Energiekarawane in Schwabmünchen: Ein erfolgreiches Beratungskonzept

Der Banater Anger (Bild) und das "alte" Breitlehen gehören zu den Gebieten, in denen im Frühjahr 2017 die Energiekarawane durch Schwabmünchen zieht.

SchwabmünchenDie Hoffnungen waren groß, als im vergangenen Jahr die erste Energiekarawane in Schwabmünchen auf die Reise geschickt wurde. Das Konzept gefiel dem Stadtrat, so dass diese neue Form der Energieberatung mit einem Betrag von 15000 Euro unterstützt wurde. In Frühjahr diesem Jahres wurde eine zweite Energiekarawane gestartet. Inzwischen ist die erste komplett ausgewertet. Daher ziehen auch im kommenden Jahr wieder Energieberater durch Schwabmünchen.

Das Konzept ist einfach, aber ertragreich. Bei der sogenannten Energiekarawane können in einem ausgesuchten Gebiet Hauseigentümer sich kostenfrei von Engergieberatern die Schwachstellen an ihrem Gebäude und Lösungen dazu aufzeigen lassen. Ziel der Energiekarawane, die von der Regionalen Energieagentur Augsburg (REA) umgesetzt wird, ist es, die Sanierungsquote im Altbaubestand zu erhöhen. Diese liegt derzeit bei einem Prozent, und soll um 0,4 Punkte erhöht werden.
Die Ides stammt aus der Rhein/Neckar Region und wurde erstmals in Lechhausen umgesetzt. Dort wurden in 22 Prozent der im Beratungsgebiet liegenden Anwesen Termine beantragt. Der bisherige Beratungsschnitt liegt knapp darüber. Im Frühjahr 2015 liefen zeitgleich in Friedberg-West und Schwabmünchen zwei Beratungskarawanen. Wurde schon in Friedberg mit 33 Prozent eine gute Quote erreicht. Doch Schwabmünchen sorgte für die bundesweite bislang beste Quote. Im Bereich zwischen um das Freibad und Krankenhaus ließen sich über die Hälfte aller Hausbesitzer (57%) beraten. Die hohe Akzeptanz dieser Beratungsart setzte sich in diesem Frühjahr fort. Diesmal ging es in den von der Bahnlinie, der Kaufbeurer Straße und der Bahnhofstraße eingegrenzten Bereich. Dort wurde eine Beratungsquote von 56 Prozent erzielt.
Inzwischen ist die erste Karawane in Schwabmünchen ausgewertet. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Den fünf Energieberatern, die dabei unterwegs waren, wurde durchwegs ein sehr gutes Zeugnis ausgestellt. Gelobt wurde neben der fachlichen Qualität auch der Fakt, dass die Beratung stets neutral erfolgte.
Auch die aus der Beratung resultierenden Zahlen sprechen für sich. Rund 60 Prozent der Hauseigentümer haben nach dem Besuch Sanierungsmaßnahmen ergriffen oder planen diese für die nächste Zeit. Den Löwenanteil machen dabei der Austausch der Heizungsanlage oder der Fenster aus. "Doch auch viele kleine Maßnahmen, wie neue Leuchtmittel oder Thermostatventile wurden angestoßen", zeigt sich Margit Spröttle von der REA zufrieden. Im Schnitt schätzt Spöttle die Investition auf rund 20000 Euro pro Haushalt. "Die gesamte Investitionssumme lässt sich schwer angeben, da nicht alle Hauseigentümer an der Evaluation teilgenommen haben", erklärt die Klimaschutzbeauftragte des Landkreises. Ihren Schätzung zu Folge liegt diese Summe zwischen 320000 und 1,6 Millionen Euro. "Ausgelöst wurden diese Investitionen von den 15000 Euro, die die Energiekarawane gekostet hat", so Spöttle. Neben den Hausbesitzern profitiert vor allem das lokale Handwerk von der Karawane. 38 Prozent der Arbeiten wurden von Betrieben aus Schwabmünchen ausgeführt, 27 Prozent der Aufträge wurden von Unternehmen aus einem Umkreis von 50 Kilometern ausgeführt. Rund ein Drittel der Arbeiten wurden von den Hausbesitzern in Eigenleistung ausgeführt.
Auch die von den Engergieberatern bei den Gesprächen aufgezeigten Fördermöglichkeiten wurden in Anspruch genommen. Ein Drittel der Arbeiten bekamen einen Zuschuss vom Staat.
Somit ist das Ziel, die Sanierungsquote auf 1,4 Prozent zu erhöhen deutlich übertroffen worden. Diese liegt nun bei mindestens acht Prozent. Kein Wunder also, dass der Bauausschuss für das kommende Jahr eine dritte Energiekarawane bewilligte. Ab Ende März gibts die kostenlose Vor-Ort-Beratung dann in der Gartenstraße, mit Ziegelstadel, Römerstraße, rund um den Banter Anger und im "alten" Breitlehen.
Derzeit ist die Karawane in Haunstetten und Königsbrunn unterwegs. Die in Schwabmünchen erzielten Erfolge lassen hoffen, dass auch dort ein ähnlich guter Anstoß für den Klimaschutz getätigt werden kann.
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