BRK Einsatz am Faschingsdienstag – Welche Arbeit steckt dahinter?

  Schwabmünchen – Die Bereitschaft des Bayerischen Roten Kreuzes Schwabmünchen zieht eine positive Einsatzbilanz nach dem Faschingsdienstag 2017. Nach den Erfahrungen aus den letzten Jahren wurden heuer die Kräfte auch im Sanitätswachdienst massiv verstärkt. Und das hat sich laut der Bereitschaft ausgezahlt. Doch solch ein Einsatz benötigt Planung. Welche Arbeit steckt also hinter dem Sanitätswachdienst am Faschingsdienstag?

Es ist wieder soweit: Es ist Faschingsdienstag. Viele verbinden damit große Faschingswagen, laute Musik und feiernde Menschen. Doch hinter der Fassade der ausgelassenen Stimmung steckt mehr. Viel mehr!
Was, wenn jemand von einem Faschingswagen stürzt? Was, wenn jemand plötzlich „umkippt“? Oder was passiert, wenn jemand einfach ‚nur‘ mit dem Fuß umknickt? An diese Fragen denken nur Wenige; bis es soweit ist. Dann gibt es Menschen, die genau dafür da sind: Es sind Nachbarn, Freunde und Kollegen: Die Sanitäterinnen und Sanitäter der BRK Bereitschaft Schwabmünchen.

Schon Wochen vor dem eigentlichen Termin begannen die Planungen und Vorbereitungen für diesen „Super-Tuesday“. Einsatzpläne wurden erarbeitet, angepasst und mussten mit dem Veranstalter und den Sicherheitsbehörden abgesprochen werden. Material musste gecheckt und Personal gebrieft werden. Das alles wurde neben Beruf und Familie geleistet. Die Helferinnen und Helfer der BRK Bereitschaft Schwabmünchen engagieren sich zu 100 % ehrenamtlich und somit unentgeltlich.
„Diese ehrenamtlichen Arbeitsstunden unserer Helferinnen und Helfer sind so unersetzbar wie unbezahlbar!“, sagt Bereitschaftsleiter Stephan Holler.

Eine Mammutaufgabe für das BRK

Für die Einsatzplanung wurden Erfahrungen und Erkenntnisse aus den letzten Jahren herangezogen.
Nachdem die letzten zwei Jahre besonders einsatzintensiv für Polizei und Rettungsdienst waren, verstärkte neben der Polizei auch das BRK seine Kräfte für dieses Jahr. Mit rund 25 Sanitäterinnen und Sanitätern, zwei Rettungswagen (RTW), einem Krankentransportwagen und dem Fachdienst Information und Kommunikation, der für die Infrastruktur sorgte, waren 2017 mehr ehrenamtliche Kräfte eingebunden, als bei keinem Faschingsdienstag in Schwabmünchen zuvor. Zusätzlich wurde ein ehrenamtlich besetzter RTW auf der Rettungswache Schwabmünchen einsatzbereit vorgehalten, um Einsatzspitzen abzudecken. „Diesen zusätzlichen RTW haben wir eingerichtet, um einen zügigen Transport von Patienten sicherzustellen.“, sagt Stephan Holler. Das war jedoch eine freiwillige Zusatzleistung des BRK und wurde dem Veranstalter nicht in Rechnung gestellt. „Wir sehen unsere Aufgabe darin, der Bevölkerung im Falle des Falles schnellstmöglich zu helfen!“

Erfahrungsgemäß beginnt der Einsatztag in Klosterlechfeld vergleichsweise ruhig. Je näher es gen Mitternacht geht, desto intensiver wird der Einsatz. Die größte Patientenanzahl fällt dann schließlich am Schrannenplatz an. Auch dieses Jahr bestätigte sich dieser Eindruck, jedoch (zum Glück!) mit weniger Patientenversorgungen als befürchtet. Waren es doch am Faschingsdienstag 2016 noch mehr als 20 Einsätze allein am Schrannenplatz, mussten diesmal fünf Versorgungen und drei Abtransporte durch den Rettungsdienst durchgeführt werden.
„Wir freuen uns natürlich, wenn wir wenig zu tun bekommen.“, sagt Fabian Wamser. Wenig Einsätze für das BRK bedeuten wenig Verletzungen und damit eine sichere Veranstaltung. In der Nachbetrachtung war der diesjährige Faschingsdienstag aus Sicht des Bayerischen Roten Kreuzes auch wegen des großen, aber nötigen Aufwandes ein echter Erfolg. Veranstaltungen mit diesem Charakter haben eine besondere einsatztaktische Brisanz. Wenn derart viele Menschen feiernd und oft auch alkoholisiert aufeinandertreffen birgt das für den Sanitätswachdienst jederzeit die Gefahr, zu einem Großeinsatz zu werden.

Solch ein Einsatz kostet auch dem BRK selbstverständlich Geld. Für einen Sanitätswachdienst stellt das BRK dem Veranstalter eine Rechnung. „Diese Rechnung, bedient gerade mal unsere laufenden Kosten für Fahrzeuge, Versicherung, Ausstattung und die Ausbildung.“, erklärt Bereitschaftsleiter Stephan Holler. „Reich werden wir damit nicht!“
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