37 Jahre Welt-Hilfsorganisation HUMEDICA

Lebendig erzählte Wolfgang Groß von seiner Arbeit bei HUMEDICA.

Gründungsmitglied Wolfgang Groß in Schwabmünchen

Helmut Stapf, Vorstand des Vereins Solidarität Eine Welt Schwabmünchen, hatte den Mitbegründer der Hilfsorganisation HUMEDICA, Wolfgang Groß, zur Mitgliederversammlung des Vereins eingeladen, um über seine Arbeit zu berichten. Kennengelernt hatten sich die beiden vor über dreißig Jahren bei einer Fortbildung in Augsburg. Nahezu eineinhalb Stunden unterhielt der Referent die Anwesenden mit abenteuerlichen Geschichten und vielen persönlichen Erfahrungen.
Zum Einstieg zeigte Groß einen Film über die weltweiten Einsätze von HUMEDICA, den Studenten der Medienhochschule München erstellt hatten. Darin kamen Mitarbeiter zu Wort. Er zeigte aber auch die Versorgung von verletzten Kindern und Erwachsenen in Katastrophengebieten und in Flüchtlingslagern.
Gegründet hätte Wolfgang Groß Humedica im Jahr 1979 zusammen mit seinem Bruder und Freunden. Auslöser waren persönliche Erfahrungen, die Groß bei einer Reise mit der Interrailkarte gemacht hatte, als er drei Wochen lang durch die Welt reiste und bis Marokko kam. Die jungen Leute fragten sich damals „Was können wir tun?“ Sie gaben sich ein „Mission Statement“; ihr Verein sollte ehren- und hauptamtliche Mitarbeiter, Spender und Förderer ansprechen. Der Name HUMEDICA sei ein Phantasieprodukt und bedeute „Humanitäre und medizinische Hilfe für Menschen in Not“. Geld für ihre Aktionen kam durch eine Benefizveranstaltung im Stadtsaal in Kaufbeuren zusammen: Zauberer und andere Varieté-Künstler, eine Tombola, Versteigerungen und die Aussicht auf große Gewinne (1. Preis: ein Flug nach Mallorca) brachten am Ende 5000 Mark ein.

Mit viel Mut Hilfsorganisation auf den Weg gebracht

Zufälle, Fügungen, Beziehungen, großzügige Spenden, eine Erbschaft und eine gehörige Portion Mut gehörten dazu, bis Büroräume, eine hochwertige elektronische Schreibmaschine, Lagerräume, Grundstücke, Computer und die nötigen Freitickets für die Flüge in die Einsatzgebiete beieinander waren. Karlheinz Böhm suchte nach seinem Spendenaufruf bei „Wetten dass“ seine Hilfe, die Bewegung „Hilfe für Menschen auf der Flucht“ oder „Sternstunden“ fungierten als Geldgeber ebenso wie das „Auswärtige Amt“. In der Datenbank gäbe es 60 000 Menschen, die um kurzfristige Spenden angeschrieben werden könnten.
Derzeit besitze HUMEDICA software-gesteuerte Lagerhallen mit 1200 Palettenstellplätzen und Hilfsware im Wert von 150 Millionen Euro, Büro- und Schulungsräume. Zweiundfünfzig hauptamtliche und mehrere hundert ehrenamtliche Mitarbeiter seien im Einsatz. In Kaufbeuren bilde ein eigenes Trainingslager die zahlreichen interessierten neuen Mitarbeiter aus.
HUMEDICA sei in 95 Ländern tätig. Um schneller am Einsatzort zu sein, wurden in Brasilien und Indien Trainingslager gegründet. Geplant sei, auf jedem Kontinent Mitarbeiter und Ausrüstung zur Verfügung zu haben. Einsätze in den letzten zwei Jahren: Ebola-Hilfe in Liberia, Flüchtlingshilfe im Libanon und in Südosteuropa, Zyklon-Hilfe in der Südsee, Erdbebenhilfe in Nepal und Ecuador, Fluthilfe in Pakistan und Sri Lanka und vor kurzem Erdrutsch-Hilfe in Brasilien.

Beim "Prayer-Breakfast" wurden Kontakte geknüpft

Groß erzählte, wie er in aussichtslosen Situationen immer wieder wunderbare Hilfe erfahren habe. Oft halfen ihm Menschen, die er beim Gebets-Frühstück vor politischen Treffen getroffen habe oder beispielsweise beim internationalen "Prayer-Breakfast" in den Vereinigten Staaten. Er beantwortete auch Fragen aus dem Publikum. In muslimischen Gebieten hätte er seinen Glauben gelebt und keine Probleme bekommen. Ehrenamtliche Mitarbeiter würden für die Einsätze vom Arbeitgeber meist freigestellt. Er habe in all den Jahren nur einen Mitarbeiter verloren, durch einen Autounfall.
Am Ende stellte der Referent seine Familie vor. In Sri Lanka habe er seine Frau kennen gelernt, lebe in Kaufbeuren und seine drei Kinder sind schon fast alle erwachsen. Die Anwesenden sollten Werbung für seine Organisation betreiben, denn Spenden für die Dauerprojekte wie Schulen und Krankenhäuser würden dringend gebraucht.
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