Antonius-Kapelle wurde eingeweiht

Schwungvoll segnete Stadtpfarrer Christoph Leutgäb zunächst die Kapelle und dann die Gottesdienstbesucher
 
Die Figur des Heiligen Antonius: frisch renoviert und mit Blumen und mit Kerzen geschmückt

Am Westrand Schwabmünchens am Kreisverkehr Richtung Leuthau steht die Antonius-Kapelle. Bierbänke waren aufgestellt und die Besucher vor der kleinen Kapelle hatten ihre Regenschirme griffbereit. Außer den Gottesdienstbesuchern begrüßte Stadtpfarrer Christoph Leutgäb Landrat Martin Sailer, Bürgermeister Lorenz Müller, Architekt Walter Kraus, Erwin Joachim (Leiter Gebäudemanagement für Liegenschaften des Landkreises), Georg Gumpinger, der sich seit fünf Jahren um die Kapelle kümmert, und die Bläser der Jugend-und Stadtmusikkapelle, die den Gesang der Teilnehmer an der Andacht kräftig unterstützten.

Landrat Martin Sailer stellte fest, dass die Antonius-Kapelle im Rahmen des Baus der Kreisstraße Schwabmünchen 1 an den Landkreis übergegangen sei. Gestiftet hätte sie die Familie zu Guggenberg aufgrund eines Todesfalls im Jahr 1850 als einen Ort der Begegnung, des Innehaltens und des Gebets.
Bürgermeister Lorenz Müller erwähnte, dass er jeden Tag Gläubige vor der Kapelle vorfinde, wenn er hier vorbei fahre. Wie so viele Menschen bete auch er zum Hl. Antonius, wenn er etwas nicht mehr wiederfinde.
Stadtpfarrer Christoph Leutgäb hatte als Evangelium den Text vom Letzten Abendmahl ausgesucht. Es habe ihn inspiriert zu den Worten „denk mal“ – nachdenken – und „dank mal“ – Dank sagen dem Landkreis für die Ausgabe von über 30 000 Euro für die Finanzierung der Renovierung und ein Vergelt´s Gott den Betern, die die Kapelle mit Leben erfüllen. Mit viel Weihwasser und Weihrauch segnete er die Kapelle und die Anwesenden. Es schloss sich das Rosenkranz-Gebet und die Novene zum Heiligen Antonius an, die am Vortag begonnen hatte. Bis 21. Juni wird jeden Tag um 19 Uhr vor der Kapelle gebetet.

Der Heilige Antonius - ein beliebter Heiliger

Antonius von Padua ist der am meisten verehrte Heilige Italiens, sein Gedenktag der 13. Juni. Er gilt als der Schutzheilige der Reisenden, der Liebenden, für eine gute Ehe, gegen Unfruchtbarkeit, Fieber, Viehseuchen, teuflische Mächte, Katastrophen, der Bergleute, Bäcker, der Pferde und Esel. Am meisten wird seine Hilfe angerufen zum Wiederfinden verlorener Gegenstände, wobei man dafür ein Opfer bringen soll, am besten Geld für die Armen spenden.
Geboren wurde Antonius 1195 in Lissabon. Bekannt wurde er vor allem durch seine begnadeten Reden. Er starb am 13. Juni 1231. Dargestellt wird er meist als Jüngling in Franziskanertracht, in der rechten Hand eine Lilie, auf dem linken Arm das Jesuskind (nach „Das große Buch der Heiligen“, Erna und Hans Melchers).

Georg Gumpinger weiß viel über die Kapelle zu erzählen

Die letzte Renovierung der Kapelle fand 1982 unter Stadtpfarrer Max Beißer statt, so Georg Gumpinger, der Mesner der Antonius-Kapelle. Vor fünf Jahren hatte er den Dienst von seinem Onkel Fritz Gumpinger und dessen Frau Theres übernommen. Seither bekomme er immer wieder Geldbeträge von Leuten, deren Gebet erhört worden war. Auch der Frauenbund Schwabmünchen hatte kürzlich 255 Euro für Blumen und Kerzen gespendet.
Im Archiv der Pfarrei hatte er entdeckt, dass 1860 ein Spendenaufruf an alle Leute mit Namen Anton ergangen war, um die marode Kapelle zu erneuern. Der Neubau wurde 1862 eingeweiht.

Architekt Walter Kraus erzählte Einzelheiten zu Kapelle und Renovierung

Seines Wissens stand die Kapelle auf der Denkmalliste 1925/26. Ungewöhnlich sei das Sichtmauerwerk, typisch für die Zeit das Gewölbe mit Holzkonstruktion. Das Innere der Kapelle sei früher rehbraun gewesen und Anfang des letzten Jahrhunderts geweißelt worden. Auch eine Außenbemalung wird vermutet.
Anlass für die Baumaßnahmen sei das defekte Dach gewesen: Die Ziegeldeckung war „zerfroren“, der Dachstuhl angegriffen, der Dachfuß von Insekten zerfressen. Außer der Dachrenovierung habe der Restaurator das Kreuz und das Eingangspodest aus Naturstein ausgebessert, alles neu geweißelt, den Altar neu gestrichen und gereinigt, das Mauerwerk mit Original-Mauermörtel wiederhergestellt und die Firstplatten mit Haarkalkmörtel gesichert.

Eine denkmalgeschützte Kapelle inmitten eines Naturdenkmals

Den Abriss des alten, moosbewachsenen Dachs bedauerte Erwin Joachim. Die Kapelle sei eingerahmt von hohen alten Bäumen. „Da die Dachplatten aus Naturstein sind, werden sie bald wieder Moos ansetzen“, glaubt er. Links von der Kapelle habe die Pfarrei vor einigen Tagen einen neuen Baum gepflanzt.
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