Das BRK bereit sich in Schwabmünchen auf neue Situationen vor: Anblick und Verletzungen nach Terroranschlägen

Lehrgangsersteller Professer Peter Sefrin und Werner Hoffmann, Leiter des Bildungszentrums in Schwabmünchen, mit einem sogenannten "Rebel-Kit".

Schwabmünchen Rund 90 ehrenamtliche des Roten Kreuzes aus ganz Bayern widmeten sich in Schwabmünchen einem ernsten Thema. Bei einem intensiven Lehrgang lernten sie die Verhaltensmuster, die nach einem Terroranschlag für die die Helfer wichtig sind. Bis zum Jahresende sollen alle Helfer in Bayern geschult sein.

Im Bildungszentrum des BezirksverbandsSchwaben des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) in Schwabmünchen beherbergte am Wochenende eine bedeutende Schulung. Dort wo sonst angehende Notfallsanitäter ausgebildet werden, oder eine Vielzahl von Weiter- und Ausbildungen des Roten Kreuzes stattfinden, stand der Terror im Mittelpunkt. Genauer die Reaktion auf Anschläge in Deutschland. Denn der Vizepräsident des BRK, Paul Wengert, stellt fest: "Auch Deutschland ist nicht mehr sicher".

Versorgung nach Terror: Keine alltäglichen Verletzungen

Daher hat das bayerische Innenministerium Ende vergangenen Jahres die "Richtlinie zur Bewältigung von Ereignissen mit einem Massenanfall von Notfallpatienten und Betroffenen" erlassen. Die in dieser Richtlinie vorgegebenen Verfahrensweisen wurden vom BRK-Landesarzt Professor Peter Sefrin und seinem Team nun in einen Lehrgang gepackt. "Das sind neue Wege für uns" erklärt Notfallexperte Sefrin. "Wir werden auf Verletzungen stoßen, die wir aus dem Alltag nicht kennen. Dabei soll nicht nur die Notfallbehandlung dieser Verletzungen geschult werden, sondern auch die Reaktion auf deren Anblick", so Professor Sefrin weiter.

Schulung der Basis: alle Kräfte an Bord

Geschult werden künftig nicht nur die im Notfalldienst aktiven Kräfte. Der Fokus dieses Lehrgangs liegt auf der Basis. "Es ist wichtig, das ehrenamtliche Personal in den Bereitschaften auch zu schulen", erklärt Sefrin. "Denn bei einem Anschlag auf eine Veranstaltung sind die Bereitschaften mit dem Sanitätsdienst immer direkt vor Ort und die ersten die Helfen können", so der Experte weiter.
Die nun in Schwabmünchen geschulten Helfer fungieren als Multiplikatoren, haben die Aufgabe, in ihren Kreisen bayernweit weiter Ausbilder zu schulen, die dann die rund 20000 Helfer "an der Basis" mit dem Thema vertraut machen.

Fachwissen von der Bundeswehr

Das Vorgehen der Helfer nach einem Anschlag ist mit normalen Hilfseinsätzen nicht zu vergleichen. Die Art und Masse der Verletzungen kommen im Alltag nicht vor. Das Fachwissen für die Ausbildungen holte sich das Rote Kreuz bei den Experten der Bundeswehr, aber auch im Ausland. Daher kommen Teile der Hilfsmaterialien. Jeder Rettungswagen in Bayern und auch die Bereitschaften werden mit sogenannten "Rebel-Kits" ausgestattet, die mit, oftmals beim Militär, erprobten Spezialmaterial ausgestatten sind.

In etwa acht Wochen soll in Schwaben die Ausbildung der Bereitschaften durch die Besucher des Multiplikatorenlehrgangs beginnen. Die im Rettungsdienst aktiven Sanitäter werden im Zuge ihrer Weiterbildungen geschult.
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