Hermes Germany investiert rund 40 Mio. Euro in sein neues Logistik-Center in Graben und schafft 120 neue Arbeitsplätze

Noch ist das Hermes-Gelände eine Baustelle, ab Februar wird der Probebetrieb laufen. Auf dem Bild zusehen: Logistik Center Manager Stefan Skudlarek und Area Manager Rouven Nowak (von links).
 
In der Halle wird in zwei Etagen gebaut.
 
Noch sind die LKW-Stellplätze leer, ab Februar werden die ersten Transportfahrzeuge vor dem Hermes-Logistik-Centrum parken.
Graben

Auf dem Lechfeld entsteht zur Zeit das größte Logistik Center von Hermes in Bayern mit einer technischen Kapazität von rund 10 000 Sendungen pro Stunde und einem Investitionsvolumen von 40 Millionen Euro. Es wird eine Fläche von 60.000 Quadratmetern verbaut, davon 8.700 für die Halle und 750 für die Verwaltung. Bereits vom ersten Tag an soll der Betrieb in Graben emissionsfrei zustellen.

Eine Mitarbeiterin der Stadtzeitung hat sich mit drei Managern von Hermes unterhalten: Markus Hobein (General Area Manager, ergebnisverantwortlich für das Gebiet München), Rouven Nowak (Area Manager Operations, verantwortlich für das operative Geschäft der Area München an den Standorten Graben, München und Mühldorf) und Stefan Skudlarek (Logistic Centre Manager, Standortverantwortlicher für das Logistik Center Graben).
Sie starten am 5. März mit einem nagelneuen Logistik Center in Graben. Weshalb gerade Graben?
Stefan Skudlarek: Aus infrastrukturellen Gründen. Wir befinden uns geografisch am Standort Graben mitten in unserem Abwicklungsgebiet, das sich durch die Eckpunkte Heidenheim, Friedrichshafen am Bodensee, Garmisch-Partenkirchen und Schrobenhausen einnorden lässt. Auch die Verkehrsanbindung an der B17 ist mit kurzen Wegen zu den Autobahnen A8 und A96 ist nahezu optimal. Hinzu kommt die Nähe zu den Städten Augsburg, Landsberg und Schwabmünchen. Dadurch können unsere Kolleginnen und Kollegen auf das öffentliche Nahverkehrsnetz zugreifen. Nicht unerwähnt soll der wirklich tolle Kontakt mit dem Bürgermeister Herr Scharf und der Gemeinde Graben bleiben.
Es soll mit der allerneuesten Technik ausgestattet werden. Können Sie etwas dazu sagen?
Rouven Nowak: Die verbaute Sortieranlage ist auf dem neuesten Stand der Technik. Wir können mit der Anlage rund 10.000 Sendungen pro Stunde sortieren. Wir werden bereits mit rund 90.000 Sendungen Umschlagsmenge pro Tag starten und wollen an diesem zukunftsträchtigen Standort entsprechend wachsen. Schon in der Anfangsphase werden wir an einzelnen Tagen die 100.000 Pakete-Marke knacken. Der Hochleistungsstandort in Graben hat eine Kapazität von täglich etwa 200.000 Sendungen, das macht im Jahr eine Umschlagsmenge von ca. 60 Millionen Sendungen. Diese Größenordnung trauen wir uns auch zu.
Wie groß wird das Gebiet sein, das beliefert wird?
Markus Hobein: Das Gebiet erstreckt sich von Heidenheim nach Garmisch-Partenkirchen und Schrobenhausen bis Friedrichshafen am Bodensee. Dabei müssen wir Distanzen von bis zu 160 Kilometern überwinden.

