Ärger am Schwabmünchner Bahnhof - ist eine Lösung in Sicht?

Für Unmut im Bauausschuss sorgte nicht nur dieser Aushang am Bahnhof in Schwabmünchen, sondern auch die Tatsache, dass der Warteraum samt WC zuletzt, entgegen der Vereinbarung mit dem Eigentümer, oft geschlossen war.

Schwabmünchen Die Tagesordnung der vergangenen Bauausschusssitzung des Schwabmünchner Stadtrates war schnell und unspektakulär agbearbeitet. Dann sorgte der Tagesordnungspunkt "Sonstiges" für viel Wind.

Sechs Bauanträge waren im Bauausschuss zu behandeln, diese waren in kürzester Zeit abgehandelt. Dann ergriff Stadtrat Rudolf Lautenbacher (CSU) das Wort. "Ich habe zuletzt immer wieder am Bahnhof vorbeischaut. Jedes Mal war der Wartebereich mit dem WC nicht geöffnet. Dabei haben wir eine Vereinbarung mit dem Eigentümer, zahlen sogar für die Reinigung", schimpfte Lautenbacher. Dann zitierte er einen Aushang, den er dort vorfand. Dort sei zu lesen, dass es nicht in der Verantwortung der Fahrdienstleiter der Bahn läge, sich um diesen Raum zu kümmern. Es läge vielmehr in der Verantwortung des Eigentümers des Bahnhofs und der Stadt. Bei Beschwerden wegen der Öffnungszeiten und dem Zustand des Raumes sollen sich die Bahnkunden deshalb an die Stadt wenden. Dieser Aushang stößt bei Stadtrat und Verwaltung auf wenig Gefallen. Kämmerer Bernhard Jauchmann bezeichnet den Aushang als "Frechheit".

Bahnhof befindet sich derzeit nicht im Besitz der Stadt

Das Thema hat eine Vorgeschichte. Als der Bahnhof zum Verkauf stand, wollte die Stadt ihn erwerben. Doch sie kam nicht zum Zug. Der Verkauf wurde im Bieterverfahren abgewickelt. "Unter mysteriösen Umständen hat dann die Cosi Immobilien GmbH für ein paar Tausend Euro mehr den Zuschlag bekommen", erklärt Kämmerer Jauchmann. Für Bürgermeister Lorenz Müller hat der ganze Vorgang an sich schon einen faden Beigeschmack. "Das ganze Areal wurde mit Steuermitteln gebaut, denn die Bahn war früher in öffentlicher Hand. Nun müssen wir als Stadt das Ganze wieder mit Steuergeld kaufen oder für die Öffnung sorgen", schimpft der Bürgermeister. "Die Bahn macht es sich sehr einfach. Sie stellen klar, dass sie nur für Schiene und Bahnsteig sorgen müssen", so der verärgerte Müller weiter. Denn die Stadt will seit Jahren die Parkplätze rund um den Bahnhof kaufen, doch die Bahn zeigt sich dabei wenig verhandlungsbereit.
In Sachen Warteraum stellte Bernhard Jauchmannn klar, dass es mit der Cosi GmbH einen Vertrag gibt, dass dieser geöffnet sein und gepflegt werden muss. Dafür bezahlt die Stadt  monatlich 200 Euro als Beteiligung an den Unterhaltskosten. Jauchmann sagte zu, dass schnellstmöglich Gespräche mit dem Eigentümer geführt werden.

Stadtrat will Problem beobachten

Dies haben noch in der Woche nach der Sitzung stattgefunden. "Die Cosi GmbH hat uns zugesagt, die Räume ab sofort wieder zu öffnen und diese auch in gutem Zustand zu halten", erklärte Bernhard am Donnerstag auf Nachfrage. Zudem soll in den nächsten Tage auch mit der Sanierung der Außenfassade begonnen werden. Denn auch da sind Arbeiten notwendig. Nicht zu Unrecht bezeichnete Stadträtin Sabine Grünwald (SPD) das Gebäude in seinem jetzigen Zustand als "Schandfleck".
Der Stadtrat wie auch die Verwaltung werden die Entwicklung am Bahnhof weiter sicher beobachten, denn diese Probleme tauchten nicht zum ersten Mal auf.
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