Die Lebensmittel werden knapp

Eine Urkunde vom Tafel-Bundesverband zum 15-jährigen Bestehen übergab Ländervertreter Klaus Tenbrink (Bildmitte) an die Schwabmünchner Tafel und einige ihrer freiwilligen Helfer: (von links) Tamara Morhart, Tafel-Leiter Peter Wyss, Christina Glögle, Caritas-Vorsitzender Andreas Claus, Lisa Sellmeir, Tafel-Mitarbeiterin und Landratsstellvertreterin Sabine Grünwald sowie Sebastian Spiel. (Foto: Evelin Schulz)

Bayerische Tafeln diskutieren bei Jahrestagung in Schwabmünchen den Flüchtlingsansturm auf die Ausgabestellen.

Die Arbeit der Tafeln im Zeichen der Flüchtlingskrise war das zentrale Thema eines Regionaltreffens, das zahlreiche dieser Hilfseinrichtungen aus Schwaben und Oberbayern nach Schwabmünchen führte. Aus Anlass ihres 15-jährigen Bestehens hatte die Schwabmünchner Tafel heuer die Ausrichtung der jährlichen Tagung für Bayern-Mitte übernommen.
Dabei durften sich die Gastgeber um Tafel-Leiter Peter Wyss nicht nur über rund 50 Teilnehmer im Pfarrzentrum St. Michael freuen, sondern wurden zum Jubiläum auch mit einer Urkunde des Bundesverbands gewürdigt. Glückwünsche gab es auch für andere Tafeln mit runden Geburtstagen, darunter für die Königsbrunner Tafel zum Zehnjährigen.
Unter der Leitung von Ländervertreter Klaus Tenbrink aus Freising und Evelin Schulz, der Leiterin der Berliner Bundesgeschäftsstelle der deutschen Tafeln, beschäftigten sich die Tafel-Verantwortlichen einen Tag lang mit Fragen der Lebensmittelhygiene, Sponsoringaktionen und Logistikverbünden, um die gespendeten Waren zu verteilen.
Intensiv diskutierten die Tagungsteilnehmer die Herausforderungen des Flüchtlingsansturms auf die Tafeln. Mancherorts, so berichteten verschiedene Tafeln, seien die Kundenzahlen durch neu hinzugekommene Asylbewerber derart explodiert, dass Aufnahmestopps unausweichlich waren. Ansonsten hätten die Lebensmittel nicht mehr gereicht, um die bedürftigen Mitbürger angemessen zu versorgen, hieß es zum Beispiel aus Buchloe. Andernorts wie Schwabmünchen habe man zusätzliche warenspendende Supermärkte gewinnen können, um den Ansturm zu bewältigen. Teils seien auch langjährige, einheimische Tafelnutzer aus Sorge, nun weniger zu bekommen, den Flüchtlingen ablehnend begegnet. Ein Ausspielen „arm gegen ärmer“ würden die Tafeln aber nicht zulassen, waren sich die Tagungsteilnehmer einig: Tafeln sind „Ort der Hilfe für jedermann in Not, unabhängig von seiner Herkunft.“
Schwabmünchens Bürgermeister Lorenz Müller stellte den Gästen aus der Tafelbewegung in einem Grußwort seine Stadt als starkes Mittelzentrum vor. Trotz der guten wirtschaftlichen Entwicklung werde vor Ort „die Not leider nicht geringer“, so dass die ehrenamtliche Arbeit der Schwabmünchner Tafel-Freiwilligen weiter gebraucht werde. Mit dem Stadtoberhaupt dankte auch Pfarrer Christoph Leutgäb den Mitarbeitern für Ihren Dienst. Indem sie Menschen in wirtschaftlicher Not nicht als Bettler, sondern als Kunden behandelten, werde die Würde der bedürftigen Mitbürger unterstrichen. Wie das konkret in Schwabmünchen geschieht, erläuterte Tafel-Leiter Peter Wyss in einer Präsentation und einem Rundgang durch die örtliche Ausgabestelle.
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