Altes Rathaus in Schwabmünchen: Die Sanierungspläne werden vorangetrieben

So sieht der Entwurf für das Alte Rathaus des Ulmer Architekturbüros Hullak, Rannow & Meier aus (Foto: HRM-Architekten)

Im Zuge der Bürgerversammlung im Jahr 2014 wurden schon die ersten Pläne, die die Stadt Schwabmünchen mit dem Alten Rathaus hat, vorgestellt. Im vorigen Jahr stellte das Ulmer Architekturbüro Hullak, Rannow & Meier einen zusammen mit dem Denkmalschutz- und Förderbehörden entworfenen Plan vor. Dann folgte die Beantragung der städtebaulichen Förderung. Seitdem ist es rund ums Alte Rathaus scheinbar ruhig geworden. Nun hat der Stadtrat die Erstellung eines Bauantrages beschlossen

Schwabmünchen Nach langem Stillstand kommt beim Thema Altes Rathaus in Schwabmünchen wieder Fahrt auf. Hauptgrund dafür ist, das der im Dezember 2015 gestellte Förderantrag von der Städtebauförderung bislang noch nicht bearbeitet ist. "Es dürfte wohl eines der größten Förderprojekte sein, dass die Förderbehörde derzeit hat, da ist der Arbeitsaufwand sehr hoch," erklärte Bürgermeister Lorenz Müller schon vor einigen Wochen. Auch wenn wohl jeder schon gerne die Bauarbeiter im Alten Rathaus sehen würde, hat Müller durchaus Verständnis für die lange Bearbeitungsdauer. "Das Motto "Gründlichkeit vor Schnelligkeit" gilt ja auch bei uns," erklärte er. Doch nun wurde der Stadt zugesagt, dass mit einer zeitnahen Entscheidung zu rechnen ist. Um nach dem Bescheid möglichst schnell loslegen zu können, hat sich die Stadtverwaltung entschlossen, den Bauantrag auf den Weg zu bringen. "So können wir direkt nach Eingang des Förderbescheides weitermachen," erklärt der Bürgermeister. Bei der staatlichen Förderung erhofft sich Schwabmünchen nicht nur einen positiven Bescheid. Kämmerer Bernhard Jauchmann zeigt sich hoffnungsvoll: "Mit dem was uns in Aussicht gestellt wurde, rechnen wir mit der höchstmöglichen Förderung". Und das ist auch nötig. Denn Bürgermeister Lorenz Müller stellt klar: "Die jetzigen Pläne sind nur Realisierbar, wenn so gefördert wird, wie es angedeutet wurde".
Auch wenn es scheinbar ums Alte Rathaus ruhig war, wurde im Hintergrund weiter an Planung und Konzept gearbeitet. Im Frühjahr nahm eine aus Stadtratsmitglieder gegründete Arbeitsgruppe gemeinsam mit dem Architekturbüro die weitere Feinplanung auf. Kernthema waren dabei vor allem Fragen im Brandschutz. Die ursprünglich geplante Nottreppe, die viel Platz in Anspruch nahm, konnte an die Nordseite des Gebäudes verlegt werden und fällt nun deutlich kleiner aus. Dadurch rückt der Aufzug, mit dem das ganze Gebäude behindertengerecht erschlossen wird, an das normale Treppenhaus. So wurde in allen Etagen zusätzlicher Nutzraum gewonnen. Am meisten profitiert davon das Dachgeschoss, welches den Bürgersaal beheimaten soll. Dort ist nun Platz für eine kleine Künstlergarderobe, zudem ist auch eine Küche für ein Catering samt Speisenaufzug entstanden. "Der Raumgewinn gefällt mir," freut sich Lorenz Müller.
Der Bauantrag soll bis Anfang November gestellt werden. Nach dessen Genehmigung beginnt die Werkplanung mit anschließender Ausschreibung. Dazu erklärt Architekt Bernd Hullak, dass es dann auch die gesetzlich vorgeschriebene Art der Ausschreibung ankäme. Diese könne relativ Zeitintensiv werden. Trotzdem hält er einen Baubeginn spätestens im Herbst 2017 für möglich. "Die Arbeiten werden ungefähr eineinhalb Jahre dauern," schätz er. Hauptgrund dafür ist, dass durch den Denkmalschutz viel aufwändige Handarbeit nötig ist.
Die Kostenberechnung bleibt unverändert. Rund 5,8 Millionen Euro sind für die Sanierung veranschlagt. Rund 60 Prozent davon könnten gefördert werden. "Ist dies nicht der Fall, müssen wir unsere Planungen anpassen," stellt Bürgermeister Müller klar. In der Kostenplanung ist bislang weder die Küche, noch die Möblierung von Gaststätte und oberen Geschossen eingerechnet. Allein die Kosten für die Küche schätz Müller auf 220000 Euro. Da diese förderfähig wäre, wurde sie auch beim entsprechenden Antrag mit eingerechnet.
So soll das Alte Rathaus künftig aufgeteilt sein:
Keller: Lager, Umkleiden, Haustechnik.
Erdgeschoss: Gastronomie mit einem teilbaren Gastraum auf der Südseite mit Zugang zum Stadtplatz, eine Bar im großen Flur, Küche.
Obergeschoss: Zwei kleine Säle, sowie Räume für Vereine
Dachgeschoss: Bürgersaal, Cateringküche
Auf der Westseite des Gebäudes wird ein gläserner Anbau errichtet. In dessen Keller befinden sich die Toiletten. Im Erdgeschoß ist ein weiterer, in Art eines Wintergartens erstellter Gastraum, der sich über die volle Höhe des Anbaus erstreckt. Im Nordteil des Anbaus befindet sich ein weiteres Treppenhaus, mit dem auch bei geschlossener Gaststätte die Räumlichkeiten in Ober- und Dachgeschoss erreicht werden können.
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Sabine Presnitz aus Schwabmünchen | 08.10.2016 | 16:00  
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