Der Vater der Städtepartnerschaft

Schwabmünchens Bürgermeister Lorenz Müller überreicht die Ehrenbürgerurkunde an Holger Kruska, einen Enkel Adolf Stebers

Eigentlich hätte der Schwabmünchner Adolf Steber am Marktwochenende in einem feierlichen Akt die Ehrenbürgerurkunde Schwabmünchens in Empfang nehmen sollen. Doch wenige Tage vor der Übergabe starb der Vater der Städtepartnerschaft zwischen Schwabmünchen und dem französischen Giromagny.

Schwabmünchen Bereits im März beschloss der Schwabmünchner Stadtrat einstimmig, Adolf Steber als Ehrenbürger zu würdigen. Im Rahmen des Partnerschaftstreffen beider Städte am Marktsamstag sollte Adolf Steber die Ehrenbürgerurkunde überreicht werden. Tragischerweise starb Steber jedoch einige Tage vor der Feier. In einer von Musikern unter der Leitung von Chorregent Stefan Wagner begleiteten Sondersitzung des Stadtrates im Schwabmünchner Rathaus wurde die Urkunde posthum den Angehörigen Adolf Stebers überreicht.
In seiner Laudation hob Bürgermeister Lorenz Müller die wichtigsten Verdienste von Adolf Steber heraus, nannte ihn "den Motor der Partnerschaft". Er würdigte vor allem Stebers Einsatz für den Jugendaustausch, der dem Verstorbenen eine "Herzensangelegenheit" war. Müller wünschte sich dabei mehr Menschen wie Adolf Steber: "In Anbetracht der Krise, die die Europäische Union gerade durchmacht, würde man sich wünschen, es gebe mehr vom Schlage eines Adolf Stebers. Sein Besispiel zeigt, wie es möglich wäre, zu einem gutem und von Verständnis getragenen Zusammenleben in Europa zu gelangen".
Steber wurde 1927 in Schwabmünchen geboren. Nach Ableistung seines Kriegsdienstes kam er 1949 in französische Gefangenschaft. Schon bald nach seiner Rückkehr hat er begonnen, erste Kontakte nach Frankreich zu knüpfen. 1961 wurde zwischen dem Heimkehrerverband Schwabmünchen und der Kriegsgefangenenvereinigung in Giromagny eine Partnerschaft geschlossen. Daraus entwickelte sich, auch wegen des großen persönlichen Einsatzes von Adolf Steber, im Jahr 1975 die Städtepartnerschaft zwischen Schwabmünchen und Giromagny. 1982 wurden, auch durch Stebers Engagement, die "Freunde von Giromagny" gegründet, denen er mehr als 20 Jahre vorsaß.
Für seine Verdienste bekam Adolf Steber viele Auszeichnungen. 1983 wurde er mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet, 2003 wurde er Ehrenbürger von Giromagny, 2004 bekam er das holzgeschnitzte Stadtwappen Schwabmünchens.
Stellvertretend für die Angehörigen nahm Stebers Enkel Holger Kruska die Ehrenbürgerurkunde entgegen, der den Austausch zwischen den beiden Partnerstädten als "das Lebenswerk meines Großvaters" bezeichnete.
Nach der Sondersitzung, an der neben dem Stadtrat auch Giromagnys Bürgermeister Jean Colin, Vertreter des französischen Partnervereins, Mitglieder der Freunde von Giromagny und Weggefährten von Adolf Steber teilnahmen, ging es ins Pfarrzentrum. Dort wurde - ganz im Sinne des Ehrenbürgers - die Städtepartnerschaft gefeiert. (ckr)
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