Arbeitnehmer gesucht

Wie viele Arbeitsplätze werden geschaffen? Welche Art von Beschäftigten können Sie noch brauchen?
Stefan Skudlarek: Wir schaffen an unserem modernen Hochleistungsstandort rund 120 Arbeitsplätze. Zur Verstärkung unseres Teams suchen wir Kolleginnen und Kollegen für unsere kaufmännischen, technischen und gewerblichen Bereiche.
Auf Ihrer Internetseite www.hermesworld.com ist zu lesen: Nachhaltigkeit ist für Hermes kein kurzfristiger Trend, sondern die Basis für ein langfristiges erfolgreiches Wirtschaften.
Markus Hobein: Wir erleben einen Trend zur Urbanisierung. Etwa 75 Prozent der Bundesbürger leben bereits in Städten. Der Schadstoffausstoß liegt dabei oft oberhalb der Grenzwerte. Hinzu kommen ein Wachstum im Internethandel und das damit verbundene Paketwachstum in der Innenstadtbelieferung. Zudem wünschen sich die Bürger eine zeitnahe und flexible Zustellung. Gleichzeitig steigen die Erwartungen an die Lebensqualität in den Ballungsräumen. Die verträgliche Zustellung von wachsenden Sendungsmengen in den Metropolen ist eine große kollektive Aufgabe. Wir investieren dabei in alternative Lösungen wie Elektro-Mobilität, Botenfahrräder, Mikrodepots, intensivierte Paketshop-Belieferung oder stationäre Abgabestellen. Aber auch bei unseren Standorten achten wir sehr genau darauf, hohe Nachhaltigkeitskriterien zu erfüllen.

Höchste Nachhaltigkeitsstandards

Alle Logistik-Centren werden auf Basis höchster Nachhaltigkeitsstandards (DGNB Goldzertifizierung) gebaut, natürlich auch barrierefrei. Als einziges Logistik Unternehmen in Deutschland betreibt Hermes Germany seit 2012 ein freiwilliges Audit- und Zertifizierungssystem in Kooperation mit SGS-TÜV Saar. Damit halten wir im Rahmen unserer gesetzlichen Möglichkeiten umfänglich nach, ob unsere Servicepartner die gesetzlich und vertraglich gesicherten Rechte ihrer Mitarbeiter einhalten. Geprüft werden unter anderem die Zahlung eines mengenunabhängigen Stundenlohns (mindesten in Höhe des gesetzlichen Mindestlohns), Überstundenausgleich, Lohnfortzahlung im Krankheitsfall sowie die Einhaltung der Ruhezeiten und so weiter.
Werden die Beschäftigten in Graben nach Tarifvertrag bezahlt?
Als Mitglied im Landesverband Bayerischer Spediteure e.V. werden alle Hermes-Mitarbeiter am Standort Graben nach Tarifvertrag bezahlt und auch darüber.
Wenn ich richtig informiert bin, gibt es in Deutschland bereits sechs Hauptumschlagbasen. Welche Gründe führten zur Neugründung in Graben?
Rouven Nowak: Bis Ende 2020 führen wir eine allumfassende Infrastrukturveränderung durch. Wir bezeichnen diese gerne als Operation am offenen Herzen, da wir den laufenden Betrieb aufrechterhalten. Im Zielszenario werden wir mit 35 modernen Logistik-Centren am Netz sein. Komplettiert wird unser Logistik-Netz durch unsere mehr als 15.000 Paketshops in Deutschland und unsere etwa 400 Zustellstützpunkte. Unser neuer Hochleistungsstandort soll dabei allen aktuellen und künftigen Anforderungen vollumfänglich gerecht werden. Wir bauen hier also nicht nur für das Hier und Heute, sondern investieren an diesem Standort rund 40 Millionen Euro in die Zukunft.
Einige Daten, die ich im Internet gefunden habe: 57 Niederlassungen, weltweit 12 000 Beschäftigte, 500 Millionen Sendungen/Jahr in Europa, Versand in über 20 Länder Europas, größtes europaweit flächendeckendes Netz von Annahmestellen. Sind die Daten noch aktuell?
Stefan Skudlarek: Im Kern sind die Zahlen aktuell, gleichzeitig bauen wir unsere Infrastruktur permanent bis 2020 um. Das bedeutet in Teilen eine veränderte Terminologie. So bezeichnen wir Hauptumschlagbasen heute als Logistik-Center. Das Logistik-Center in Graben wird das bundesweit zehnte seiner Art sein. In Graben entsteht nicht nur unser größter, sondern auch leistungsfähigster Standort in unserer Area.
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