Kartoffelbäuerin aus Peru zu Gast im Schwabmünchner Weltladen

Diana Fischer, Regine Schubert, Waltraud Moritz, Elisabeth Schnell, Gebhard und Sieglinde Dischler (Weltladen) und Übersetzerin Eva Aicher von dwp, Yanet Flores (Agropia) und Espirita Romero (von links) stellten sich für ein Gruppenfoto vor dem Weltladen auf.
Schwabmünchen Zum zweiten Mal in einer Woche hatte der Weltladen in Schwabmünchen Besuch aus Peru: Nach Faustino Meneses mit seinen bestickten Gürteln kam im Rahmen der Fairen Wochen auch Kartoffelbäuerin Espirita Guerrero Romero in den Weltladen. Begleitet wurde sie von der Geschäftsführerin der Kooperative Agropia, Yanet Giovana Garay Flores, sowie von Martin Lang von der Fairhandelsgenossenschaft dwp und Eva Aicher, die vom Spanischen ins Deutsche übersetzte und umgekehrt. Seit einer Woche waren sie in den Weltläden unterwegs und freuten sich, die Menschen kennenzulernen, die ihre Waren verkaufen.
Yanet stellte ihre Kooperative vor und berichtete, dass die Bauern hoch motoviert seien. Zuerst hätten sie versucht, ihre Lebenssituation zu verbessern. Sie haben sich in der Kooperative zusammengeschlossen, bauten ihr Produkt biologisch an und fanden einen Handelspartner, der ihr Produkt in Deutschland vertreibt. Regelmäßig werden Schulungen und Fortbildungen angeboten. 2014 wagten es die Bauern, eine eigene Verarbeitungsanlage zu bauen, die durch die Sozialaufschläge des Fairen Handels finanziert werden konnte. Jetzt kann die Kooperative die Verarbeitung von Kartoffelchips, das Drucken der Verpackungsfolie, abfüllen und verpacken selbst erledigen. Der Absatz habe sich inzwischen verdreifacht.

Espirita ist Hüterin von 300 Kartoffelsorten.

In Peru gäbe es 4 000 Sorten, wovon Espirita allein 300 anbaue in unterschiedlichen Farben, Formen und verschiedenen Geschmacksrichtungen. Der Anbau der Kartoffeln sei reine Handarbeit, Maschinen könnten nicht eingesetzt werden. Die Bauern wohnen in kleinen Häusern aus Lehmziegeln, die mit Stroh oder Wellblech gedeckt sind. Die Kartoffeln werden in einer Höhe von 3500 bis 4200 Metern angebaut. Für die blauen und roten Kartoffelchips kommen jeweils mehrere Sorten in die Tüte. Ernte ist von April bis August, da die verschiedenen Kartoffelsorten zeitversetzt reifen. Leider fänden die Produkte in Peru keinen Absatz, dort würden lieber die hellen Kartoffeln gegessen.
Yanet Flores und Martin Lang wiesen noch darauf hin, dass das Palmöl, das verarbeitet würde, von Kleinbauern aus Ecuador stamme und biologisch und nachhaltig angebaut werde.
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