Anerkannte Flüchtlinge brauchen Wohnungen

Helmut Stapf steht vor den neuen Räumen der Caritas: links des Eingangs "i-punkt", rechts davon die Asylsozial- und Migrationsberatung des Diözesan-Caritasverbandes.

Das Schwabmünchner Netzwerk Integration, vormals AK Asyl, hat in der Ferdinand-Wagner-Straße 13 seine neuen Räume bezogen. Das Zentrum nennt sich „i-punkt“, was für Integration, Information und interkulturellen Austausch steht. Träger ist der Caritasverband Schwabmünchen und Umgebung.

Helmut Stapf, zusammen mit Karola Stenzel hauptamtlich zuständig für die Kooperation der Arbeit der ehrenamtlichen Mitarbeiter, erzählt von den Anfängen seines Engagements. Anlass für die Stadt Schwabmünchen, einen AK Asyl zu gründen, sei die bevorstehende Beschlagnahmung der Turnhallen der Leonhard-Wagen-Schulen gewesen. Bürgermeister Müller habe am Freitag vor dem Anrücken der Bagger, so Stapf, einen Investor gefunden, der sowohl eine Not- als auch eine Gemeinschaftsunterkunft zu errichten bereit war, in den bisherigen Räumen der Wäscherei Koscher. Die Unterkunft in der Römerstraße 48 in den ehemaligen Räumen der Ulrichswerkstätten sollte ebenfalls bald bezogen werden. Die Initiative zum Arbeitskreis sei neben Bürgermeister Müller von Patrick Jung und Konstantin Wamser ausgegangen. Aufgrund seiner Erfahrung von dreißig Jahren Asylberatung sei er angefragt worden als Koordinator für die ehrenamtlichen Helfer. Karola Stenzel, die sich bereits seit Jahren in der Asylunterkunft am Mittelstetter Weg engagiert, wurde ebenfalls angesprochen. Im Herbst 2015 hatten sich rund einhundert Personen als freiwillige Helfer gemeldet, von denen noch achtzig aktiv mitarbeiten.

Fast einhundertfünfzig Flüchtlinge in Schwabmünchen

„Zurzeit leben im Haus in der Robert-Bosch-Straße acht Eritreer, siebenundzwanzig Syrer, drei Pakistani, vier Äthiopier und neun Nigerianer“, erzählt Stapf. Nachdem im März sechzig Personen nach Welden verlegt worden seien, könnten jetzt die Räume zu einer regulären Flüchtlingsunterkunft umgebaut werden. Die Räume in der Römerstraße seien voll belegt mit fünfzig Flüchtlingen, vor allem Familien aus Syrien, dem Irak, Afghanistan und Eritrea. Die Unterkunft im Mittelstetter Weg für bis zu fünfundvierzig Personen sei vor allem mit Frauen und Kindern aus afrikanischen Ländern belegt.
Das zweite Halbjahr 2015 war geprägt vom Aufbau von Sprachkursen und dem Radl-Team, die Flüchtlinge lernten die Möbeltenne und die Klamotte kennen. Info-Abende für die Helfer und interessierte Bürger über Fluchtgründe, Interkulturelle und allgemeine Kompetenz im Umgang mit Flüchtlingen, Rahmenbedingungen des Ausländeramtes und über das Job-Center wurden angeboten. Neben den Sprachkursen, die sowohl in Schwabmünchen wie auch in Augsburg besucht werden, haben sich Konversationsgruppen gebildet, die sich wöchentlich in den Gemeinschaftsräumen der Unterkünfte treffen. Seit Jahresende seien sehr viele Flüchtlinge anerkannt worden. Das bedeute zum Beispiel, halbtägige Praktika und Wohnraum zu organisieren.

Zwei Stunden Zeit für Flüchtlingshilfe

Unter dem Motto „Gib 2“ wirbt das Schwabmünchner Netzwerk Integration jetzt mit einem Flyer dafür, sich wöchentlich zwei Stunden Zeit zu nehmen für eines der Projekte wie Mahlzeit (Kochen in der Geyerburg), Radl-Team (Reparieren von Fahrrädern), Sportangebote (Mitnahme eines Flüchtlings zum Training), Sprachkurse (zum Beispiel in Konversationsgruppen) oder als Integrationspartner (Alltagsbegleitung der Flüchtlinge). Gebraucht werden aber auch dringend Wohnungen für anerkannte Flüchtlinge, besonders für Menschen aus Afrika. Zur Eröffnungsfeier des „i-punkts“ am 17. Juli um 19 Uhr wird ein Chor mit Menschen aus Eritrea auftreten. Sie wollen über die Musik als Botschafter ihrer Kultur wahrgenommen werden.
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