Krähenpopulation im Schwabmünchner Luitpoldpark wird zum Sorgenfall

Die Krähen nisten in den hohen Bäumen im Luitpoldpark.

Schwabmünchen Die Besucher des Luitpoldparks in Schwabmünchen kennen es. Die lauten "Krählaute" im Bereich zwischen Schlittenberg und Klettergarten. Denn dort hat sich seit einigen Jahren eine Krähenkolonie niedergelassen. Deren Wachstum sorgt inzwischen für Probleme.

Grünamtleiter Roland Schiller erklärte dem Bauausschuss, dass die Saatkrähen wohl aus dem Stadtgebiet in den Park gezogen sind. "2010 hatten wir vereinzelte Nistpaare im Bereich um den Sparkassenplatz. Zudem gab es rund 15 Paare auf Grundstücken nahe des Landratsamtes", so Schiller. Durch Bauarbeiten wurden diese Tiere aus der Stadt vertrieben und ließen sich im Park nieder. 2013 wurden dort dann schon 32 Brutstätten gezählt. In den vergangenen vier Jahren ist die Population der geschützten Vögel fast schon "explodiert". In diesem Jahr wurden 129 Nester gezählt.

Weshalb sich die Vögel Plätze wie den Park als Nistpunkt suchen ist laut Roland Schiller keine Überraschung: "Zum einen fehlen auf den Feldern inzwischen die Bäume, so dass sie dort, wo sie eigentlich ihr Futter bekommen, nicht mehr nisten können. Zum Anderen bieten Lagen in der Stadt auch viel vom sogenannten Zivilisationsmüll. Da finden sie ganz leicht Nahrung."

Vogelkot sorgt für schlechte Stimmung - und Gestank

Bürgermeister Lorenz Müller sieht in der momentanen Situation noch kein Problem. "Die Entwicklung sollte aber beobachtet werden", stellt er klar. Zumal aus dem Park immer wieder Beschwerden kommen. In einigen Bereichen nimmt die Verkotung stark zu, dementsprechend streng riecht es gelegentlich. "Ein weiteres Wachstum der Population könnte zum Problem werden", so Müller. Zumal sich die Kolonie in den vergangenen Jahren immer mehr in Richtung des Klettergartens ausgeweitet hat. "Da wollen wir aber keinen Vogelkot haben ", stellt der Bürgermeister klar.

Kein Mitglied des Ausschusses möchte die Tiere komplett aus dem Park jagen, zumal dies auf Grund ihres Schutzstatusses wohl kaum möglich sein wird. "Aber irgendwann ist die Grenze der Verträglichkeit erreicht", stellt Bürgermeister Lorenz Müller fest.

Population soll nicht weiter wachsen

Daher sollen nun Gespräche mit der Regierung von Schwaben aufgenommen werden, um für das kommende Jahr eine Möglichkeit zu finden, dass die Population im Park nicht weiter wächst. Denn das ist sehr wahrscheinlich. Auf Nachfrage von Stadtrat Hans Pfänder, ob es schon Fälle gab, bei denen sich die Populationen von selbst wieder auflösten, stellte Roland Schiller klar, dass solche Fälle nicht bekannt sind, sondern eher mit dem Gegenteil, dem weiteren Wachstum zu rechnen sein. Schiller hätte auch einen besseren Nistort für die Tiere. "Ich könnte den Auwald anbieten, aber es ist schwer, dies den Tieren mitzuteilen."
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