Bayerns Klärwärter werden nun auf der Kläranlage des ZV Brombachsee geschult

 

Wer in einer von rund 2000 technischen Kläranlagen in Bayern eine Fortbildung zum Klärwärter macht, wird den praktischen Teil des Kurses ab sofort in der Kläranlage des Zweckverbands Brombachsee absolvieren. Ergänzend zum Theorie-Unterricht, der in Neuendettelsau stattfindet, verfügen die Kursteilnehmer dann nach einer abschließenden Prüfung über das entsprechende Grundlagenwissen in der biologischen Abwasserbeseitigung. Die ersten 60 Kursteilnehmer haben bereits erfolgreich die Praktikumsstationen in der Kläranlage Pleinfeld-Prexelmühle durchlaufen.

Seit 1962 bietet der Bayerische Landesverband der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall (DWA) den Klärwärter-Kurs an. „Das war damals ein Meilenstein für den Gewässerschutz“, erklärt Hannes Felber, der bei der DWA für den Lehrgang zuständig ist. „Der Klärwärter ist zwar, im Gegensatz zur Fachkraft für Abwassertechnik, keine klassische Berufsausbildung. Dennoch ist der Kurs enorm wichtig. Denn sämtliche Berufe, die auf einer Kläranlage vertreten sind – vom Elektriker bis zum Schlosser – werden so mit der Verfahrenstechnik der Abwasserbehandlung vertraut gemacht und erlangen einen einheitlichen Kenntnisstand.“ Mehr als 7000 Kläranlagen-Mitarbeiter im ganzen Freistaat haben bislang die Prüfung erfolgreich abgelegt.

Reibungsloser Wechsel zur Kläranlage des ZV Brombachsee

Über fünf Jahrzehnte fand der einwöchige Kurs in den Rummelsberger Anstalten bei Feucht statt, das eintägige Praktikum absolvierten die angehenden Klärwärter im Klärwerk des Zweckverbands Schnaittachtal. Nun, zum 200. Kursstart, wechselte der DWA den Schulungsort. Den Theorieteil pauken die Teilnehmer ab sofort in Neuendettelsau, den praktischen Teil durchlaufen sie auf der Kläranlage des ZV Brombachsee im Pleinfelder Ortsteil Prexelmühle.

Mit einer Kapazität von 30.000 Einwohnerwerten reinigt das Klärwerk anfallendes Schmutz- und Regenwasser der Ortschaften rund um den Brombachsee und der Gemeinde Pleinfeld. Die Anlage fällt mit dieser Kapazität in die vierte von insgesamt fünf Größenklassen und eignet sich gut, um die Prozesse der mechanischen, biologischen und chemischen Abwasserreinigung zu erläutern. „Die Vorbereitungen für den Wechsel sind einwandfrei gelaufen“, freut sich Hannes Felber und ist voll Lob für den Zweckverband. „Betriebsleiter Josef Uhl und seine Mitarbeiter haben tolle Arbeit geleistet und die Lehrstationen wunderbar vorbereitet.“

Sieben Praktikumsstationen mit ehrenamtlichen Referenten

Ein Bus bringt die Kursteilnehmer von Neuendettelsau zu ihrer Praktikumsstelle nach Pleinfeld. Sieben Stationen gilt es dann zu absolvieren: Von der Bestimmung des Schlamms über mikroskopische Untersuchungen bis zur Funktionsweise der maschinellen Einrichtungen. An jeder Station erarbeitet ein Experte aus der Berufspraxis mit den Teilnehmern die jeweiligen Prozesse. „Die Referenten lehren für die DWA ehrenamtlich“, erklärt Felber. „Ohne dieses Engagement könnten wir den Lehrgang so nicht realisieren.“

Nach dem einwöchigen Kurs inklusive des Praktikumstags auf der Kläranlage Brombachsee legen die Teilnehmer eine Prüfung ab und können – sofern sie erfolgreich bestanden haben – als frisch gebackene Klärwärter wieder in ihren eigenen Betrieb zurückkehren.
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