Nicht nur der Kunstrasen kommt

Dass der Kunstrasenplatz am Sportgelände an der Riedstraße kommt, war den Schwabmünchner Stadtratsmitgliedern klar. Immerhin hatten sie schon vor längerem beschlossen, dessen Bau zu bezuschussen. Nun galt es den Bauantrag des TSV Schwabmünchen zu beschließen. Doch dieser barg einige Überraschungen.

Denn der Platz war in den neuesten Plänen von Landschaftsarchitekt Franz-Josef Eger nicht mehr am angedachten Ort. Zudem tauchten auf dem Plan viele Dinge auf, über die vorher nie gesprochen wurde. Doch das hatte seine Gründe.

Kunstrasen könnte im Überschwemmungsgebiet liegen

Der Kunstrasenplatz hätte eigentlich nördlich der Hauptfeldes dem dortigen Trainingsplatz ersetzten sollen. Doch nun wich er nach Westen aus. Eine Maßnahme, die einen Hintergrund hat: Das Hochwasser. "Im Falle eines hundertjährigen Hochwasser liegt der Kunstrasenplatz an seiner ursprünglich geplanten Stelle mitten im neu definierten Überschwemmungsgebiet", erklärt Planer Egle. Daher hätte der Platz sehr hoch angesetzt werden müssen, was wiederum große Ausgleichsflächen von Nöten gemacht hätte. "Das hätte die Kosten unglaublich in die Höhe getrieben", erklärte Egle hierzu.
An der neue eingeplante Lage kommt das Kunstrasenspielfeld nur einem äußerst kleinen Bereich mit der vom Landratsamt angenommenen Überflutungsfläche in Berührung. Der Umzug bringt sogar einen weiteren Vorteil. So werden mehrere zehntausend Euro eingespart, da die Aufarbeitung des Untergrunds nicht mehr so aufwändig ist, wie an der geplanten Stelle. Ein Teil des Eingesparten Geldes soll zur Verbesserung des zweiten Trainingsplatzes genutzt werden.

Potenzial des Sportgeländes

Der vorgestellte Plan barg aber noch weitere Überraschungen. Denn Eger hat sich, in Absprache mit dem TSV und der Stadtverwaltung, daran gemacht, das Sportgelände neu zu überplanen. Die Intention dazu ist einfach begründet. "Mit der Festlegung des Kunstrasenspielfelds gibt es einen massiven Einschnitt in die Möglichkeiten der Entwicklung für dieses Gelände", so Bauamtsleiter Stefan Michelfeit. Daher sollte anhand der so bekannten Größen ein Masterplan entstehen, wie sich das Sportgelände weiterentwickeln lassen könnte. Kernpunkt dabei war auch die Verkehrsführung auf dem Gelände.
Die bisherige Erschließung bezeichneten Michelfeit und Eger als "nicht optimal". Aus diesem Grund schlug Planer Eger für die Zukunft die Erschließung des Geländes über eine neue Brücke direkt vor der Tennisanlage, mit südlich davon liegenden Parkplätzen vor. Die bisherige Zufahrt über die Heimbergstraße soll dabei nur noch als Rettungs- und Sonderweg dienen.

Fehlende finanzielle Mittel

Die Ideen stießen im Rat auf gemischte Zustimmung. Kämmerer Bernhard Jauchmann gab zudem zu bedenken, dass für die Maßnahmen weder im aktuellen Haushalt, noch im Finanzplan bislang Gelder dafür vorgesehen wurden. So wurde nur eine kleine, aber sinnvolle  Optimierung der Verkehrsführung beschlossen. Die bewirkt, dass der Feldweg, der zur Stockschützenanlange führt, nicht mehr genutzt wird. Die Zufahrt soll nun von der Heimbergstraße aus am Trainingsplatz vorbei zur Tennisanlage und von dort zu den Stockschützen führen.

Ebenfalls in der vergangen Sitzung wurden die Ergebnisse der Elternbefragung zur Betreuungssituation vorgestellt. Zu hören gab es dabei kaum Überraschendes. Schwabmünchen wächst weiter, das Erreichen der 15000-Einwohner-Marke erwartet Günter Katheder-Göllner vom Landratsamt Augsburg im Jahr 2026. Eine Zahl, die Bürgermeister Lorenz Müller schon in der Bürgerversammlung im Herbst in den Raum stellte. Durch den Wachstum der Stadt erhöht sich zwangsläufig der Bedarf an Kinderbetreuung. Aktuell ist dieser weitgehend gedeckt, doch für die Zukunft muss sich die Stadt in diesem Bereich Gedanken machen.
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