Künstler und Besucher freuen sich über großartiges Symposium

Antonio Murgia aus Italien ließ während des achttägigen zweiten Künstlersymposiums in Schwabmünchen mehrere bunte Portraits entstehen.
 
Kersten Thieler-Küchle freut sich über die vielen Besucher und begrüßt einzeln die Künstler, die aus verschiedenen Ländern Europas angereist sind.
Schwabmünchen: Kunsthaus |

Am Samstagnachmittag begrüßte Kersten Thieler-Küchle im Namen des Vorstands des Kunstvereins Schwabmünchen die eingetroffenen Künstler zum zweiten Künstler-Symposium und stellte sie einzeln den Besuchern vor. Aus England, Italien und der Türkei, aus Österreich, Tschechien und Deutschland beziehungsweise Frankreich waren die Künstler angereist.

Bürgermeister Lorenz Müller eröffnete das Zweite Internationale Künstlersymposium in Schwabmünchen. Er freute sich darüber, dass Künstler aus ganz Europa in so einer kleinen Stadt zusammentreffen und „ohne Bildstörung“ nebeneinander arbeiten können.

Kuriose Kunstprojekte wurden erstellt

Es folgte eine Woche malen, gestalten, sägen, töpfern, sich kennenlernen, Fragen beantworten und vieles mehr. So manches Bild erhielt erst im Laufe von Tagen sein endgültiges Aussehen.
Mal staubte es im Garten, als Martin Hintenlang auf einem Wagen mit der elektrischen Säge einen Stein bearbeitete. Ein riesiger Konkon, geschaffen von Petra Höcker, hing an der Wand. Peppi Spiss rollte eine großflächige Leinwand auf und erzählte, sie sei bei einem anderen Symposium entstanden durch Farbballons, die aus dreißig Metern Höhe darauf geworfen wurden.

Eine siebte Klasse des Leonhard-Wagner-Gymnasiums und ihr Lehrer transportierten Ziegelsteine ins Haus für ein Projekt von Eliza Franzoi, die krankheitsbedingt erst frisch eingetroffen war. Anschließend durften sich die jungen Leute selbst als Künstler betätigen und erhielten ein Stück Leinwand mit nach Hause.
Lisa Krabichler erzählt von einem neuen Projekt mit Namen „Horizontlinie“: 18 Meter Bilder verbindet die gemeinsame Horizontlinie, sie sind untereinander austauschbar. Ein besonders buntes Gemälde fällt auf: ein Gesicht mit leuchtenden blauen Augen. Der Künstler Antonio Murgia bittet alle Anwesenden, sich auf dem Bild mit einer Kleinigkeit zu verewigen.

Nach einer Woche künstlerischen Schaffens: Eröffnung der Ausstellung

Am Samstag um 19 Uhr war es soweit. Kersten Thieler-Küchle hatte eine bunte Ausstellung präsentiert, die von den vielfältigen Ideen und der Kunstfertigkeit der Maler und Bildhauer erzählt. Bei der Eröffnung der Vernissage verlas sie zu jedem der internationalen Künstler eine kleine Beschreibung seines Werks.
Wer sich genauer informieren wolle, könne bei Google fündig werden. Sie dankte den Künstlern, Helfern und Sponsoren.
Das dritte Künstler-Symposium würde in zwei Jahren wieder in Schwabmünchen stattfinden.
Musikalisch begleitet wurde die Eröffnungsveranstaltung von den „Red Hot Serenaders“ aus München.

Ausstellung beeindruckt durch Vielfältigkeit

Und nun zu der Ausstellung selbst: Der erste Blick fällt auf eine Komposition von neun Bildern von Lisa Krabichler aus Österreich, entstanden aus alten Karten Schwabmünchens – mit einem „weißen Fleck auf der Landkarte“ - sowie Bilder des Projekts „Horizontlinie“ und ihrer Schlussfolgerung der letzten Woche: “Fazit“. Daneben platziert wurden Werke ihres Landsmanns Peppi Spiss. Andreas Röck, ebenfalls aus Österreich, stellt seine Bilder „inbetween“ aus. Er arbeitet gerne mit kräftigen Grundfarben. Die Bildhauerin Daniela Novello aus Italien präsentiert Taschen aus Blei, ihre Zwillingsschwester Patrizia stellt daneben ihre Gemälde aus. Ein großes Bild mit Raumfahrer und Tier hängt neben kleineren Bildern – zu zweit und allein, die Künstlerin ist Beyza Boynudelik aus der Türkei.
Ihr Kunstwerk sei nie fertig, meint Eliza Franzoi: mal könne der Apfel einen anderen Platz finden, mal die Bierflasche und betreten werden dürfe es auch. Bei Alexandra Vassilikian liegt unter drei ihrer Werke mit dem Namen „Vernebelung“ Asche auf dem Boden. Kontrovers diskutiert wurde das Werk von Petra Höcker, präsentiert im „Aquarium“: Im Raum schwebt ein Kokon, darunter und an der Wand gibt es Objekte, die an blutiges Fleisch erinnern. Für die Künstlerin bedeutet „rot“ so viel wie Lebendigkeit, Lebensenergie, der Kokon stellt Erinnerung dar, eine Metamorphose.
Zehn Mitglieder des Kunstvereins stellten sich ebenfalls dem Thema „Bildstörung“ und stellen ihre Werke aus, teilweise im Raum mit dem roten Sofa.

Zu sehen ist die Ausstellung noch bis einschließlich 20. August (Montag, Dienstag und Donnerstag von 9.30 bis 12 Uhr, Mittwoch von 11 bis 16 Uhr, Sonntag von 14 bis 17 Uhr).
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