Die Burger-Ruine in Schwabmünchen sorgt weiter für Gesprächsstoff

Das ehemalige Lagerhaus wird abgerissen, dort soll ein vierspänniges Reihenhaus entstehen
 
Seit gut einem Jahr wird die ehemalige Molkerei häppchenweise abgerissen. Bis Ende des Jahres soll der Abriss endgültig fertig sein.

Schwabmünchen Seit gut einem Jahr sorgt sie in Schwabmünchen für Gesprächsstoff: Die Ruine der ehemaligen Molkerei Burger entlang der Lechfelder Straße. Nun scheint wenigstens ein Termin für den endgültigen Abriss sicher. Für die Bebauung des Geländes gibt es erneuerte Pläne, doch diese bergen noch einige Probleme.

Bevor in der vergangenen Bauausschusssitzung in Schwabmünchner Rathaus die ersten Pläne von der angedachten Bebauung des ehemaligen Burger-Anwesens entlang der Lechfelder Straße zu sehen waren, machte erst einmal Bürgermeister Lorenz Müller seinen Unmut Luft. "Es ist ein Ärgernis, dass dort immer noch nicht fertig abgerissen und die Fläche geräumt ist", schimpfte der Bürgermeister. Aber es besteht Hoffnung. Seitens des Inverstors, der "Ausfahrt GmbH" aus München, wurde zugesagt, bis spätestens zum 31. Dezember dieses Jahres diese Arbeiten abzuschließen.
Bei der Vorstellung der Pläne durch Stadtbaumeister Stefan Michelfeit gab es die nächste Überraschung. Statt der bisher bekannte Variante mit neun sogenannten Stadthäusern entlang der Lechfelder Straße und vier in der Gartenstraße ist die Zahl der geplanten Häuser an der Lechfelder Straße auf elf gewachsen. Interessant dabei, dass diese Planungen bislang weder auf der Internetpräsenz des Architekten zu finden sind, noch in einem bekannten Online-Immobilienportal. Dort ist weiterhin die Planung mit neun Häusern zu sehen, wobei dort einige Objekte sogar als "reserviert" gekennzeichnet sind.
Neben den Neubau dieser nun 15 Stadthäuser ist auch die Sanierung und Aufstockung des bestehenden Wohnhauses geplant. Dort sollen weitere sechs Wohnungen Platz finden. Auf Wunsch der Stadt soll eine davon barrierefrei gestaltet werden. Interessant hier, dass eben dieses Haus in der Vorwoche von der selben Maklerfirma, welche die Stadthäuser vertreibt, zum Verkauf ins Internet gestellt wurde.
Die Frage der notwendigen Stellplätze ist zumindest in Sachen Anzahl geregelt. Die vier Häuser an der Gartenstraße bekommen jeweils einen Carport und einen Stellplatz. Doch die Anordnung als Senkrechtparker, vor allem in der hohen Anzahl, kurz nach dem Kreuzungsbereich zur Lechfelder Straße fand wenig gefallen. "Das ist zu gefährlich", bemängelte Stadtrat Rudolf Lautenbacher. Auch Stefan Michelfeit sieht dies ähnlich und erklärte, dass auch die Stadtverwaltung dahingehend Handlungsbedarf sehe. Für die Häuser in der Lechfelder Straße und das bestehende Wohnhaus ist eine gemeinsame Tiefgarage geplant. Deren Ein- und Ausfahrt soll in der Fuggerstraße sein. Auch hier sparte Rudolf Lautenbacher nicht mit Kritik: "Eine solche Zufahrt an dieser verkehrsbelasteten Stelle ist nicht gut". Zudem sind drei oberirdische Besucherparkplätze geplant. "Die Anzahl der Stellplätze ist ausreichend, jedoch sehen wir hier trotzdem Probleme", erläutert Stadtbaumeister Michelfeit.
Diese beginnen schon in der Tiefgarage. Die Stellplätze für die Häuser sind jeweils unter diesen angeordnet. Die für das Wohnhaus finden im hinteren Bereich der Tiefgarage Platz. Doch deren Fahrgasse befindet die Bauverwaltung als zu eng, so das im hinteren Bereich das Ein- und Ausparken ein Problem sein könnte. "Dann besteht die Möglichkeit, dass diese Stellplätze nicht angenommen werden", so Michelfeit.
Ein weiteres Problem dürfte sein, dass es vom Wohnhaus keinen direkten Zugang zur Tiefgarage geben soll. Die Bewohner müssten, um zu ihren Fahrzeugen zu gelangen, jedes Mal "außen herum" laufen.
Dieses Lösungspaket gefällt weder der Verwaltung noch dem Ausschuss. "Da kaum Stellplätze an der Oberfläche nutzbar sind, werden die Häuser nur über die Tiefgarage erschlossen. Das wird nicht funktionieren", stellt Michelfeit fest.
Doch Lösungen sind schwer zu finden. "Klar ist, dass das bestehende Wohnhaus einen direkten Zugang zur Tiefgarage braucht", so Michelfeit. Um weitere Stellplätze zu schaffen, hat er sich Gedanken gemacht. "Der Fußweg wird nach dem Bau der Häuser neu gemacht werden müssen. Daher könnte der gut 80 Zentimeter an die Häuser geschoben werden. Dann liesse sich eventuell eine Parkbucht in der Lechfelder Straße schaffen", erklärt der Stadtbaumeister. Dadurch würde die Breite der Lechfelder Straße jedoch auf 6,3 Meter schrumpfen. Doch diese Lösung fand wenig Anklang. "Es ist nicht machbar, an dieser Stelle die Straße zu verengen", so Stadtrat Rudolf Lautenbacher. "Dort fahren sehr viel Busse und Lastwagen, das gäbe viel Ärger", ergänz er.
Stadträtin Gabriele Huber regte an, den Investor zu überreden, auf ein Haus zu verzichten. "Dann wäre genug Platz, um das Stellplatzproblem oberirdisch zu lösen." Baureferent Josef Alletsee könnte sich auch vorstellen, "dass die Häuser in der Lechfelder Straße einrücken, um Platz schaffen".
Angesichts der Problematik, die die Stellplätze aufwerfen, rückt die Nichteinhaltung der Abstandsflächen beinahe in den Hintergrund. Nach Norden werden diese auf die fast komplette Länge nicht eingehalten. Im Süden werden die vorgeschrittenen Abständen im Bereich der Tiefgaragenausfahrt nicht eingehalten. "In beiden Fällen ist eine Zustimmung der Nachbarn notwendig. Dahingehend ist der Investor in Verhandlungen", erläutert Michelfeit.
Auf Grund der vielen offenen Fragen wurde eine Beschlussfassung zu diesem Bauantrag vertagt. In dieser Form hätte der Antrag keine Chance auf Zustimmung.
Trotzdem möchte Bürgermeister Lorenz Müller, dass das Gelände bebaut wird. "Wir haben große Interesse an einer guten und geordneten Bebauung", so Müller. Doch gerade in Sachen Parken stellt er auch klar: "Die Lechfelder Straße muss funktionieren".
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