Weil die Eltern ihr das Handy abnahmen: 17-Jährige verwüstet Wohnung und türmt nach Berlin

43732868 - portrait of three girls chatting with their smartphones at the campus

In einer Schwabmünchner Familie gab es mächtig Ärger: Weil die Eltern der 17-jährigen Tochter wegen ihrer Ansicht nach übermäßigen Handykonsums das Smartphone abnahmen, rastete das Mädchen aus. Als die Eltern gegen Mitternacht von der Schichtarbeit zurückkehrten, bot sich ihnen in der Wohnung ein Bild der Verwüstung - und die Tochter war mit einem gepackten Koffer weg.

Während der Abwesenheit am Dienstagnachmittag (die Polizei veröffentlichte den Vorfall erst am Freitag) der Eltern hatte sie die Schlafzimmertüre der Eltern durchschlagen, um wohl das abgenommene Handy wieder zu erlangen, sämtliche Laptops zerkratzt und zertreten, alle Kissen der Wohnung mit einem Messer aufgeschlitzt, die Blüten und Blätter sämtlicher Blumen und der Orchideensammlung der Mutter abgerissen sowie auf dem Elternbett auf einem zentral positionierten Kissen mit einem Fleischhammer ein Sparschwein zerschlagen und die rund 2500 Euro daraus entwendet.

Im Spülbecken stand eine abgefüllte Flasche mit einem Trichter, worin eine Essigflüssigkeit mit einem Düngemittel-Pulvergemisch abgefüllt war, um so vermutlich den Verdacht auf eine Suizidhandlung ihrerseits zu lenken. Darüber hinaus hatte sie ein Medikamentenfläschchen des Vaters geleert und stattdessen mit Natriumcarbonat (Essig) und rund 100 Gramm Hypopor (Chlor) gefüllt. Sie wusste, dass er das Medikament täglich gegen eine Krankheit einnahm. Die Eltern bemerkten allerdings die gefährliche Mischung. Nach Auskunft eines Mediziners hätte sie je nach Konzentration bei Einnahme dauerhafte Nierenschäden, Atemnot und extreme Übelkeit verursachen können.

Nachdem die Eltern die Tochter bei der Polizei als vermisst gemeldet hatten, stellte sich bei der Fahndung recht schnell heraus, dass sie wohl mit der Bahn auf dem Weg zu einer Freundin war.

Am Abend darauf wurde die Vermisste durch die Polizei in Berlin bei einer Internet-Freundin aufgegriffen und dort dem Jugendnotdienst übergeben, der sie nach Augsburg ins Jugendamt brachte, das sie vorerst in einem Heim einquartiert. Die Eltern wollten vorerst mit ihrer Tochter keinen Kontakt mehr. "Als Ursache für den Ausraster kommt eventuell eine extreme Handysucht infrage", mutmaßt die Polizei.
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