Dynamisches Duo begeistert die Fans

Uwe Bolten und Jürgen Lechner (von links) sind seit 25 Jahren auf den Bühnen im Lechfeld zuhause. Foto: Stöbich


Es gibt im Lechfeld wohl nur wenige Country-Musikfans, die das Duo "Arizona Outlaws" noch nicht kennen. Denn schon seit einem Vierteljahrhundert stehen Uwe Bolten und Jürgen Lechner auf diversen Bühnen wie im Sportheim Klosterlechfeld, im Schützenheim Schwabmünchen oder im Bobinger Hexenhäusl. Gemeinsam begeistern sie ihr Publikum mit einer ungewöhnlichen Show, bei der Jonglierkunststücke zu sehen und Dudelsack, Gitarren, Mundharmonikas und Saxophon zu hören sind.

Die erfolgreichen "Außenseiter" sorgen mit deutschen und englischen Oldies von Country bis Pop für Stimmung. "In Hiltenfingen sind wir sogar einmal auf einem Anhänger spielend durch den ganzen Ort gezogen", erzählt Bolten. Weit über den Landkreis hinaus sind die beiden Hobby-Musiker nicht nur für ihre schwungvollen Auftritte bekannt, sondern auch dafür, dass sie ihr Talent seit vielen Jahren in den Dienst der guten Sache stellen. So hat ihre jährliche Aktion "Kauf dir ein Lied" beim Schwabmünchner Frühlingsfest bisher schon einige tausend Euro für soziale Zwecke eingebracht; für Tsunami-Opfer wurden 1100 Euro erspielt.

Doch seinen Erfolg musste sich das dynamische Duo hart erarbeiten; kennengelernt hatten sich die Soldaten vor 25 Jahren während eines Bundeswehr-Lehrgangs in Iserlohn. "Anfangs bestand unser ganzes Repertoire aus zwölf Titeln und die Ausrüstung hatte in einer Baumwolltasche Platz", erinnert sich Lechner an den bescheidenen Start. Wenige Jahre später spielten die "Arizona Outlaws" dann bereits beim Silvesterball der Bundeswehr in Italien.

Wie der Name schon andeutet, liegt der musikalische Schwerpunkt auf Country-Songs, zum mehrstündigen Repertoire gehören aber auch Oldies, Rock-Klassiker und Gitarren-Instrumentalstücke, die Bolten besonders liebt. "Mit elf Jahren habe ich in der Schule Blockflöte und danach Akkordeon gelernt", schildert der gebürtige Viersener seinen Werdegang.

Mit 14 wurde er Mitglied im Akkordeonorchester Waldniel unter Willi Gehlen und bekam dort eine fundierte musikalische Ausbildung. "Mit dem Schulorchester habe ich sogar eine Schallplatte aufgenommen und bis nach Südafrika an Bekannte verkauft." Ab dem 26. Lebensjahr trat Bolten unter anderem bei Familienfeiern als Alleinunterhalter auf.

Seine Begegnung mit Jürgen Lechner stellte schließlich die Weichen Richtung Country-Musik. Wie es sich für einen gebürtigen Kaufbeurer Musiker gehört, hatte Lechners Weg in der Tänzelfest-Knabenkapelle begonnen; dort lernte er mit acht Jahren Klarinette. Sein Weg führte ihn weiter zur Blaskapelle Hirschzell und "Archies Oberkrainern". Mit diesen weithin bekannten Kapellen trat er nicht nur im schwäbischen Umland auf, sondern unternahm auch Konzertreisen ins Ausland.

Neben seinem Engagement bei den Outlaws ist er auch Sänger im Gospelchor "Good news" und Dudelsack-Solist. "Dessen Klang hat mich schon als Kind fasziniert", erzählt er, "aber es war schwierig, einen Lehrer zu finden." So erlernte er das Instrument erst als Erwachsener.

Im Heimstudio von Uwe Bolten sieht es aus wie in einem gut ausgestatteten Musikladen. Im Keller seines Schwabmünchner Hauses stehen über ein Dutzend Gitarren, Percussion-Instrumente sowie eine Lautsprecher- und Lichtanlage. Seine Vorliebe für Technik und elektronische Medien macht ihn, neben seiner Rolle als Gitarrist und Backgroundsänger, auch zum Sound-Programmierer des Duos; am PC formt er sogenannte MIDI-Files, die als Background für die Darbietungen erklingen.

Während er die Melodien der Shadows, Spotnicks oder Ventures auf der Bühne live spielt, kommen Bass, Schlagzeug und Begleitinstrumente aus dem Computer. Alles programmiert Bolten in mühevoller Arbeit selbst - sogar das Bühnenlicht, das auf die Atmosphäre jedes einzelnen Songs abgestimmt ist. Komplexe Arrangements dauern so bis zu einer Woche.

Trotzdem ist Technik nicht alles, "denn ich bin Bauchmusiker und lege großen Wert auf das Gefühl". Für ihn ist Musik ein Spiegelbild der Seele und muss darum auf jeden Fall harmonisch sein. "Free Jazz etwa ist mir ein Greuel." Auch für den musikalischen Nachwuchs ist schon gesorgt: Boltens Sohn Florian hat Talent als Percussionist und Techniker, seine drei Jahre jüngere Schwester Christiana hat wie einst ihr Papa mit der Blockflöte begonnen.

Nur seine Ehefrau Iris Bolten ist nicht aktiv in die Familienband integriert. Sie hatte ihren Mann bei dessen Auftritt 1998 im Langerringer "Wirtshäusl" kennen- und lieben gelernt, ein Jahr später war die Hochzeit. (Peter Stöbich )
1
Einem Autor gefällt das:
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.