Linie 5: Warum ein Straßenbahnfahrer vor einer Tram durch Neusäß warnt

Bis wohin werden die Gleise der Linie 5 verlaufen? Die Stadt Neusäß hat Bedenken, dass die Tram-Trasse über das Klinikum hinaus Sinn ergibt. Foto: J. Funk


Eigentlich sollte es auf der Bürgerversammlung für die Stadtteile Ottmarshausen und Hammel um deren ganz spezielle Belange gehen. Dann meldete sich ein Ottmarshauser zu einem ganz anderen Thema zu Wort.

Er warnte eindringlich vor der Einrichtung einer möglichen Straßenbahntrasse. Der Mann outete sich selbst als Straßenbahnführer, wisse also, wovon er spricht. Neusäß sei hierfür nicht geeignet, sagte er. Bereits jetzt seien die Straßen untertags so dicht, dass es zu Verspätungen käme, argumentierte er. Neusäß solle hier kein Geld rausschmeißen, warnte der Tramfahrer - und er blieb mit seiner Kritik nicht alleine.

Bürgermeister Richard Greiner griff das Thema auf und erzählte, dass einige Stadträte mit der Linie 2 eine Probefahrt außerhalb der Stoßzeiten gemacht und 40 Minuten bis in die Stadt gebraucht hätten. Mit der Bahn gelange man in zehn Minuten dorthin. Ob die Straßenbahn somit eine attraktive Alternative ist, sei sehr kritisch zu hinterfragen, hielt Greiner fest.

Die Straßenbahnlinie 5 soll den Hauptbahnhof über die Ackermannstraße mit dem Klinikum verbinden. Dort soll sie entweder in einer Wendeschleife retour geschickt werden oder bis nach Neusäß weiterfahren - möglicherweise sogar bis zum Thermalbad Titania. Im März wird voraussichtlich das Planfeststellungsverfahren eingereicht. (jkw)
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