Eine Ausstellung zum Be-greifen

Wie auch der Dunkelparcours ist das schiefe Zimmer bei den Besuchern beliebt. Dort werden dem Gleichgewichtssinn die Grenzen aufgezeigt.
 
Fühl Mal. Stefan Michelfeit aus Schwabmünchen ertastet den Inhalt eines Säckchens.

Nach den erfolgreichen "Augenspielen" folgt nun im Schwabmünchner Museum die Ausstellung "fühlmal". Erneut können die Museumsbesucher aktiv werden, statt sich nur Ausstellungsgegenstände anzusehen

Der Tastsinn steht im Mittelpunkt von "fühlmal" und wird im Museum richtig auf die Probe gestellt. Viele handgefertigte Mitmachobjekte laden zum Ausprobieren ein. Musemusleiterin Sabine Sünwoldt setzt bewußt auf die Aktivität der Besucher, denn "kein Display, keine elektronische Visualisierung kann das Tastgefühl vermitteln."

Architekten entwarfen die Attraktionsräume

So sind die Besucher gefordert. Diese stürzten sich bei der Eröffnung auf die Objekte wie Fühlmemory, Fühlsäckchen oder Tasttische. Die größte Anziehungskraft hatten aber das schiefe Zimmer und der Dunkelparcours. Für beides hat der Schwabmünchner Architekt die Pläne gezeichnet, umgesetzt hat es das Team vom Bauhof. "Hier gilt neben der Leitung des Bauhofs vor allem Peter Renz und Werner Heim mein Dank", so Sünwoldt.

Schiefes Zimmer und Dunkelpacours

Im schiefen Zimmer wird der Gleichgewichtssinn der Besucher auf die Probe gestellt. Kaum stehen diese in dem leicht geneigten Raum, setzt ein Schwindelgefühl ein. Manch einer gab schon nach ein, zwei Schritten in den Raum wieder auf und drehte um. "Das ist unglaublich, mir wurde sofort schwindlig, als ich da rein bin", bilanziert Margit Stapf ihr Erlebnis. Auch der Dunkelparours zog die Besucher an. So sehr, dass sich die Wartezeit auf eine Führung auf eine Stunde ausdehnte. Doch das Warten lohnt sich. In völliger Dunkelheit müssen die Besucher durch ein Zimmer wandeln und Gegenstände erfühlen. Ein faszinierendes Erlebnis, nur auf den Tastsinn vertrauen zu können. Rund 40 Objekte sind zu erfühlen, dazu wechselt die Beschaffenheit des Bodens. Ein unglaublich intensives Erlebnis.

Es ist nur zu spüren, nicht zu sehen, mit wie viel Leidenschaft dieser Raum geplant und erstellt wurde. Damit beim Erleben des Parcours auch nichts passieren kann, wird dieser nur in kleineren Gruppen und in Begleitung von Museumsmitarbeitern mit Nachtsichtgerät betreten.

Ein Ereignis der besonderen Art

Das Schwabmünchner Museum bietet erneut eine Ausstellung, deren Besuch sich mehr als nur lohnt. "fühlmal" bietet ein Erlebnis der besonderen Art. Daher rät Sabine Sünwoldt zu Recht: "Wenn sie kommen, nehmen sie sich Zeit." Zeit zum Erleben. Denn "fühlmal" ist ein Erlebnis. Ein Erlebnis für die Sinne das seinesgleichen sucht. Stadträtin Margit Stapf war nach ihrem Auftaktbesuch begeistert: "Das war wunderbar. Ich denke, die Ausstellung kann den Erfolg der Augenspiele noch toppen." Die lockte mehr als 12000 Besucher ins Museum. "fühlmal" hat das Potenzial dazu.
Die ersten 100 Gäste, die am Sonntag schon da waren, werden dies bestätigen.

Die Öffnungszeiten sind Mittwoch, von 14 bis 17 Uhr, Sonntag, von 10 bis 12 und von 14 bis 17 Uhr.
Parallel laufen noch die ebenfalls sehenswerten Ausstellungen "C.M." mit Bildern von Catalina Mayer und "Panorama" - Schwabmünchen von oben mit zum Teil spektakulären Luftaufnahmen Schwabmünchens.
1
Einem Autor gefällt das:
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.