High-Tech für das Hundeklo: Mittels Smartphone und Tablet direkter Kontakt zur Stadt Schwabmünchen

Sebastian Seitz (Mitte) und Michael Lodes (rechts) hatten die Idee zu dem neuen System, Hundehalterin Anja nutzt es gleich.
 
Keine Tüten mehr? Nun können Schwabmünchner Bürger per Smartphone oder Tablet melden, wenn der Spender leer oder dieTonne voll ist.

Schwabmünchen Einen neuen Weg und innovativen Weg geht die Stadt Schwabmünchen bei der Kooperation mit dem jungen Unternehmen "EineStadt". Dieses bietet eine digitale Lösung bei der Kontrolle von städtischen Einrichtungen wie Bäumen oder Spielplätzen sowie eine Erleichterung für die Bürger, etwa bei der Meldung von defekten Straßenlampen oder fehlenden Hundekottüten.

Die Idee, die Michael Lodes, bei der Stadt Schwabmünchen für das Geodatenmanagment zuständig, und sein Geschäftspartner Sebastian Seitz in der vergangenen Bauausschusssitzung präsentierten, ist einfach und beinahe genial zu gleich. Die beiden haben ein System entwickelt, dass mittels NFC-Chips die Arbeitsdokumentation der städtischen Mitarbeiter unter anderem bei der Prüfung von Bäumen oder Spielplätzen deutlich erleichtert. Diese Chips können mit einem Smartphone ausgelesen werden und beinhalten Informationen über das Objekt, an dem sie angebracht sind. "So wird etwa bei einem Baum die Art angezeigt und wann die letzte Prüfung stattfand", erklärt Lodes. Neben den Informationen für den Prüfer bietet das System einen weiteren Vorteil. Der Kontrolleur bestätigt die durchgeführte Prüfung am Smartphone. Somit entfällt die aufwendige Dokumentation auf dem Papierweg. Zudem werden die Daten in Echtzeit gespeichert. "Das spart Arbeitszeit und verringert die Fehlerquote. Gerade bei Baumgruppen kann so ganz einfach eine Verwechslung oder das Übersehen eines Baumes vermieden werden", so Michael Lodes.

Jedes aktuelle Handy kann es

Die NFC-Technik ist mittlerweile in jedem Smartphone neuerer Bauart zu finden - solange es nicht aus dem Hause Apple kommt. "Das wird sich aber bald ändern", vermutet Michael Lodes. Bis es soweit ist, können die 17 Prozent der Menschen, die ein Smartphone oder Tablet von Apple nutzen, diese Technik nicht nutzen.
Doch nicht nur für städtische Mitarbeiter bietet dieses System Nutzen. So werden die Chips künftig auch an Straßenlampen angebracht. "So wird die Schadensmeldung vereinfacht. Bisher mussten Bürger eine defekte Lampe telefonisch oder über die Homepage der Stadt melden. Nun können sie mittels des Chips die defekte Lampe mitteilen", erklärt Lodes. Dies funktioniert relativ einfach. "Wer eine defekte Lampe melden möchte, aktiviert einfach die NFC-Funktion an seinem mobilen Endgerät und hält es an den Chip. Dann öffnet sich ein Fenster und mit einem weiteren Klick ist der Schaden gemeldet".

Praktisch auch für Hundehalter

Ähnlich funktioniert es bei den sogenannten Hundestationen. Dort können die Bürger melden, ob die Hundekottütenspender leer oder der Mülleimer überfüllt ist. "Zudem kann sich der Hundehalter die anderen Standorte dieser Stationen in Schwabmünchen zeigen lassen", erklärt Michael Lodes. Diese Funktion findet vor allem bei Grünamtleiter Roland Schiller an: "Das ist toll, die meisten Hundehalter kennen nur die Station auf ihrer Stammroute und wissen nicht, dass insgesamt 20 solcher Stationen im Stadtgebiet aufgestellt sind."

Zeit, Ort und IP-Adresse für statistische Zwecke

Bei einer Meldung müssen die Nutzer keine personenbezogenen Daten angeben. "Das ist optional. Wer seine Daten angibt, wird informiert, wann der Schaden behoben wurde", erklärt Sebastian Seitz. Gespeichert werden nur Standort, Zeit, Webbrowser und die IP-Adresse. "Darauf wird der Nutzer hingewiesen und muss der Speicherung zustimmen", erklärt Seitz. Diese Daten werden jedoch nicht weitergegeben und dienen nur statistischen Zwecken.

Nicht nur melden, sondern auch erfahren: Informationspunkte

Das System der beiden Tüftler bietet noch weitere Nutzungsbereiche. "Im Prinzip können alle Objekte die einer regelmäßige Prüfung samt Dokumentation unterliegen mit den Chips ausgestattet werden", erklärt Sebastian Seitz. Und die Liste der möglichen Objekte ist lang. Neben Bäumen, Spielgeräten, Straßenlaternen und Hundestationen kommen auch Grabsteine, Hydranten, Bänke oder Verkehrszeichen in Frage. Die Chips lassen sich auch als Informationsquelle nutzen. So ist es geplant, am Schwabmünchner Rundwanderweg die geplanten Infotafeln mit der Technik auszustatten, um auf diesem Weg weiterführende Informationen anzubieten. Angedacht ist zudem, dass die Bürger auch auf die Chips an den Bäumen zugreifen können um zu erfahren, um welche Baumart es sich handelt. "So bekommen wir den größten Waldlehrpfad Deutschlands", freut sich Baumamtsleiter Stefan Michelfeit.

Leicht realisierbar wegen niedrigen Kosten

Ein weiterer Vorteil sind die geringen Kosten für die Chips. Diese kosten bei entsprechender Abnahmemenge und Ausführung zwischen 30 und 80 Cent. Für Schwabmünchen fallen auch nicht mehr Kosten als die Anschaffung der Chips an. Bürgermeister Müller, der sich von dem System begeistert zeigte, erklärt: "Wir haben mit der EineStadt GbR eine Vereinbarung zur Kooperation geschlossen. Das System wird in Schwabmünchen getestet, dafür bekommt die Stadt eine kostenlose Lizenz für das System."
In nächster Zeit wird das System an Hundestationen und Straßenbeleuchtung angebracht. "Wir erhoffen uns eine große Zeiteinsparung und Erleichterung. Das ist für viele Städte eine interessante Lösung", so Bürgermeister Lorenz Müller.
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