Die Deko macht den Unterschied

Aus hunderten alten CDs wurde diese Discokugel hergestellt.
 
Überall auf dem Gelände sind die Werke des Deko-Teams zu finden.
Schwabmünchen

Dass das Singoldsand Festival in Schwabmünchen eine besondere Rolle im Meer der vielen Festivals einnimmt, ist inzwischen weitläufig bekannt. Die Gründe dafür sind vielfältig. Einer der Gründe ist das System, wie das Festival aufgezogen wird. Die komplette Mannschaft, die sich für das Singoldsand verantwortlich zeigt, arbeitet ehrenamtlich. Und das nicht nur während des Festivals. Allein in der sogenannten Aufbauwoche tummeln mehr als 150 Helfer auf dem Areal rund um die Schwabmünchner Geyerburg. Ehrenamtlich. Viele stammen aus Schwabmünchen, wohnen aber nicht mehr dort, nehmen sich aber für diese Woche Urlaub. Doch auch in der Zeit zwischen den Festivals arbeiten alle mit der Vorbereitung betrauten Personen ohne auch nur einen Cent dafür zu bekommen. Und das von Anfang an.

Als vor sieben Jahren das erste Mal auf dem Eisplatz gefeiert wurde, war der damalige Jugendbeirat federführend. Seinerzeit hätte wohl keiner gedacht, was sich aus dieser Beachparty entwickelt. "Wir wollen ein Festival machen, dass die Jugend für die ganze Stadt, die Region auf die Beine stellt. Dazu gehört neben toller Musik auch der monetäre Aufwand für die Besucher," erklärt Patrick Jung, der von Beginn an dabei ist. Dies ist auch heute noch so, Gemessen an der Qualität die auf der Bühne steht, sind die Ticketpreise mehr als nur günstig. Auch bei den Preisen für Speisen und Getränke wird darauf geachtet, dass es nicht zu teuer wird. "Das geht nur, weil alle die hier mithelfen, keinen Cent bekommen," so Jung. Schlägt man die Zahl der Helfer, die in der Festivalwoche mit dabei sind, auf einen Acht-Stunden-Tag mit einem Lohn von zehn Euro die Stunde um, ergibt dies einen Nettobetrag von mehr als 80000 Euro. Das würde die Ticktes um 10 Euro pro Tag teurer machen. Dazu käme aber auch noch der nicht zu vernachlässigende Aufwand außerhalb der Festivalwoche. Neben den Planern wird in einem weiteren Bereich schon lange bevor die meisten an das Festival denken, viel getan.

Fachbereich Deko als Markenzeichen

Die Rede ist vom Fachbereich Deko. Denn das "Drumherum" beim Singoldsand ist ein weiteres Markenzeichen des Festivals. Die Dekorateure sorgen dafür, dass das Gelände seinen eigenen besonderen Reiz bekommt. Beim schlendern rund um die Geyerburg lohnt sich das genaue Hinsehen. Viele große und kleine Objekte bringen die Gäste zum Staunen. Mit viel Liebe macht das Dekoteam aus dem eigentlich schon ansehnlichen Areal eine kunterbunte, fröhliche Wunderwelt. Und das mit kleinem Budget. Das Deko-Team, geleitet von Otto Grothe, ist ein wahrer Meister der Wiederverwertung. Da hängen hunderte, mit farbiger Flüssigkeit gefüllte, Flaschen als bunte Leuchte über den Köpfen der Besucher, etwas weiter dreht sich eine überdimensionale Discokugel aus alten CDs zwischen den Bäumen, Doch nicht nur die großen Dinge machen den besonderen Flair aus. So frohlockte die Münchner Sängerin Fiva vor zwei Jahre, dass "hier so viel Liebe drin steckt. Sogar die Mülleimer sind dekoriert. Das ist fantastisch". Auch in diesem Jahr wird das Deko-Team wieder für einige Überraschungen und große Besucheraugen sorgen. Allein das, was wieder allein fürs Auge geboten wird, sollte einen Besuch wert sein.
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