Ostern - das wichtigste Fest im Kirchenjahr

Andere Orte haben ihren Osterbrunnen, in Schwabmünchen steht vor dem Nordeingang der St. Michaelskirche eine Osterkrone. Josef Wehringer, Vorsitzender des Gartenbauvereins Schwabmünchen, seine Frau Brigitte und die beiden Helfer Michael Baindl undMichael Bräuer schnitten die Zweige zurecht und banden die 700 Eier an die Krone.
 
Am Palmsonntag zogen Ministranten, Priester und Gottesdienstbesucher vom Ludwig-Rößle-Platz aus in die Kirche ein.

Gottesdienste und Traditionen von Palmsonntag bis Ostern

Schwabmünchen

Wer in der Fastenzeit auf so manche Annehmlichkeit verzichtet hat, wird das Osterfest viel intensiver erleben als ohne Vorbereitungszeit. Jahrhundertealte Traditionen aber auch Neuerungen aus praktischen Gründen prägen die Festzeit in den einzelnen Gemeinden.

Palmsonntag läutet die Karwoche ein

Laut dem katholischen Schott-Messbuch (Herder-Verlag) beginnt die Karwoche bereits mit dem Palmsonntag und der Feier des Einzugs Jesu in Jerusalem, der bescheiden auf einem Esel sitzt und vom Volk als dem Sohn Davids bejubelt wird. In Schwabmünchen zog die Pfarrgemeinde nach der Palmweihe vom Ludwig-Rößle-Platz aus mit Ministranten und Priester ins Gotteshaus ein, in manchen Gemeinden sitzt der Priester auf einem Esel. Am Ende der anschließenden Messe wurde die Passion mit verteilten Rollen vorgelesen.

Gründonnerstag: Öle weihen und Abendmahl feiern

Am Gründonnerstag werden in den Bischofskirchen, als auch in Augsburg, die heiligen Öle geweiht: der Chrisam für die Salbung nach der Taufe, für Firmung und die Weihe von Bischof und Priester. Auch das Kranken-Öl für die Krankensalbung wird an diesem Tag geweiht. Um 19 Uhr findet in St. Michael in Schwabmünchen die Messe zur Erinnerung an das letzte Abendmahl statt. Bei der Fußwaschung nach dem Evangelium nehmen zwölf Frauen und Männer aus unterschiedlichen Bereichen der Pfarrgemeinde teil, denen vom Priester im Chorraum ein Fuß gewaschen wird. In den katholischen Kirchen wird wie in den evangelischen Abendmahlsgottesdiensten bei dieser Feier der Leib Christi in beiden Gestalten gereicht, in Brot und Wein. Eindrucksvoll ist bei der Messe am Gründonnerstag, dass nach dem Gloria die Orgel verstummt und erst in der Osternacht wieder erklingt. Die Gefäße mit den Hostien werden in St. Michael in einer Prozession in die Unterkirche getragen statt sie wie üblich im Tabernakel der Pfarrkirche aufzubewahren. In der Unterkirche finden bis 23 Uhr eine Ölbergandacht, Andachten der Jugend und des Pfarrgemeinderats statt.

Karfreitag und Karsamstag erinnern an Leiden und Sterben Christi

Am Karfreitag und Karsamstag läuten keine Kirchenglocken. Früher zogen die Ministranten mit sogenannten Rätschen durch die Straßen, um zum Gottesdienst einzuladen. Um 9 Uhr findet in der Pfarrkirche eine Kreuzwegandacht für Erwachsene, um 10.30 Uhr im Pfarrzentrum für Kinder statt. Die große Feier vom Leiden und Sterben Christi beginnt um 15 Uhr. Der Gottesdienst umfasst mehrere Teile: den Wortgottesdienst mit den Lesungen, der Passion und den großen Fürbitten, der Verehrung des Kreuzes und der Kommunionfeier. Dazu werden die Hostien von der Unterkirche herauf geholt und wieder hinunter getragen. Dort ist anschließend bis 20 Uhr Eucharistische Anbetung am Heiligen Grab.
Am Karsamstag ist in der Pfarrei Grabesruhe angesagt. Von 8 bis 20 Uhr kann in der Unterkirche am Heiligen Grab vor dem ausgesetzten Allerheiligsten gebetet werden. Beichtgelegenheiten gibt es nur am Gründonnerstag und am Karfreitag.

Es ist noch finster, wenn die ersten Kirchenbesucher mit ihren Körben und Kerzen kommen

Um 5 Uhr früh beginnt die Feier der Osternacht. Ein großes Feuer brennt auf der Nordseite der Kirche, an dem feierlich die Osterkerze angezündet wird und das Licht in einer Prozession von den Ministranten an die Gottesdienstbesucher in der dunklen Kirche weitergereicht wird. In den verschiedenen Lesungen aus dem Alten und dem Neuen Testament werden die Taten Gottes vergegenwärtigt. Die Tauffeier, ob mit oder ohne Täufling, ist wichtiger Bestandteil der Osternacht. Das Taufwasser wird geweiht, die Gläubigen erneuern ihr Taufversprechen und werden vom Priester mit dem Taufwasser besprengt. Üblich ist auch, dass der Priester im Gottesdienst einen Witz erzählt, um die Besucher fröhlich zu stimmen. In der Eucharistiefeier erklingt mit dem Gloria die Orgel wieder und die Kirchenglocken erinnern lautstark an die Auferstehung Christi. Die Gläubigen rufen einander zu „Christus ist auferstanden“ und wünschen sich „Frohe Ostern“.

Angebot an Gottesdiensten

In der Osternacht, beim feierlichen Osterhochamt um 9 Uhr und bei der Heiligen Messe um 10.30 Uhr werden am Ende des Gottesdienstes die in Körben mitgebrachten Speisen vom Priester gesegnet, um sie zuhause beim Frühstück zu verzehren oder zu verschenken.
Da für ältere Leute und Kinder der Gottesdienst am frühen Morgen zu beschwerlich ist, sind viele Gemeinden dazu übergegangen, eine Messe am Vorabend anzubieten, in der Pfarreien-Gemeinschaft Schwabmünchen in Schwabegg und Mittelstetten, jeweils um 21 Uhr.
Für Menschen, die das Haus nicht verlassen können, besteht die Möglichkeit, über Radio Horeb (DAB+ oder www.horeb.org) um 10 Uhr die Oster-Messe mit Papst Franziskus mitzufeiern, die vom Petersplatz in Rom übertragen wird.

Die evangelischen Geschwister haben auch eine Osternachtfeier

In der evangelischen Christuskirche in Schwabmünchen wird am Gründonnerstag ebenfalls um 19 Uhr Abendmahlsgottesdienst gefeiert, am Karfreitag finden die Gottesdienste am Vormittag statt, in Schwabmünchen und Großaitingen um 10.30 Uhr, in Langerringen um 9 Uhr.
Ebenfalls um 5 Uhr am Ostersonntag findet in der Christuskirche die Osternachtfeier mit anschließendem Osterfrühstück statt, um 10.30 Uhr ist Familiengottesdienst.
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