Straßenbahn bis Neusäß zum Titania

Noch führt die Straßenbahnlinie 2 zum Klinikum und führt vom P&R-Platz beim Handwerkermarkt wieder zurück in die Augsburger Innenstadt. Jetzt gibt es Überlegungen, die neu zu bauende Straßenbahntrasse der Linie 5 weiter durch Neusäß bis zum Titania zu führen. Foto: Jutta Kaiser-Wiatrek


Bereits im Jahr 1999 hat die Stadt Neusäß eigene Planungen für eine Anbindung des Stadtgebiets an das Augsburger Straßenbahnsystem durchgeführt. Damals wurde dieses Konzept den Stadtwerken mit der Bitte um Berücksichtigung bei deren weiteren Planungen zur Verfügung gestellt. Auch die Grünen prüften vor einigen Jahren erneut mögliche Chancen für Neusäß durch die neue Straßenbahnlinie, die in der ursprünglichen Planung auf schnellstem Weg vom Hauptbahnhof zum Zentralklinikum führen sollte. Damals konzentrierten sich die Überlegungen auf die Wendeschleife, die derzeit um den ehemaligen Hubschrauberlandeplatz des Zentralklinikums geplant war. Diese sollte, so wurde überlegt, an geeigneter Stelle um das Bezirkskrankenhaus herum realisiert werden, da dann die Linie 5 auch für die Bewohner der Wohngebiete nördlich der Westheimer Straße eine gute Alternative sein könnte, um schnell in die Stadt zu kommen.

Der Erste Bürgermeister der Stadt Neusäß wollte nichts verpassen und lud deshalb Stadtwerkchef Walter Casazza und den Leiter der Verkehrsplanung, Robert Underberg, ein, den Stadtrat über den derzeitigen Sachstand zu informieren. Deren Vorschlag ging aber weit über das Angedachte hinaus. Nach Ansicht der Stadtwerke sollte die neue Linie 5 oder die Linie 2 durch Neusäß bis hin zum Titania verlängert werden. Ihrer Meinung nach könnte eine Straßenbahntrasse von der Westheimer Straße weiter quer durch Neusäß geführt werden und über den Weldenbahnradweg und Lohwald oder über die Hauptstraße zum Haltestellenendpunkt Titania geführt werden.

Bei der anschließenden Diskussion wurde deutlich, dass eine Verlängerung der bereits existierenden Linie 2 nach Neusäß unattraktiv erscheine. Die Fahrtzeit bis ins Augsburger Stadtzentrum sei sehr lang und verlaufe umständlich durch das Domviertel. "Prüfenswert erscheint aber die Verlängerung der neu geplanten Linie 5 über die jetzt vorgesehene Wendeschleife auf dem ehemaligen Hubschrauberlandeplatz am Klinikum Richtung Westheimer Straße und gegebenenfalls weiter ins Neusäßer Stadtgebiet hinein", so Greiner. Dazu bedürfe es aber der Klärung einer Reihe von Fragen, um zu entscheiden, ob die Einbindung des Neusäßer Stadtgebiets in das Augsburger Tramsystem wirklich Sinn habe. Zu prüfen sei dabei die bautechnische Realisierbarkeit einer verlängerten Trasse beziehungsweise ob der Anbau West und die Parkanlagen am Klinikumsgebäude eine verlängerte Trassenführung Richtung Westheimer Straße überhaupt zulassen, inwieweit die Straßenquerschnitte auf Neusäßer Flur eine Trambahntrasse aufnehmen können und welche Auswirkungen auf die Wohnquartiere zu erwarten sind. Weiter sei die Frage der Höhe der Förderung, der Entstehungskosten und vor allem die Folgekosten für den Betrieb zu klären sowie die zu erwartenden Fahrgastanzahlen und ob es zu Zielkonflikten mit dem bestehenden Bahnhaltepunkten in Neusäß gibt. Die Stadtwerke wollen diese Fragen in ihre weiteren Überlegungen einbeziehen.

Grundsätzlich offen und interessiert an einer Verlängerung der Straßenbahntrasse, auch nur bis zur Westheimer Straße, ist die SPD. "Dieses Vorhaben ist zu unterstützen, da es den Standort stärkt", erklärte der Fraktionsvorsitzende Christian Rindsfüßer. Weniger begeistert äußerte sich die Fraktionsvorsitzende der CSU Karin Zimmermann. Die Verlängerung der Linie 2 hält sie für unattraktiv, da die Fahrzeit ins Zentrum zu lange dauern würde. "Die Linie 5 mit einer Wendeschleife an der Westheimer Straße hätten wir sehr begrüßt, diese Variante ist allerdings seitens der Verantwortlichen der Stadtwerke wegen der Kosten als eher negativ angesehen werden. Eine Weiterführung der Linie 5 auf Neusäßer Flur erscheint uns prüfenswert. (Jutta Kaiser-Wiatrek )
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