Herzen für eine neue Welt – ein Bericht über Peru

Helmut Stapf, Vorstand des Vereins Solidarität Eine Welt, bedankte sich bei Nico Eßwein (rechts) für den Vortrag über dessen Aufenthalt in Peru.

Zur 20. Mitgliederversammlung des Vereins Solidarität Eine Welt erschienen diesmal nicht nur die Mitglieder, sondern auch Leute, die sich für den Vortrag eines jungen Mannes interessierten, der ein Jahr mit „weltwärts“ in Peru verbrachte. Nico Eßwein berichtete sehr ausführlich über das Kinderhilfsprojekt „Corazones para Perú“.

Zu Beginn der Mitgliederversammlung begrüßte Vorstand Helmut Stapf Nico Eßwein und bat ihn, von seiner Zeit in Peru zu erzählen. Ausführlich beschrieb Eßwein nun zunächst den Verein in Deutschland, zeigte Fotos und einen kleinen Film und fasste am Ende seine Eindrücke zusammen. Im Jahr 1998 sei von Dr. Dieter Arnold und sieben Freunden in Königstein im Taunus ein gemeinnütziger Verein mit dem Namen „Herzen für eine Neue Welt e.V.“ gegründet worden mit dem Ziel, die Lebensbedingungen der Landbevölkerung und insbesondere die der in Not lebenden Kinder in den Hoch-Anden zu verbessern. Projektträger in Peru sei „Corazones para Perú“ in Urubamba, dessen Aktivitäten allein durch Spenden aus Deutschland finanziert würden.

Von der Kinderkrippe bis zum Jugenddorf

Eßwein beschreibt seinen Aufenthalt im Kinderdorf Munaychay, dem Herzstück des Projekts mit rund 70 Kindern, das auf knapp 3.200 Metern am Fuß des Chicón-Gletschers liegt. Er zeigte den Tagesablauf von 5.30 bis 18 Uhr und die Wochenplanung anhand eines kleinen Films, erzählte von den Busfahrten zur Schule und vom Englisch-Unterricht, der den Kindern viel Spaß mache. Den peruanischen Kindern falle es sehr schwer, neben ihrer Muttersprache noch Spanisch und zusätzlich Englisch zu lernen. Über Lieder und Verse sei es am Leichtesten möglich, den Sprachrhythmus zu erlernen. Der Leitung des Heimes sei die schulische Förderung der Kinder sehr wichtig, was zulasten der Freizeit gehe. Das Jugenddorf für ältere Jugendliche ab 18 Jahren für die Zeit ihrer Ausbildung oder des Studiums befinde sich in der Stadt. Weiter gäbe es eine Kinderkrippe, schulische Förderung von Kindern bedürftiger Familien, Unterstützung für Menschen mit Behinderung, ein Agrarzentrum und eine Fischzucht.

Eßwein erzählte von Wanderungen zum Gletscher, Fußball spielen, von Silvesterraketen an Weihnachten, Festen mit behinderten Menschen, Durchführung von Renovierungsarbeiten und von der anderen Arbeitsmoral der Peruaner. Er erzählte von der Gastfreundlichkeit der Menschen und der Freude der Kinder am Lernen. In den Ferien hätte er das Land kennenlernen dürfen: die Tourismuszentren, die Küste mit Sandstrand, den Dschungel, die Anden und die Hauptstadt Lima.

Teures Trinkwasser

In der anschließenden Fragerunde berichtete Eßwein, dass es keine Kläranlagen gäbe und kein sauberes Wasser. Alkoholische Getränke seinen billiger als das Wasser, das ausschließlich von Nestle oder Coca-Cola angeboten würde.

Helmut Stapf bedankte sich bei dem Referenten und setzte die Mitgliederverssammlung fort. Er beschrieb die Aktivitäten seit der letzten Mitgliederversammlung. Für das Frühjahr plane er einen Vortrag von Hosam Katan, einem Kriegsfotografen aus Aleppo. Gebhard Dischler, Vorstand der Weltladen Lech-Wertach eG, gab die Umsatzzahlen 2016 bekannt und erwähnte die Veranstaltungen, die den Laden betreffen. Neuwahlen fanden nicht statt.
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