Schwabmünchner Polizei berichtet: Immer häufiger flüchten Unfallfahrer

Weniger Straftaten haben sich im vergangenen Jahr im Dienstbereich der PI Schwabmünchen ereignet, dennoch nahm die Anzahl der gefährlichen Körperverletzungen zu. Foto: Christoph Maschke


Verkehrsunfälle, Einbrüche und Prügeleien: Die Polizeiinspektion Schwabmünchen präsentiert ihre Statistik für das Jahr 2015. So krachte es 2015 öfter auf den Straßen.

971 Verkehrsunfälle registrierte die PI Schwabmünchen im vergangenen Jahr, im Vorjahr waren es noch 879 Unfälle gewesen. Tote gab es keine, allerdings 178 Verletzte, davon 30 Menschen mit schweren Verletzungen. Ursachen waren laut Polizeihauptkommissar Rudolf Karl "nicht angepasste Geschwindigkeit" und "Verletzungen der Vorfahrt". Alkohol zeigte bei 17 Unfällen seine Wirkung, das sind vier alkoholbedingte Unfälle mehr als im Jahr 2014. Bei einem Verkehrsunfall stand wie im Vorjahr ein Fahrer unter Drogeneinfluss.

Wie wichtig ein Fahrradhelm ist, zeigt die Statistik: 2015 nahm die PI Schwabmünchen 37 Verkehrsunfälle mit Radfahrern auf, 2014 waren es 34 gewesen. Zehn Radler erlitten schwere und 29 leichte Verletzungen.

Ein Plus gab es auch bei den Unfallfluchten. 162 Fälle nahm die Polizei auf, 2014 registrierte die PI 151. Fast jede dritte Unfallflucht (32 Prozent) konnte die Polizei aufklären.

Wegen der Logistikzentren und der vielen Lkw hat die PI Schwabmünchen die Verkehrskontrollen verstärkt. So stellten die Beamten im Jahr 2015 72 Geschwindigkeitsverstöße und 20 Verstöße gegen die Lenk- und Ruhezeiten nach dem Fahrpersonalgesetz fest.

Zurückgegangen ist die Anzahl der Straftaten. 1260 Straftaten registrierte die PI Schwabmünchen 2015, im Vorjahr waren es noch 1384 gewesen. Die Aufklärungsquote lag im Bereich der PI Schwabmünchen bei 66,9 Prozent (2014: 66,3 Prozent) - zum Vergleich: In Bayern betrug die Aufklärungsquote 62,8 Prozent. Insgesamt 762 Tatverdächtige ermittelte die PI Schwabmünchen, 581 Männer und 181 Frauen - oder: neun Kinder unter 14 Jahren, 75 Jugendliche zwischen 14 und 17 Jahren, 97 Heranwachsende zwischen 18 und 20 Jahren und 581 Erwachsene.

Unter Alkoholeinfluss waren übrigens 31 Prozent der Heranwachsenden Tatverdächtigen, bei den Jugendlichen waren es nur acht Prozent. Zum Vergleich: 10,6 Prozent der Tatverdächtigen insgesamt hatten Alkohol getrunken.

Dabei war bei fast jedem dritten (28,8 Prozent) Körperverletzungs-Delikt (gefährliche und vorsätzliche Körperverletzung) Alkohol im Spiel. Die Anzahl der gefährlichen Körperverletzungen nahm im vergangenen Jahr um neun Taten zu. 53 gefährliche Körperverletzungen registrierte die Polizei Schwabmünchen.

Die Straßenkriminalität dagegen nahm ab: Waren es 2014 noch 234 Fälle gewesen, zählte die PI Schwabmünchen 2015 204 Fälle. Auch wurde weniger geklaut: Um 13 Prozent gingen die Diebstähle auf 361 zurück - die Aufklärungsquote stieg auf 36,8 Prozent.

Ein Minus von 82,8 Prozent gab es bei den Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung: 2015 beschäftigten sich die Beamten der PI Schwabmünchen mit fünf Fällen, im Vorjahr waren es 29 Fälle gewesen.

Mehr zu tun hatten die Polizisten jedoch mit Rauschgiftdelikten: Hier gab es ein Plus von 38,5 Prozent, genauer gesagt von 65 auf 90 Fälle. Vor allem hatten die Beamten es mit Cannabis zu tun.

Weniger Betrugsdelikte verzeichnete die PI Schwabmünchen im vergangenen Jahr. 145 Fälle bearbeitete die Polizei. Die Aufklärungsquote lag bei 88 Prozent. Im Jahr davor waren es übrigens 189 Betrugsfälle gewesen. Dennoch: Das Ausspähen von Daten nehme weiter zu. Ein sensibler Umgang mit Kreditkartendaten, Passwörtern und allgemeinen persönlichen Daten sei zu empfehlen.

Aktiver waren die Einbrecher im vergangenen Jahr im Dienstbereich. 34 Einbrüche gab es im vergangenen Jahr - 18 Mal schlugen Einbrecher etwa in Schwabmünchen zu, zweimal in Graben. 29 Einbrüche erfasste die PI Schwabmünchen im Vorjahr. Die Aufklärungsquote lag 2015 bei 2,9 Prozent.

Viel zu tun hatten die Beamten auch in der Untermeitinger Diskothek PM. Insgesamt 158 Einsätze zählte die Polizei - mit 114 Straftaten mussten sich die Beamten auseinandersetzen, davon 59 Körperverletzungen und gefährliche Körperverletzungen, wobei es hier einen Rückgang um 29 Prozent gab, und 23 Diebstähle.

Was die Kriminalstatistik nicht beinhaltet, sind laut Karl die Einsätze wegen Ruhestörungen und unzulässigen Lärms. Darum mussten die Beamten der PI Schwabmünchen 2015 224 Mal ausrücken, im Sommer öfter als in den kühleren Jahreszeiten.
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