Die Leistungsvielfalt der Ulrichswerkstätten Schwabmünchen

Einrichtungsleiterin Katja Weh-Gleich mit einer Zählhilfe.
 
Joahnn Thalhofer montiert eine Dichtung in ein Kunststoffteil.

Die Ulrichswerkstätten Schwabmünchen luden zum Tag der offenen Tür und hunderte Menschen aus der Region folgten dem Ruf. Sie konnten sich ein Bild davon machen, welche vielfältigen Arbeiten Menschen mit Behinderung in der Einrichtung ausführen.

Im gesamten Bereich der Einrichtung zeigten die Menschen mit Behinderung an ihren Arbeitsplätzen, was sie alles leisten.
Beginnend mit einfachen Sortier- und Verpackungstätigkeiten über Montagearbeiten bis hin zur eigenen Metallbearbeitung. So wie Johann Thalhofer, der am Samstag Kunststoffteile eines Untermeitinger Unternehmens mit einer Dichtung versieht. "Da muss man sehr genau arbeiten", erklärt er und platziert mit routinierten Handgriffen den dünnen Gummi perfekt in das Gehäuse.

Hohe Qualität als Markenzeichen


Einrichtungsleiterin Katja Weh-Gleich erklärt, "dass die Mitarbeiter immer entsprechend ihrer Möglichkeiten eingesetzt werden." In einer anderen Werkstatt packen Angestellte Promo-Tüten für Happy Dog oder Zubehörbeutel für die Drehstühle aus dem Hause Top Star. Der Kreis der Kunden, die von der Arbeit der Ulrichswerkstätten Gebrauch machen ist groß. Auch Zettler Kalender Osram oder Hilti zählen dazu.
"Unser Trumpf ist die hohe Qualität, die wir abliefern", erklärt Weh-Gleich, nicht ohne Stolz.

Selbst entwickeltes Informationssystem als Hilfestellung


Ein besonderes Produkt ist CABito, ein barrierefreies Informationssystem, das Informationen für alle Menschen zugänglich macht. Damit lassen sich Informationen einfach und ganz individuell darstellen und finden durch eine multimodale Ausgabe - also durch Text, Bild und Sprache - bei allen Menschen Anklang. Mit den höhenverstellbaren Systemen erreichen selbst Rollstuhlfahrer und kleine Personen ohne Probleme die gewünschten Informationen am Bildschirm. Das System ist von den Ulrichswerkstätten selbst entwickelt und wird dort auch hergestellt.

Förderstätte für Alltags- und Berufsleben


Neben der Arbeit ist spielen auch Ausbildung und Betreuung eine große Rolle in den Werkstätten. Im Berufsbildungsbereich werden Schulabgänger an das Arbeitsleben herangeführt. Das beginnt beim Erlernen der Grundsätzen des Energiesparens und der Verhaltens im Brandfall bis zum auf die Arbeit vorbereitenden Unterricht.
Für Menschen, die Schwer- oder Mehrfachbehindert sind, ist eine Förderstätte eingerichtet. Dort erleben sie tagesstrukturierte Angebot, können auch leichten Arbeitstätigkeiten nachkommen.

Kommunikationssystem erleichtert Verständigung


In diesen Räumen wird auch die "Unterstützende Kommunikation" vorgestellt. Diese ist ein wichtiger Bestandteil der Arbeit, da Mitarbeiter sprachgestört sind, oder nicht schreiben und lesen können. Dabei gibt es verschiedene Systeme zur Kommunikation, wie Florian Wimmer erläutert: "Von einfachen Brettchen, über Taster, Tablets, bis hin zum Display, dass auf die Augen reagiert ist hier alles da, um die Kommunikation untereinander zu erleichtern."

Kunstatelier und Rentenbeschäftigung


Gleich nebenan ist das Werkstatt-Atelier. Die dort beschäftigten Künstler haben sich schon Kunstpreise gesichert und sind auch durch das Singoldsand-Festival bekannt geworden. Im Vorgarten zeigt Rebecca Jung eine neue Projektidee. "Es geht um Pflanzen, mehr wollen wir noch nicht verraten", so die angehende Heilerziehungspflegerin.
Über dem Atelier sind die Räume des Aktiv-Clubs. Dort ist der Platz der älteren Beschäftigten. In diesem Club werden sie unter anderem nach dem Ausscheiden aus dem aktiven Arbeitsleben betreut.

Freizeitgestaltung und Gartenumbau ebenfalls Programmpunkte


Auch das Umfeld, welches in den Werkstätten für die Menschen mit Behinderung geschaffen wurde, lässt sich sehen. Neben einer großen Kantine, gibt es auch ein Café. "Auch bei uns ist Kaffee ein wichtiger Treibstoff für alle Mitarbeiter", gibt Katja Weh-Gleich zu. Neben den gemütlichen Räumen in den Werkstätten sorgt, vor allem im Sommer, der schön gestaltete Außenbereich für eine hohe Aufenthaltsqualität.
Die Mitarbeiter der Werkstätten sind auch außerhalb der Räume an der Töpferstraße aktiv. Das Garten- und Landschaftsbauteam kümmert sich unter anderem um die Pflege der Friedhöfe in Schwabmünchen und kann auch von Privatpersonen für die Gartenarbeit gebucht werden.
Das Cateringteam ist seit einigen Jahren für die Verpflegung der Schüler in der Schwabmünchner Grundschule zuständig und dort äußerst beliebt.

Werkstätten sind wichtiger Schauplatz der Inklusion


Den Abschluss des Tages macht das traditionelle CAB-Derby. Dort tritt ein Fußballteam aus der Belegschaft gegen ein Team aus den Reihen der Betreuer an. Nach einem tollen und emotionalen Spiel, hervorragend geleitet vom zweiten Bürgermeister Hans Nebauer, siegten die Beschäftigen mit einem Treffer in der Schlussminute hochverdient mit 6:5.
Nebauer zeigte sich angetan von den Werkstätten und ihren Mitarbeitern. "Hier wird ein wichtiger Teil zur Inklusion beigetragen", so Nebauer.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.