Caritas Schwabmünchen feiert 40-jähriges Jubiläum

Elisabeth Schedler erklärt die Figuren im Kirchenraum
 
Caritasdirektor Domkapitular Dr. Andreas Magg hielt die Festpredigt

All diese Einrichtungen feierten am Sonntag großes Jubiläum: Caritasverband Schwabmünchen und Umgebung sowie die Ökumenische Sozialstation gibt es 40 Jahre, 20 Jahre die Hospizgruppe St. Elisabeth, die Schwabmünchner Tafel und der Gebrauchtkleidermarkt „Klamotte“ feiern ihr 15-jähriges Jubiläum. Das große Fest begann mit einem Gottesdienst in der Pfarrkirche St. Michael mit Caritasdirektor Domkapitular Dr. Andreas Magg, musikalisch gestaltet von der Jugendschola. Aufgrund des schlechten Wetters gab es danach nicht wie geplant im Freien sondern im Pfarrzentrum warmes Mittagessen, Kaffee und Kuchen sowie ein buntes Programm.

Figuren der Barmherzigkeit

Als man den Gottesdienstraum betrat, fielen sofort die sieben weißen lebensgroßen Figuren auf, die in der Kirche verteilt aufgestellt waren. Sie trugen Aufschriften wie „verstoßen“ oder „Altlast“ und zeigten zusätzlich ein Symbol wie etwa einen Gehstock. Elisabeth Schedler von der Pfarreiengemeinschaft Schwabmünchen erklärte zu Beginn der Heiligen Messe, dass sich im Dezember 2015 ein Arbeitskreis gebildet habe, der sich mit dem Jahr der Barmherzigkeit beschäftigt. Daraus sei die Idee der Figuren entstanden, die von nun an auf den Straßen Schwabmünchens und in den Ortsteilen stehen werden und Menschen neugierig und nachdenklich machen sollen. Es geht um die Themen Sucht, psychisch krank, Armut, Flucht, obdachlos, Alter und Würde. Siebzehn Unterstützer haben mit ihren Spenden die Aktion ermöglicht. Im Internet könnten weitere Informationen nachgelesen werden unter www.barmherzigsein.de.

Zeichen der Zeit erkannt

In seiner Predigt sprach Domkapitular Dr. Andreas Magg, Direktor des Caritasverbandes der Diözese Augsburg, von der Glaubwürdigkeit des Christentums. Bei den ersten Christen habe vor allem ihr caritatives Wirken viele Römer überzeugt und zum Christentum bekehrt. Es hänge von jedem Einzelnen ab, ob die Gesellschaft lebens- und liebenswert sei. In Schwabmünchen habe sich schon Vieles bewegt. Domkapitular Dr. Magg zeigte Verständnis für jede Art von Flüchtlingen. Auch der Caritasverband der Diözese habe hier Menschlichkeit gezeigt: Ein Minus von 800 000 Euro sei das Ergebnis. „Wir haben uns arm gemacht, um glaubwürdig zu sein“, meinte er. Er lobte das breite Spektrum an caritativen Angeboten, Schwabmünchen habe die Zeichen der Zeit erkannt.

Großes Fest im Pfarrzentrum

Beim anschließenden Mittagessen übernahmen Mitarbeiter der Ulrichswerkstätten die Bewirtung. Die Jugend- und Stadtmusikkapelle spielte einen Geburtstagsgruß. Zahlreiche Kuchenspenden versüßten den Nachmittag. Neben Kaffee gab es alkoholfreie Getränke an der Cocktailbar der Suchtfachambulanz im Zentrum für seelische Gesundheit. „Mit allen Sinnen das Alter erleben“ war eine Aktion von Sozialstation und Haus Raphael. Stadtpfarrer Christoph Leutgäb und Zweiter Bürgermeister Hans Nebauer versteigerten mit Hilfe von Kleidungsstücken der „Klamotte“ eine bekleidete Schaufensterpuppe. Sprüche, die einen durchs Leben tragen, konnten auf eine Pinnwand geheftet werden (Aktion der Hospizgruppe). Es gab ein Quiz über die Sozialstation und eine Wand, auf die jeder mit Punkten ausdrücken konnte, wo er Barmherzigkeit erfahren hatte. Kerstin Kastenhofer von der Tagesstätte im Zentrum für seelische Gesundheit sang mit den Anwesenden zwei Lieder. An das Interview mit Flüchtlingen und Aktiven des „Netzwerks Integration“ schloss sich Musik an: Ezekiel Nkoki aus Nigeria begleitete den Sängerchor aus Eritrea. „Ein gelungenes Fest mit mehr als zweihundert Besuchern“, meinte Helmut Stapf vom „Netzwerk Integration“ beim Stühle aufräumen, als am späten Nachmittag bis auf die Helfer alle gegangen waren.
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