Der Wertach Einhalt gebieten

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Das fast zehn Meter hohe Stauwehr bremst die Wertach aus und erzeugt nebenbei Strom.

Seit 60 Jahren ist das Wasserkraftwerk an der Wertach bei Schwabmünchen in Betrieb. Zu seinem Jahrestag kamen viele Gäste. Beim Bau der Anlage stand die Stromerzeugung nicht im Vordergrund

Schwabmünchen Die Ursachen, weshalb das Wertachstauwehr, wie auch die weiteren Kraftwerke flussabwärts von den Bayerischen Elektrizitätswerken (BEW) betreiben werden, liegen im 19. Jahrhundert. Damals wurden viele Flussläufe begradigt, um Land zu gewinnen. Die Folgen zeigten sich erst Jahrzehnte später. Die geraden Flüsse legten in Sachen Strömungsgeschwindigkeit zu, gruben sich tiefer in den Boden. Der Grundwasserspiegel sank, im Hochwasserfall fehlten die Überlaufzonen. 1950 gab es von staatlicher Seite erste Anregungen an die LEW. Nach einem Gutachten wurde 1955 mit dem Bau des Kraftwerkes bei Schwabmünchen begonnen. Innerhalb von 15 Monate entstand, für eine Bausumme von 4,9 Millionen Mark, das erste Stützschwellenkraftwerk an der unteren Wertach. Die Hauptziele, die Verringer in der Fliessgeschwindigkeit wurde erreichet, die Wertach gräbt sich seither nicht mehr tiefer in den Untergrund. Auch der Grundwasserspielgel hat sich erheblich erhöht. "Das Wertachtal würde ohne die Stauwehre versteppen," weiß Ralf Klocke von der BEW. Die Stromerzeugung entlang der Wertach ist nur ein Nebenprodukt, aber trotzdem von Bedeutung. Die dort von der BEW erzeugte Menge genügt, um 17000 Haushalte zu versorgen. Wobei auch heute die Natur weiter ein wichtiges Arbeitsfeld der BEW ist. Seit ein paar Jahren ist die Wertach durch Fischtreppen von der Mündung bis zum Ursprung durchgängig für Fische. Dadurch hat sich deren Zahl verdreifacht, auch die Artenvielfalt ist gestiegen.
Weitere Projekte, wie Bootsanlegestellen und Uferausweitungen sind für die nächsten Jahre vorgesehen. BEW-Geschäftsführer Frank Pöhler erläutert: Was hier gebaut wird, dient als Blaupause für andere Projekte". Dabei gilt für die BEW das Gemeinsame. "Wenn man mit allen, die am Fluss sind zusammenarbeitet, kann man mehr erreichen," so Pöhler.
Schwabmünchens Bürgermeister Lorenz Müller ist froh um die Wertach: "Sie ist ein wichtiger Naherholungsfaktor für die Stadt". Und auch im Klimakonzept Schwabmünchens spielt das Wasserkraftwerk an der Krumbacher Straße wie auch das in Mittelstetten eine große Rolle.
Beim Tag der offenen Tür konnten die vielen Besucher einen Blick ins innere der dicken Staumauern werfen und erfuhren viel über die Funktion des Kraftwerks. Doch nicht nur das Wehr wurde ausführlich erklärt. Auch die Fischtreppe wurde von den Fachleuten der BEW ausführlich erklärt. Dazu gehörte am Samstag auch eine "Live"-Baustelle. Im oberen Bereich der Fischtreppe legten Mitarbeiter der BEW eine neue Kiesbank an. Dort können dann verschiedene Fischarten laichen. Zum Abschluss konnten die Gäste auf einem Boot der Wasserwacht noch eine Runde auf der Wertach drehen.
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