Nachfolge für Schwabmünchner Amtsgericht gefunden

Freuen sich über das neue Bildungszentrum und die Ministerunterschrift im Goldenen Buch (von links): Bürgermeister Lorenz Müller, Justizminister Winfried Bausback und Landtagsabeordnete Carolina Trautner
 
Noch werden im Amtsgericht Urteile gefällt, doch im kommenden Jahr wird es in ein Schulungszentrum der bayersichen Justiz.

Schon im Jahr 2004 wurde das Ende des Schwabmünchner Amtsgerichts im Zuge der Standortreform beschlossen. Seitdem wurden immer weniger Urteile in Schwabmünchen gefällt. Derzeit sind noch eineinhalb Richterstellen in Schwabmünchen, geurteilt wird nur noch im Zivilrecht. Das sich schon seit Jahren ankündigende Ende Schwabmünchens als Gerichtsstandort wurde nun von Justizminister Winfried Bausback bestätigt. Doch er hatte bei seinem Besuch in Schwabmünchen auch schon einen Ersatz im Gepäck.

Schwabmünchen Viele Jahre wurden in Schwabmünchen Urteile im Namen des Volkes gesprochen. Diese Zeit ist ab Februar 2017 vorbei. Dann werden auch die noch in Schwabmünchen zugeteilten Richterstellen nach Augsburg umziehen. Dies verkündete der bayersiche Justizminister Winfried Bausback bei einem Besuch in Schwabmünchen. Einzig die Bewährungshilfe bleibt mit fünf Stellen in Schwabmünchen. Damit die Bürger aus Schwabmünchen und der Region jedoch rechtliche Fragen wie Nachlassangelegenheiten auch weiterhin vor Ort klären können, hat Bausback auch einen Rechtspflegeramtstag zugesagt.
Das war aber nicht das Einzige, was der Minister zur Schließung des Gerichtstandort mit nach Schwabmünchen brachte. Künftig wird in Schwabmünchen statt des Gerichts ein IT-Test-, Konferenz- und Schulungszentrum eingerichtet. Ein ähnliches gibt es bereits in Pegnitz. Dort werden Justizmitarbeiter geschult, unter anderem zur Einführung der elektronischen Akten zu Gericht. Dies soll künftig auch in Schwabmünchen, zur Abdeckung des südbayerischen Raumes, geschehen. Dazu entstehen zwei Schulungsräume mit jeweils zwölf IT-Arbeitsplätzen, ein ELern-Studio sowie ein mit modernster Technik ausgestatteter Konferenzsaal. Das bestehende Zentrum in Pegnitz läuft sehr gut, das dürfte hier auch so sein," ist sich Minister Bausback sicher.
Schon in diesem Jahr wird die Planung für den zur Einrichtung des IT-Zentrums notwendigen Umbaus begonnen, so dass direkt nach dem Auszug der Richter im Februar 2017 mit dem Umbau umgesetzt werden kann. Gut drei Monate wird dieser dann dauern.
Dass die Wahl auf Schwabmünchen fiel, hat zwei Gründe. Zum einen war es der nachhaltige Druck, den die Landtagsabgeordnete Carolina Trautner und auch Schwabmünchens Bürgermeister Lorenz Müller an den Tag legten, um eine Nutzung auch nach dem sicheren Abzug des Gerichts zu erreichen. Zum anderen begründete Minister Bausback die Schaffung des Zentrums in Schwabmünchen mit dem guten Zustands des Gebäudes und der ebenfalls guten Verkehrsanbindung Schwabmünchens.
Im Frühsommer 2017 wird das IT-Zentrum eröffnet, auch wenn es noch nicht in voller Auslastung betrieben wird. Nach Aussagen von Bausback ist es schwer, die nötigen IT-Fachkräfte, sechs Stellen sind vorgesehen, zu finden.
Carolina Trautner freut sich, das Schwabmünchen nun "eine zukunftsweisende und überreginale Einrichtung bekommt". Auch Schwabmünchens Bürgermeister sieht im IT-Zentrum "einen großen Gewinn." Auch dass die Rechtspflegeramtstage angeboten werden, freut ihn. "Das ist keine Selbstverständlichkeit," so Müller.
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