Natürliche Lehmputze sind auf dem Vormarsch


Dass Lehmputze für eine breite Fachschaft an Verarbeitern hartnäckig immer noch als "erdbraun, empfindlich und schwer zu verarbeiten..." gelten, mag damit zu tun haben, dass dies über lange Jahre hinweg auch so war! Auch noch, als Anfang der 1980er Jahre mit der Öko-Bewegung die Forderung nach ökologisch unbedenklichen Materialien - auch im Zusammenhang mit Wandgestaltungen - laut wurde. Bis dahin wurde der lehmige Erdaushub vor der Tür mit Sand vermengt - und fertig war der Lehmputz. Häufig folgte man dabei einer Rezeptur, die womöglich ein findiger Lehmbauer andernorts ausgeknobelt hatte. Dass hier allein begrifflich nicht zwischen Lehmgrundputzen und Lehmfeinputzen unterschieden wurde, ist sicher einer der Gründe für eine lange Reihe von teilweise leidvollen Geschichten rund ums Thema "Gestalten mit Lehm".

Profi-Lehmputz

Doch seither hat sich viel getan: Seit etwa 15 Jahren engagieren sich Entwickler und eine Handvoll Hersteller dafür, den Werkstoff Lehm so einzusetzen, dass daraus Wandfarben und Putze entstehen, die denen auf der Grundlage konventioneller Rohstoffe mindestens ebenbürtig sind. Der eigentliche Auslöser für dieses Interesse liegt jedoch in der zunehmenden Nachfrage des Verbrauchers, der aus ökologischen und gesundheitsbedingten Gründen vermehrt nach Naturfarben verlangt und auch eine große Vielfalt an Gestaltungsmöglichkeiten erwartet. Moderne lehmbasierte Farben und Putze erfüllen diese Anforderungen wie kaum ein anderes Material.

Ein moderner Baustoff

Lehm ist ein ökologischer Baustoff, der ohne großen Energieaufwand und Umweltzerstörungen aus der Natur gewonnen werden kann. Lehm zum Mauerbau und zur Ausfachung von Fachwerkhäusern sowie die Lehmfarben und -putze benötigen keine chemischen Umwandlungsprozesse und sind dadurch umweltfreundlich in der Herstellung. Seine hervorragenden bautechnischen Eigenschaften, seine Haltbarkeit und einfache Restaurierbarkeit machen Lehm zu einem ökonomischen und ökologisch sinnvollen Baustoff. Lehmfarben und Lehmputze sind bei einfacheren Anwendungsbereichen auch von Heimwerkern verarbeitbar. Besonders edle Oberflächengestaltungen sind jedoch nur durch einen erfahrenen Spezialisten zu realisieren.

Die Vorteile des Lehmbaus

Lehm löst keine Allergien aus, reguliert die Luftfeuchtigkeit und damit das Raumklima. Unebenheiten können ausgeglichen weden. Darüber hinaus konserviert Lehm Holzkonstruktionen, indem er Feuchtigkeit abzieht und gleichzeitig kritisches Austrocknen verhindert.

Vielfältige Gestaltungs-
möglichkeiten

Lehmputz & -farbe ist nicht nur hinsichtlich des Farbenspektrums sehr vielseitig, sondern bietet der Anwendung verschiedene kreative Möglichkeiten. Die optische Wirkung des Lehms kann durch Beimischungen variiert werden. Als natürliche Beimischungen können Gräser und Pflanzenfasern oder Gesteinsgranulate und Glimmer verwendet werden, die mit dem Lehm angemischt werden.

Nach dem Auftragen kann, je nach angestrebtem Effekt, weiterbearbeitet werden. Bei beiden ist die Veredelung mit Naturwachs möglich, das ein etwas glatteres und glänzenderes Erscheinungsbild bewirkt. Zusätzlich wirken die Farben etwas dunkler und intensiver.

Lehmputz kann durch Schleifen oder Verpressen weiter veredelt werden. Es ist auch möglich, extrem glatte Oberflächen zu erzeugen, die bei einer geeigneten Oberflächenbehandlung mit Spezial-Seife sogar wasserabweisend werden. Somit ist Lehm auch im Bad und Nassbereich, nach entsprechender Veredelung, eine echte Alternative und problemlos einsetzbar.

(pm)
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