Im eigenen Zuhause friedvoll sterben können

Von links: Iris Löw (Pflegerische Leitung Palliativmedizin), Agathe Meixner (Vorsitzende Hospizverein Roth-Hilpoltstein e.V.), Jürgen Winter (Vorstand Klinikum Altmühlfranken), Dr. Christian Maune, Landrat Gerhard Wägemann, Werner Rupp (Vorstand Kreisklinik Roth) Renate Müller (2. Vorsitzende Hospizverein Weißenburg-Gunzenhausen e.V.) und Landrat Herbert Eckstein. Foto: Jessica Frank

"Es geht nicht darum dem Leben mehr Tage zu schenken, sondern den Tagen mehr Leben". Ein Zitat, das nicht nur seitens Landrat Herbert Eckstein (Roth), genau das wiedergab, um was es dem Team der SAPV geht: In Ergänzung zur allgemeinen Palliativversorgung von Hausärzten und Pflegediensten, die Lebensqualität und die Selbstbestimmung von Palliativpatienten so weit wie möglich zu erhalten und zu verbessern. So soll ein menschenwürdiges Leben bis zum Tod in der gewohnten Umgebung, welche auch das Pflegeheim sein kann, ermöglicht werden - und das 24 Stunden an sieben Tagen pro Woche. Standort ist Pleinfeld als Mittelpunkt aller.

    

SAPV Südfranken eG

Bereits im Dezember 2016 wurde die gemeinnützige Sozialgenossenschaft von den beiden Hospizvereinen Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen e.V. und Hilpoltstein-Roth e.V. sowie dem Klinikum Altmühlfranken und der Kreisklinik Roth gegründet. Anlass zur Gründung war die Versorgungslücke für Schwerstkranke und Sterbende mit einem besonders aufwändigen Versorgungsbedarf. Diese gab es bisher nur in den beiden Kliniken. Aber warum sollten gerade die Kliniken ihre „Patienten“ nach Hause schicken? Eine Frage, die Werner Rupp, Vorstand der Kreisklinik Roth, sehr gerne beantwortete: Weil es um den Menschen geht, und nicht ums Geld!

Symbolisch

Das Logo spricht für sich, so Landrat Gerhard Wägemann. Die beiden Herzen stehen für die beiden Landkreise, die vier Flügel symbolisieren die vier Mitglieder – und freute sich, dass die Gründung des HPVN (Hospiz- und Palliativnetzwerk Südfranken) in 2015 den Weg für diese spezialisierte Palliativversorgung ebnen konnte.

Noch mehr Sicherheit

Die ambulante Versorgung wurde bisher – und das sehr gut, wie Werner Rupp betonte – von den Hausärzten durchgeführt. Bereits seit zehn Jahren wird diese Arbeit durch eine Palliativstation in der Rother Klinik, seit drei Jahren auch in Altmühlfranken sowie ambulant durch die Hospizvereine ergänzt. Aber: Diese Menschen brauchen noch mehr Unterstützung: Gespräche, Hausbesuche und Sicherheit.

Ganz wichtig ist auch Jürgen Winter (Vorstand Klinikum Altmühlfranken), dass die SAPV nicht als Konkurrenz, sondern als Ergänzung gesehen wird. Denn es ist der Hausarzt, welcher SAPV verordnen muss – Voraussetzung ist eine nicht heilbare Erkrankung und begrenzte Lebenserwartung mit entsprechender Einschränkung. Interessierte Pflegekräfte sind übrigens herzlich eingeladen, Teil der Genossenschaft zu werden und werden hinsichtlich der fachlichen Voraussetzungen auch gerne unterstützt.

Freude, Stolz & Dankbarkeit. . .

. . . sind die Gefühle, die Dr. Christian Maune, welcher die ärztliche Leitung der Palliativmedizin übernommen hat, empfindet. Freude, weil Menschen profitieren werden. Stolz, weil in so kurzer Zeit diese vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Kliniken, Landkreise und Hospizvereinen entstanden ist. Dankbarkeit, weil sowohl die beiden Landräte von Anfang an Unterstützung gezeigt, die Klinikvorstände freie Hand gelassen und die Hospizvereine das Projekt mitgetragen haben. Vor allem aber an das Team für ihren Mut, Neuland zu betreten.
„Nun müssen wir schauen, was daraus wird. Wenn es nur etwas hilft, haben wir schon etwas erreicht“, schloss Herbert Eckstein. (Jessica Frank)
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