem Haus stehen. Für Besucher wird es Parkplätze seitlich des Gebäudes geben. Wichtig war es der Stadt, die Charakteristik und architektonische Besonderheit des Gebäudes zu erhalten. So bleiben die Einbauschränke aus Holz und die Türrahmen aus marmorierten Steinfließen bestehen.

"Das Alte Rathaus ist eng mit der Historie in Alt-Neusäß verknüpft", erklärte der erste Bürgermeister der Stadt Neusäß, Richard Greiner. Viele, so erklärte er, verbinden mit dem Gebäude noch eine Geschichte, andere haben hier sogar noch geheiratet. Nach der Sanierung werden das Freiwilligen-Zentrum Neusäß (FuN) und die Ökumenische Sozialstation Neusäß-Diedorf-Dietkirch, die beide bereits vorher im Alten Rathaus beheimatet waren, wieder zurückkehren. Auch die Volkshochschule wird den Veranstaltungsraum im ersten Stock wie bisher für verschiedene Veranstaltungen und Kurse nutzen, der komplett neu ausgestattet wird. Der ACO, bisher im Untergeschoss des Alten Rathauses untergebracht, wird bis auf weiteres an seinem neuen Standort in der Siemensstraße bleiben. Neu dazu kommt eine Familienstation, die Kinder, Jugendliche und FamilienHilfestellung geben will. In dem sanierten Alten Rathaus soll somit künftig ein sozialer Knotenpunkt im Herzen von Neusäß für Beratung, Begegnung, Unterstützung und Bildung geschaffen werden. Insgesamt sollen zwischen den verschiedenen Nutzern des Hauses Synergieeffekte gebildet werden und der Standort als Begegnungszentrum und Haus für soziale Angebote weiter heraus gebildet werden. Die Sanierung kostet rund 1,5 Millionen Euro. (Jutta Kaiser-Wiatrek )
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